Partner von:

"Bei McKinsey kann ich mich mit Marketing-Experten weltweit austauschen"

Marketing Practise bei McKinsey (Autor: FotolEdhar, Quelle: Fotolia.com)

© FotolEdhar - Fotolia.com

Keine Beratung macht mehr Marketing-Projekte als McKinsey. Alumna Carina Schumacher aus der Marketing Practice verrät im Interview, wie sie ihren Klienten dabei hilft, mehr Umsatz zu generieren. Und wieso sie von der Industrie in die Beratung gewechselt hat.

Wie kam es, dass Sie in die Unternehmensberatung gewechselt haben?

Nach meinem BWL-Studium bin ich zunächst bei einem Konsumgüterhersteller ins Nachwuchsprogramm eingestiegen und habe im Brand Management gearbeitet. Später bin ich in den Vertrieb gewechselt. Nach sieben Jahren im Unternehmen hatte ich Lust, das Thema Marketing mit einem weiteren Blick anzugehen. Ich wusste bis dahin gar nicht, dass es bei McKinsey eine Marketing Practice gibt. Die hat eine ganz breite Herangehensweise an das Marketing, und das auch noch in verschiedenen Branchen. Brand Management ist ja nur ein Aspekt des Marketings - bei McKinsey machen wir auch Projekte zu Pricing, Customer Lifecycle Management, Branding, Digitalem Marketing etc. Ich hatte das Gefühl, die Industrieseite gesehen zu haben, und Beratung war etwas ganz Neues. Ich wollte mich anders weiterentwickeln - und das hat mit dem Einstieg bei McKinsey auch geklappt.

Als Beraterin hat man keine Führungsposition - war das ein Problem für Sie?

Ich hatte bereits in meiner vorigen Firma Führungserfahrung gesammelt, ich war dort Teamleiterin. Das war schon ein Punkt, über den ich nachgedacht habe. Es ist aber so, dass man in der Beratung auch Teams führt. Ich habe zum Beispiel in der Regel mein eigenes McKinsey-Projektteam und mein Kliententeam, das ich betreue. Und das ist teilweise viel herausfordernder. Wenn man neu zum Klienten kommt, muss man schnell verstehen, wie die Firma funktioniert. Man versucht, schnell Vertrauen aufzubauen. Und man will verstehen, was dem Klienten weiterhilft, damit man das auch umsetzen kann.

Worin unterscheiden sich Ihr voriger Job und Ihr jetziger als Beraterin?

Hauptsächlich in der Breite und Komplexität der Themen. In einer Linienverantwortung auf Unternehmensseite hatte ich operative Verantwortung für einen abgesteckten Geschäftsbereich. Bei McKinsey habe ich es mit großen, strategischen Fragen zu tun. Es macht mir Spaß, in Teams zu arbeiten, die sich aus unterschiedlichen Experten zusammensetzen und die zusammen versuchen, das Beste für den Klienten herauszuholen. Darum bin ich zu McKinsey gewechselt: Ich arbeite jetzt in ganz anderen Projekten, und meine Arbeit ist sehr abwechslungsreich. In der Industrie ist das Umfeld sehr stabil, in der Beratung geht es schneller voran.

Haben Sie den Wechsel schon einmal bereut?

Nein, auf keinen Fall. Aber so ein Wechsel ist natürlich ein großer Schritt. Er rüttelt einen auf und verlangt einem etwas ab, aber gibt einem auch total viel. Zu Beginn hatte ich schon das Gefühl, noch einiges lernen zu müssen - aber deswegen habe ich ja gewechselt. Manchmal dachte ich: Mein Gott, ich bin in einer ganz anderen, schnelleren Welt. Aber das Tolle ist: Ich habe das globale McKinsey-Netzwerk hinter mir und kann mich jederzeit mit Experten auf der ganzen Welt austauschen.

In welchen Projekten arbeiten Sie in der Marketing Practice?

Ich bin Generalistin in der Marketing- und Vertriebsabteilung. Es gibt auch Spezialisten für bestimmte Themen, zum Beispiel Kollegen, die sich gut mit Preismanagement auskennen oder eine große Expertise im Digitalen Marketing besitzen. McKinsey ist die weltweit führende Marketing-Beratung, was die Anzahl der Projekte angeht. Ich selbst bearbeite Marketing- und Vertriebsprojekte in unterschiedlichen Branchen wie Logistik, Konsumgüter oder Chemie. Ein so breit aufgestellter Marketer hätte ich in der Industrie nie werden können.

