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Wäre ich ein guter Berater?

Berater bei McKinsey (Autor: LoloStock, Quelle: Fotolia.com)

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Wie kann ich eigentlich wissen, ob ein Consulting-Job interessant für mich wäre? Im Interview verrät Thomas Fritz, welche Fähigkeiten man mitbringen sollte - und was an den Vorurteilen über das Berater-Leben dran ist.

Welche Pläne hat das Recruiting-Team von McKinsey für 2014?

Aus Recruitingsicht war das Jahr 2013 sehr positiv, wir hatten 240 Neueinstellungen. Das soll 2014 durchaus noch mehr werden, denn wir gehen davon aus, dass sich das Geschäft weiterhin so positiv entwickelt. Wir suchen Absolventen aller Fächer und auch Bewerber mit Berufserfahrung – denn wir glauben an den Erfolg gemischter Teams.

Und welche Events veranstalten Sie dieses Jahr?

Es wird wieder den Women's Day geben und McKinsey Campus, unser Kompaktseminar für Nicht-Wirtschaftswissenschaftler. Und darüber hinaus neue Formate, mit denen wir gerade auch Nicht-Wirtschaftswissenschaftler ansprechen möchten.

In einer Studie fand McKinsey heraus, dass jeder vierte Arbeitgeber über schlecht ausgebildete Berufsanfänger klagt. Haben Sie auch das Gefühlt, dass Absolventen nicht genug qualifiziert sind?

Das muss man differenziert betrachten. Die Studie bezog sich vor allem auf Auszubildende, nicht unbedingt auf Absolventen mit Hochschulstudium. Diejenigen, die zu unseren Interviews kommen, sind hochqualifiziert. Ein Trend ist allerdings, dass die Ausbildungswege verschulter werden und die Bewerber weniger Chancen haben, ihren eigenen Weg zu gehen. Aber das gilt natürlich nicht für alle. Toll finde ich, dass die Lebensläufe der Bewerber immer internationaler werden.

Was raten Sie Studenten, die sich überlegen, Berater zu werden?

Sie sollten sich fragen, ob sie Spaß daran haben, anspruchsvolle Probleme im Team zu lösen. Und ob sie auch anderen gerne dabei helfen, erfolgreich zu sein. Eine gewisse Affinität zu Zahlen ist auch wichtig. Ich würde dazu raten, ein Studienfach zu wählen, das einem Freude macht. Es muss nicht immer BWL sein - nur die Hälfte unserer Berater haben Wirtschaftswissenschaften studiert. Außerdem sollte man auf seinem Lebensweg Erfahrungen sammeln, bei denen man Verantwortung übernimmt und Zukunft gestaltet – an diesen Erfahrungen wächst man. Das können Praktika sein, aber auch außeruniversitäres Engagement. Was man nicht notwendigerweise braucht, um ein erfolgreicher Berater zu sein: Ein super geradlinig durchgezogenes Studium an einer bestimmten Uni.

Was macht Ihnen am meisten Spaß an Ihrer Arbeit?

Ich arbeite sehr gerne mit den Kollegen hier zusammen. Toll finde ich auch, dass McKinsey sich ständig weiterentwickelt: die Lernfabrik, das ist unser Trainingscenter am Münchner Flughafen, oder Lumics, die Kooperation mit der Lufthansa Technik – es tut sich dauernd etwas. Und das ist so, weil wir Leute haben, die nicht aufhören darüber nachzudenken, wie wir noch besser werden können. Ein Teil einer solchen Institution zu sein, macht mir jeden Tag aufs Neue große Freude.

Beruflich müssen Sie viel reisen – mindert das Ihre Reiselust im Urlaub?

Ich bin jetzt mehr unterwegs als zu den Zeiten, als ich noch Berater war. Aber ich verreise immer noch sehr gerne. Früher war ich auf der ganzen Welt unterwegs bis nach Australien und Neuseeland. Heute fahren wir wegen der Familie nicht mehr ganz so weit weg, zum Beispiel an die Nordsee oder nach Kreta. Es ist vielleicht sogar ein Vorteil, wenn man beruflich viel reist – denn dann bringt man eine viel größere Gelassenheit mit und kann schon am Flughafen entspannt in den Urlaub starten.

Was ist dran an den Vorurteilen, die über das Beraterleben im Umlauf sind?

Es ist sicher kein "9 to 5"-Job, man ist von Montag bis Donnerstag bei den Klienten und kann an diesen Tagen seine Freizeit meist nicht daheim verbringen. Aber wenn man einen herausfordernden Job sucht, bei dem man seine Tage mit viel Freude verbringt, dann wird man bei McKinsey glücklich werden. Bei uns ist nur der erfolgreich, der gut im Team arbeitet.

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