Partner von:

Transaktionsberatung: Strategie und Sozialkompetenz

Puzzle Fusion Zusammenfügen [© olly - Fotolia.com]

© olly - Fotolia.com

Wer Unternehmenstransaktionen begleitet, braucht neben Fachkenntnis und analytischen Fähigkeiten auch eine große Portion Feingefühl. Warum das so ist und wie sein Arbeitsalltag aussieht, erklärt M&A-Berater Maximilian Boelck im Interview.

Herr Boelck, wie sieht Ihr beruflicher Werdegang aus?

Nach meinem Abitur 2009 habe ich an der Leuphana Universität in Lüneburg BWL mit dem Nebenfach Wirtschaftsrecht studiert. Während des Studiums habe ich versucht, mich möglichst breit auszubilden. An der Leuphana Universität kann man auch zusätzlich fachfremde Wahlveranstaltungen besuchen, das habe ich gerne genutzt. Außerdem habe ich während des Studiums zwei sechsmonatige Praktika absolviert. So hatte ich nach meinem Abschluss schon ein Jahr Berufserfahrung. Anschließend habe ich meinen Master of International Business an der Hult International Business School in London und New York absolviert.

Wie sind Sie auf Ihren aktuellen Arbeitgeber aufmerksam geworden?

Ein Alumnus der Hult International Business School, der auch im Bereich M&A arbeitet, hat mich auf KPMG als interessanten Arbeitgeber aufmerksam gemacht. Zwei Monate nach meinem Abschluss bin ich dann bei KPMG in Frankfurt am Main eingestiegen.

Wie waren die ersten Monate im neuen Job?

Von Anfang an wurde ich in Projekten eingesetzt und habe früh Verantwortung übernommen. Um das fachliche Handwerkszeug zu erlernen, habe ich ebenfalls viele Fortbildungen gemacht. Zum Beispiel habe ich eine einwöchige Schulung zum Thema "Financial Modelling" besucht: Dabei habe ich gelernt, wie man Unternehmensbewertungen mit Hilfe von Excel modelliert. Meine Kollegen haben mir in den ersten Monaten auch dabei geholfen, mich in Frankfurt am Main einzuleben – und aus Kollegen wurden Freunde.

Was gehört zu Ihren beruflichen Aufgaben?

Unter anderem berate ich Unternehmen bei Fusionen, Übernahmen und Verkäufen. Die Projekte sind unterschiedlich und dauern meist ein bis vier Monate. Wenn beispielsweise zwei Unternehmen fusionieren möchten, helfe ich bei der Formulierung von Strategien und überlege mir, wie dieser Zusammenschluss am besten vonstattengehen könnte. Dann berate ich die betreffenden Firmen während des Übergangsprozesses und bei der sogenannten Post-Merger-Integration vor Ort. Das erledige ich aber natürlich nicht alleine, sondern immer im Team. Außerdem besuche ich nach wie vor regelmäßig Fortbildungen. Bei KPMG gibt es eine breite Auswahl davon, beispielsweise zu Soft Skills – wie Rhetorik oder strukturiertes Arbeiten – aber natürlich auch zu Fachthemen wie den steuerlichen Aspekten von Transaktionen.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus? Können Sie eine typische Arbeitswoche beschreiben?

Die typische Arbeitswoche gibt es so nicht, weil die Arbeitsweise ganz wesentlich vom jeweiligen Projekt abhängt. In der Regel bin ich bei strategischen Projekten montags bis donnerstags beim Kunden vor Ort – meist in Deutschland– und arbeite freitags im Frankfurter Büro. Wenn ein Projekt abgeschlossen ist, kann es passieren, dass ich nicht weiß, wo ich in der folgenden Woche arbeiten werde. Bei klassischen M&A Projekten verbringe ich mehr Zeit im Büro. Dann erstelle ich beispielsweise Unternehmensbewertungen, Marktanalysen oder beurteile die Angebote von potentiellen Investoren.

Dürfen Sie sich die Projekte, an denen Sie mitarbeiten, selbst aussuchen?