Welche Voraussetzungen muss man für den Einstieg in die Marketing Practice?

Viele steigen nach der Promotion ein. Oder wie in meinem Fall nach einigen Jahren in der Industrie. Wir brauchen weiterhin gute Leute, unsere Practice ist stark gewachsen. Es hilft auf jeden Fall, wenn man die Industrieseite schon ein wenig kennt. Direkt nach dem ersten Hochschulabschluss kommt man eigentlich nicht zur Marketing Practice. Aber als Einsteiger im Fellowship-Programm kann man sich die entsprechenden Projekte im Marketing suchen und dann mit der Zeit in die Marketing Practice wechseln.

Welche Themen sind bei Ihnen im Marketing gerade besonders aktuell?

Ganz groß ist momentan das Thema "Digitale Welt". Der Trend zum Digitalen bestimmt das Marketing: Alle sind mehr im Internet und auf Smartphones unterwegs. Die neue Mediennutzung bestimmt auch das Kaufverhalten der Leute. Heutzutage ist es zum Beispiel total üblich, sich vorher im Internet zu informieren, bevor man einen neuen Fernseher kauft. Wenn wir im Internet surfen, hinterlassen wir Spuren. Diese Daten sind einiges Wert, Unternehmen können mit den Erkenntnissen, die sie aus den Daten ziehen, ihre Kunden noch besser bedienen. Die Hersteller müssen sich also auf neue Möglichkeiten einstellen, wie sie ihre Kunden erreichen können und diese Möglichkeiten auch effektiv nutzen. Unsere Klienten müssen mit diesen schnellen Veränderungen fertigwerden.

Auch Social Media ist natürlich ein wichtiger Trend: Die Kommunikation mit dem Kunden hat sich geändert. Sie ist nicht mehr einseitig wie früher, als der Unternehmer einen Fernsehspot gesendet hat, auf den er keine Rückmeldung bekam. Heutzutage findet eher eine Unterhaltung mit dem Kunden statt, die Kommunikation geht in beide Richtungen. Aber die neuen Möglichkeiten müssen Unternehmen auch nutzen, sonst tut es der Wettbewerber.

Wie viel vom Uni-Wissen kann man in der Marketing Practice anwenden?

Das Handwerkszeug, das man in der Uni gelernt hat, kann man sehr gut nutzen: Marktforschungsmethoden oder Erkenntnisse über Kaufentscheidungsprozesse zum Beispiel. Bei uns werden diese Themen natürlich mit viel Praxiserfahrung angereichert.

Was war Ihr spannendstes Projekt?

Ich finde ein Projekt dann gut, wenn es inhaltlich um ein knackiges Problem geht und die Zusammenarbeit im Team und mit dem Klienten gut klappt, sodass man dem Klienten einen Mehrwert bieten kann. Das begeistert mich bei McKinsey. Spannend war zum Beispiel ein Projekt für einen Einzelhändler. Der Klient hatte eine Fülle an Daten über seine Kunden, wie zum Beispiel Scannerdaten von der Kasse und Infos von Kundenkarten. Wir haben ihm dabei geholfen, konkret Nutzen aus diesen Daten zu ziehen und seinen Service am Kunden damit zu verbessern. So konnten wir den Klienten dabei unterstützen, mehr Umsatz zu generieren.

In einem anderen Projekt habe ich für einen Logistik-Konzern analysiert, wie er den Digital-Trend nutzen und im Digitalen Marketing seine Stärken betonen kann. Ich habe ein Geschäftsmodell entwickelt und die Firma strategisch dabei unterstützt, neue Geschäftsfelder zu finden. In einem anderen Projekt ging es ums Branding: Wir haben für ein Unternehmen unterschiedliche Geschäftsbereiche unter ein Marken-Dach gestellt. Die Fragen waren unter anderem: Wie sind die Kernbotschaften der einzelnen Geschäftsbereiche und wie passen Sie unter das gemeinsame Markendach? Natürlich wollten wir für den Endkunden ein aussagekräftiges, konsistentes Bild herstellen.

nach oben
Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren