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Eine Partnerin von McKinsey wird deine Mentorin

Für mehr Vielfalt im MBA-Studium (Quelle: freeimages.com, Autor: spekulator)

Quelle: freeimages.com, spekulator

Kommunizieren Männer und Frauen unterschiedlich? Muss man sich als Frau in einem männerdominierten Umfeld anpassen? Das 'Female Leadership Program' von McKinsey hilft dir, diese Fragen zu beantworten und bereitet dich auf eine Führungsposition vor. Eine Partnerin von McKinsey wird deine Mentorin und du nimmst an Trainings der Unternehmensberatung teil.

An wen richtet sich das Programm?

An Studentinnen und Doktorandinnen aller Fächer ab dem dritten Semester, die sich für eine Führungsposition interessieren.

Was bietet das Female Leadership Program den Teilnehmerinnen?

Zum einen Mentoring. Wir haben festgestellt, dass Frauen sich seltener als Männer systematisch Mentorenbeziehungen aufbauen und ihr Netzwerk für die Karriere nutzen. Also stellen wir den Programm-Teilnehmerinnen eine McKinsey-Partnerin als Mentorin an die Seite, die ihnen neue Perspektiven aufgezeigt. Außerdem bieten wir den Studentinnen Leadership Trainings an, in denen sie zum Beispiel lernen, die Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Kommunikation besser zu verstehen. Die dritte Kompontente des Programms ist Networking. Die Studentinnen profitieren vom Netzwerk bei McKinsey: Sie können an Veranstaltungen wie dem Women's Day teilnehmen, auf dem sich jedes Jahr alle unsere Beraterinnen zum Austausch treffen. Wir bringen die Teilnehmerinnen aber auch mit ehemaligen Beraterinnen zusammen, die jetzt in Führungspositionen in Wirtschaft und Wissenschaft sind. Die Teilnehmerinnen im Female Leadership Program haben zudem die Möglichkeit, ohne weitere Auswahlgespräche ein Praktikum bei McKinsey zu absolvieren.

Wie ist das Female Leadership Program entstanden?

Ich bin in Deutschland als Partnerin für das Frauen-Recruiting zuständig und engagiere mich auch intern dafür, Frauen zu fördern. Daraus ist auch die Idee zum "Female Leadership Program" entstanden. Wir haben viel Erfahrung in der Frauenförderung gesammelt - die möchten wir jetzt an Frauen weitergeben, die vor dem Berufseinstieg stehen. Ich finde es toll, dass ich durch das Programm junge Frauen kennenlerne und mich mit ihnen austauschen kann.

Wie viele Studentinnen können am Programm teilnehmen?

Wir möchten eine enge Mentorenbeziehung gewährleisten und präferieren deswegen einen kleineren Teilnehmerkreis. Wenn wir deshalb eine gute Bewerberin nicht in das Programm aufnehmen können, bieten wir ihr aber an, auf anderem Wege mit uns in Kontakt zu bleiben.

Welche Erfahrungen haben Sie als Frau in der Beratung gemacht?

Eigentlich hat man als Frau in der Unternehmensberatung einen Vorteil, denn man fällt auf - je weiter man in seiner Karriere fortschreitet, desto mehr. Frauen tun sich außerdem tendenziell leichter, Kontakte und Beziehungen aufzubauen. Das hilft sehr im Beraterjob. Ich habe mich als Frau in der Beratung immer akzeptiert gefühlt und hatte nie Probleme - weder mit Kollegen noch mit Klienten.

Aber natürlich gibt es Unterschiede in der Art, wie Männer und Frauen kommunizieren und führen. Deswegen hätte es mir sicher geholfen, wenn es schon bei meinem Einstieg die Trainings gegeben hätte, die wir heute für Frauen bei McKinsey anbieten. Ich bin meinem Bauchgefühl gefolgt, aber finde es toll, wenn man sich zu diesen Themen mit anderen Frauen austauschen kann und Strategien an die Hand bekommt.

Wie klappt es mit der Vereinbarkeit von Familie und Karriere?

Ich habe zwei Jungen und ein Mädchen. Die Reisen und die langen Arbeitszeiten sind nicht so einfach mit dem Familienleben zu verbinden. Aber ich habe als Beraterin auch Vorteile: Ich konnte zum Beispiel den Übergang in Mutterschutz und Elternzeit ganz flexibel planen und ebenso meine Rückkehr in den Job. Für laufende Projekte suche ich eine Vertretung und wenn ich wieder einsteigen will, ist das aufgrund des Projektgeschäfts innerhalb von Monaten oder sogar Wochen möglich. Meine Freundinnen, die in der Industrie arbeiten, hatten nach der Babypause nicht so einfach die Möglichkeit, wieder auf gleicher Position einzusteigen und dieselbe Verantwortung zu übernehmen wie vorher.

Derzeit bin ich wieder in Mutterschutz, vorher habe ich Teilzeit gearbeitet, zwischen 60 und 80 Prozent. Fairerweise muss man aber natürlich dazusagen, dass die Teilzeit nicht auf 40 Arbeitsstunden berechnet wird, die Arbeitszeit ist als Partner bei uns schon höher. Aber mit der Unterstützung meiner Familie und einer Kinderfrau klappt die Kombination aus Familienleben und Karriere wirklich gut.

Muss man sich in einer männerdominierten Umgebung als Frau anpassen?

Ich habe festgestellt, dass in großen Gesprächsrunden Männer eher das Wort ergreifen. Sie scheuen sich auch nicht davor, ein Argument noch einmal zu wiederholen, das schon jemand anderer gebracht hat. Frauen überlegen da viel länger hin und her, ob das, was sie sagen wollen, nobelpreisverdächtig ist und eine Wortmeldung lohnt. Deshalb ist es wichtig, dass man als Frau in Meetings auch auf sich aufmerksam macht und eifrig mitdiskutiert.

Für wen ist Unternehmensberatung das geeignete Tätigkeitsfeld?

Für Menschen, die sich gerne schnell weiterentwickeln möchten und die eine große Bandbreite an Themen und Sektoren suchen, mit denen sie sich beschäftigen möchten. McKinsey bietet außerdem regelmäßige Trainings und Coaching während des Jobs, man bekommt also eine sehr gute Ausbildung bei uns. Außerdem ist die Unternehmensberatung ein guter Karrierebeschleuniger. Als Berater arbeitet man an interessanten Projekten, hat ein spannendes Umfeld und eine kreative Tätigkeit.

Wenn Frauen über den Berufseinstieg nachdenken, sind sie oft recht dogmatisch und überlegen sich: "Wo will ich die nächsten 20 Jahre verbringen?". Dabei kann man die Arbeit ja einfach mal eine gewisse Zeit lang ausprobieren. Männer überlegen sich eher, ob sie bei einem bekannten Unternehmen arbeiten, wie die Karrierechancen stehen und wie viel sie verdienen werden.

Was sagen Sie zu dem Argument, dass Frauenförderprogramme nicht nötig sind, da sich die guten sowieso durchsetzen?

Ich würde Förderung zum Beispiel durch Trainings gar nicht auf Frauen beschränken, sondern sie auch für Männer anbieten. Denn auch für sie ist interessant, die Unterschiede zwischen männlicher und weiblicher Kommunikation und Führung zu verstehen. Das hilft beiden Seiten. Ich denke auch nicht, dass der weibliche Stil besser ist oder der männliche. Es ist eben nur gut, wenn man beide versteht.

Welchen Karrieretipp haben Sie für die Stipendiatinnen?

Es ist einfach wichtig, sich gute Netzwerke zu interessanten Persönlichkeiten aufzubauen, schon an der Uni zum Beispiel zu Professorinnen oder zu Kontakten aus der Wirtschaft. Das ist etwas, was man jeden Tag auf einfache Art und Weise umsetzen kann - man sollte einfach sein Netzwerk pflegen. Das macht Frauen eigentlich ja auch sehr viel Spaß, aber oft machen sie es bewusst nicht aus Karrieregründen. Da sollten die Frauen umdenken und sich nicht zu schade sein für professionelles Networking.

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