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Jobprofil - Berater im Business Technology Office

USB Stick, Netzwerk [Quelle: freeimages.com, Autor: mmagallan]

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Wenn Berater in ein Unternehmen kommen, nehmen sie meistens die Strategie, die Kosten oder die Produkte unter die Lupe. Aber auch IT und Technologie sind stärker in den unternehmerischen Fokus gerückt. Aus diesem Grund hat McKinsey 1997 das Business Technology Office (BTO) gegründet. Dort ist die gesamte IT-Expertise der Beratung gebündelt und kann gezielt beim Klienten eingesetzt werden.

Man muss kein Techie sein, nicht programmieren können und auch nicht unbedingt seine ersten Euros mit dem Zusammenschrauben von Computern verdient haben, um im BTO zu arbeiten. Denn Consultants im BTO beraten an der Schnittstelle zwischen Technologie und Geschäftsstrategie. Expertise ist auf beiden Gebieten gefragt. Egal, ob ein Projekt die IT einer Krankenversicherung, eines Automobilherstellers oder einer Bank verbessern will - immer müssen die Berater zuerst überlegen, wie die Gesamtstrategie des Unternehmens aussieht und weiterentwickelt werden kann. Daraus leiten sie dann ab, welchen Beitrag die IT hierfür leisten soll und kann.

Unabhängige Empfehlungen

Unternehmen holen BTO-Berater besonders aus einem Grund ins Haus: Sie möchten ihr bestehendes IT-Umfeld analysieren und optimieren - und zwar so, dass die Strategie des Unternehmens unterstützt und die Geschäftsleistung gesteigert wird. Anstatt nur IT-Probleme zu lösen, setzt das BTO Technologie effizient ein und untersucht, wie sich die vorge- schlagenen Lösungen am besten umzusetzen lassen. Das BTO unterhält keine Partnerschaften mit IT-Providern und verfügt auch nicht über eine eigene Truppe an Programmierern. Dadurch haben die Berater keine eigenen kommerziellen Interessen und sind in ihren Empfehlungen unabhängig.

International und branchenübergreifend

Das BTO ist international und branchenübergreifend organisiert und beschäftigt insgesamt 600 Berater in 25 Ländern. Die Berater sind Technologie-Experten für Banken, Versicherungen, Telekommunikation, Einzelhandel, Gesundheitswesen, den öffentlichen Sektor und Industrieunternehmen. Genauso wichtig wie die Branchen-Expertise ist die Internationalität: Um immer aktuelle Trends mitzuverfolgen und die besten Experten zu finden, ist die weltweite Vernetzung im BTO sehr wichtig. Dazu gibt es international organisierte Trainings, einen virtuellen Wissensaustausch und Auslandsstudien. Zudem arbeiten die Büros in Osteuropa und in Dubai mit dem deutschen BTO in einem Cluster besonders eng zusammen.

Vom Praktikanten bis zum Experienced Hire

Bei Neueinstellungen hat das BTO einen höheren Anteil von Experienced Hires als andere Büros - das heißt, viele Berater haben nach dem Universitätsabschluss zunächst in einem Industrie- oder Softwareunternehmen oder bei System- integratoren gearbeitet. Dieses Wissen können sie dann als Berater einsetzen. Das bedeutet nicht, dass Absolventen, Doktoranden oder Praktikanten keine Chance im BTO haben. Ganz im Gegenteil: Wenn du dich für strategische Technologie-Beratung interessierst, kannst du dich jederzeit bewerben.

Ein Principal im Gespräch

Herr Löffler, Ihr Lebenslauf ließ auf eine wissenschaftliche Karriere schließen. Wie haben Sie dann den Sprung in die Beratung geschafft?

Ich hatte meinen Lebenslauf in der Tat auf eine wissenschaftliche Karriere ausgerichtet. Nach ein paar Jahren in der Grundlagenforschung waren meine Veröffentlichungen allerdings so spezialisiert, dass nur noch 10 bis 15 Menschen auf der Welt sie gelesen haben und verstehen konnten. Da habe ich erkannt, dass ich mein berufliches Leben anders ausrichten wollte, und suchte eine Tätigkeit, die Menschen direkt betrifft und reale Veränderungen in Gang setzt.

Wie sind Sie ausgerechnet auf McKinsey gekommen?

