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Frauen: Chancen noch nie so gut

Women-Matter-Studie McKinsey (Autor: peshkova, Quelle: Fotolia.com)

© peshkova - Fotolia.com

'Women Matter' - eigentlich ist klar, dass ein Unternehmen ohne Frauen schlechter dasteht. Aber wie viel genau? Und wie kann man das messen? McKinsey hat in drei Studien untersucht, wie sich die Anwesenheit von Frauen in den Führungsetagen auf die Unternehmensperformance auswirkt.

Wie kam es dazu, dass Sie sich mit den "Women Matter"-Studien beschäftigt haben?

Diese Studien wurden von unserem Büro in Frankreich initiiert. Die Inhalte haben mich vor allem interessiert, weil ich bei McKinsey-Deutschland die Women&Family-Initiative leite. Diese hat die weitere Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Frauen als einen Schwerpunkt.

Was sind die Grundzüge der drei Studien?

In der ersten Studie haben wir den Zusammenhang zwischen der Anzahl von Frauen in Führungspositionen und die wirtschaftliche Performance dieser Firmen untersucht. Dabei stellten wir einen positiven Zusammenhang fest. Dort, wo Frauen in den Top-Positionen waren, konnte man eine gute Unternehmens-Performance ausmachen.

Das hat Sie dann angeregt, die zweite Studie durchzuführen?

Genau. Wir wollten herausfinden, warum es diese positive Korrelation gibt. Dazu haben wir die Verhaltensweisen der Unternehmen und ihre "Gesundheit" untersucht und geschaut, worauf die Frauen einen Fokus legen. In der dritten Folgestudie wollten wir dann wissen, ob sich an der Konstellation in der Krise etwas ändert oder geändert hat, und ob andere Faktoren wichtiger geworden sind. Das konnten wir verneinen.

Welchen praktischen Nutzen zieht McKinsey denn aus den Ergebnissen?

Ursprünglich war für McKinsey wichtig, was wir für uns selbst aus den Ergebnissen ableiten können. Dabei geht es uns vor allem um Recruiting und Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen. Dann zeigte sich aber, dass viele andere Unternehmen Interesse an den Ergebnissen hatten und für sich daraus Schlüsse ziehen und lernen wollten. Man sieht einfach, dass der Faktor Frau wichtiger wird.

Glauben Sie persönlich, dass Frauen immer noch gegen eine gläserne Decke stoßen?

Ja, ich glaube schon, dass es diese Decke gibt - besonders für Frauen mit Kindern. Sie hängt sicher stark von der jeweiligen Industrie und dem Unternehmen ab, aber wegdiskutieren kann man sie nicht. Vor allem in Deutschland ist die Kombination von Familie und Beruf immer noch schwieriger als in anderen Ländern. Wer als Frau allerdings keine Familie hat, stößt meiner Meinung nach eher nicht an eine solche Decke.

Sie arbeiten selbst als Partnerin in Teilzeit – steht das jeder Mitarbeiterin offen?

Natürlich. Bei McKinsey haben wir dieses Teilzeit-System durch alle Stufen hinweg, jede und jeder kann so arbeiten, wenn er oder sie möchte. Rund die Hälfte der Projektleiterinnen und Senior-Projektleiterinnen hat Kinder und arbeitet in Teilzeit. Gerade in der Beratung lässt sich das durch die Projektarbeit wahrscheinlich unproblematischer umsetzen als in anderen Branchen.

Was würden Sie Stipendiatinnen von e-fellows.net gerne mit auf den Weg geben?

Meiner Meinung nach war die Situation für Frauen noch nie so gut wie heute. Als Frau sollte man überzeugt sein von seinem Können, dann hat man alle Chancen. Kopiert nicht die Männer, sondern findet euren eigenen Stil! Grundsätzlich muss ich aber auch sagen, dass man sich nicht schon mit Mitte 20 beim Berufseinstieg nur an dem Thema Kinder und Karriere orientieren sollte. Am Anfang stehen ganz andere Entscheidungen, man sollte lieber schauen, wo man schnell viel lernt. Alles andere kommt später.

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