Kurz nach meinem Vordiplom war ich zum ersten Mal zu Recruiting-Veranstaltungen von McKinsey eingeladen worden. Danach hatte ich den Eindruck, dass Unternehmensberatungen generell etwas seltsam sind und ich auf keinen Fall zu McKinsey will. Ehrlich gesagt, standen sie damals auf meiner Prioritäten- und Bewerbungsliste ganz unten. Das hat sich durch weitere Kontakte bis zum Ende meiner Doktorandenzeit jedoch geändert. Ich habe mich also von meinem ersten Eindruck nicht abschrecken lassen, bin schließlich zum Vorstellungsgespräch bei McKinsey gegangen und war von der ersten Sekunde an begeistert von den Menschen dort. Ich habe sofort gedacht, dass das passt und die Angebote der Konkurrenz abgelehnt.

Sie sind Berater im Business Technology Office,– warum ausgerechnet da, und sollte man dafür nicht Informatik studiert haben?

Das BTO ist die Schnittstelle zwischen Business und Technologie. Das Besondere ist die Organisation, denn das BTO ist als eine Art eigenes Office global organisiert, so dass wir eng mit Klienten und Kollegen aus der ganzen Welt zusammenarbeiten. Das hat mich immer besonders gereizt. Außerdem steckte das BTO noch in den Kinderschuhen, als ich bei McKinsey angefangen habe, und ich konnte beim Aufbau helfen. Grundkenntnisse der Informatik hatte ich schon, weil ich als Physiker häufig die Software für meine Forschungsarbeiten schreiben musste und auch einige Zeit als Systemadministrator gearbeitet hatte. Als Berater muss man ohnehin vor allem praktisches Wissen als IT-Anwender haben. Entscheidend ist, dass man gelernt hat, komplexe Probleme mit IT zu lösen – und genau das lernt man in vielen akademischen Disziplinen, nicht nur in der Informatik.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Ich betreue verschiedene Klienten, vor allem aus dem Industrie- und Hightech-Sektor. Einige von ihnen sind, was für McKinsey typisch ist, schon seit fast zehn Jahren in meiner Obhut. Meine Aufgaben bestehen im Wesentlichen darin, den strategischen Nutzen und Innovation durch Technologie voranzutreiben. Zusammen mit meinem Partner-Kollegen James Kaplan leite ich die globale Technologie-Infrastruktur-Practice im BTO. Zudem arbeite ich mit einem Kernteam von sechs Partnern an der "McKinsey Technology Initiative". Sie untersucht die Auswirkungen der Technik auf das Geschäftsleben und die Wirtschaft. Der Fokus liegt dabei auf Informations- und Kommunikationstechnologien sowie internetbasierten Technologien. Neben vielen weiteren Tätigkeiten bin ich auch für das Recruiting im BTO verantwortlich.

Was ist jetzt in Ihrem Leben anders und vielleicht besser, als es als Physiker gewesen wäre?

In der Beratung haben wir einen Wochen-, höchstens Monatsrhythmus, in dem wir zu einer Lösung gelangen. In der Forschung dauern manche Projekte dagegen Jahre. Außerdem sagt meine Frau, dass sich unsere Work-Life-Balance seit meinem Einstieg bei McKinsey enorm verbessert hat. Ich arbeite jetzt zwar genauso viel wie als Physiker, aber am Wochenende habe ich immer frei, muss nicht auf lange Forschungsreisen oder zu sonntäglichen Besprechungen ins Institut.

Inwiefern hilft Ihnen die frühere wissenschaftliche Arbeit bei Ihrer Beratertätigkeit heute?

Inhaltlich sind die beiden Tätigkeiten natürlich grundverschieden. Was ich aber als Physiker gelernt habe, ist die Einstellung, dass kein Problem so groß ist, dass man es nicht klein kriegen würde.

Mittlerweile sind Sie zehn Jahre bei McKinsey. Was gefällt Ihnen an dem Beraterjob?

Zunächst einmal war der Plan, zwei Jahre zu bleiben. Den Jobwechsel habe ich dann immer weiter vor mir her geschoben, denn bisher war keine Alternative so attraktiv wie die Vorstellung, weiter bei McKinsey zu bleiben. Meine Lernkurve ist seit meinem Eintritt hier nicht abgeflacht. Die intensive Arbeit mit meinen Klienten sehe ich als große Bereicherung. Zudem begeistern mich meine Kollegen. Ich freue ich mich immer wieder auf sie im Arbeitsalltag, bei Meetings oder bei Abendveranstaltungen. Daher würde ich alles wieder genau so machen: Ich würde wieder zu McKinsey gehen, aber ich würde auch wieder Physik studieren, promovieren und forschen. An der Uni habe ich viele Skills erworben, die mir heute helfen, meinen Job gut zu machen.

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