Die Projekte werden in der Regel von dem Senior Management geplant; denn die Partner und Direktoren können am besten einschätzen, welcher Berater für welches Projekt geeignet ist. Aber wenn man an einem bestimmten Auftrag mitarbeiten möchte, kann man das klar kommunizieren. Wenn man seinen Wunsch gut begründen kann, erhält man in der Regel auch die Möglichkeit für einen entsprechenden Einsatz.

Um was geht es bei Ihren Projekten konkret?

Das kann ich vielleicht anhand eines Beispiels ganz gut erklären: In einem kleinen Team von vier Leuten haben wir die Fusion zweier Unternehmen begleitet und als Projektleiter die beiden involvierten Vorstände beraten.

Worin bestand Ihre Aufgabe?

Wir haben erst einmal herausgefiltert, welche Themen die Fusion maßgeblich beeinflussen und am wichtigsten sind. Zu diesen beispielsweise rechtlichen, finanziellen oder strukturellen Fragen haben wir dann sogenannte Work Streams gebildet. Das sind kleine Arbeitsgruppen, die aus Mitgliedern der beiden Fusionspartner und ein bis zwei KPMG-Beratern bestehen. In einem "meiner" Work Streams beschäftigten wir uns zum Beispiel mit den quantitativen Zielen der Fusion.

Die involvierten Vorstände waren zudem offen für Feedback, haben mich explizit um meine Meinung gefragt. Dieses Vertrauen in meine Person ist natürlich ein tolles Gefühl.

Wie groß ist der menschliche Faktor bei Unternehmenstransaktionen?

Sehr hoch, denn Unternehmen bestehen ja aus Menschen. Wir begleiten die Kunden in einer Umbruchsphase, die immer auch Unsicherheit mit sich bringt. Daher gibt es oft Verhandlungspartner, die gegen die jeweiligen Transaktionen sind. Wenn man sich vorstellt, dass beispielsweise das fusionierte Unternehmen AB die gleiche Anzahl an Vorständen haben wird wie jeweils die Unternehmen A und B, ist das auch nachvollziehbar, weil dann zwangsläufig die Hälfte der Vorstände von A und B auf einen anderen Posten versetzt werden müssen.

Trotzdem müssen wir immer konstruktiv zusammenarbeiten, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen und niemanden vor den Kopf zu stoßen. Deswegen sind neben einer analytischen Herangehensweise unbedingt Social Skills notwendig. Egal wie gut die fachlichen Ergebnisse sind: Letztlich hängt der Erfolg von Transaktionen davon ab, ob und wie zentrale Stakeholder eingebunden werden und die Mitarbeiter die Ergebnisse umsetzen.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?

Zum einen schätze ich die Verantwortung, die ich trage: Die Kunden vertrauen darauf, dass wir sie bei wichtigen transformierenden Veränderungen gut beraten. Und weil wir erst dann bei den Kunden abreisen, wenn unsere Aufgabe erfüllt ist und wir einen Wert geschaffen haben, kann ich die Früchte meiner Arbeit auch wirklich sehen. Es ist schön, etwas zu bewegen.

Mir gefällt auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit bei KPMG. Wenn ich eine Veränderung anstoßen will, kann ich das offen ansprechen und umsetzen. Bei KPMG gibt es außerdem eine offene Feedback-Kultur. Das sorgt dafür, dass die Atmosphäre entspannt und angenehm ist. Am meisten schätze ich mein Team. Es gibt immer wieder Phasen, in denen wir unter enormem Zeitdruck an Projekten arbeiten. Da ist es unglaublich wichtig, dass die Zusammenarbeit reibungslos funktioniert und wir uns innerhalb des Teams aufeinander verlassen können.

Gibt es etwas, das Ihnen weniger gefällt?

Wie schon gesagt: Es gibt es immer wieder Phasen, die sehr intensiv sind. Aber erstens wusste ich das im Vorhinein – das ist in dieser Branche aufgrund der Natur von Transaktionen üblich – und zweitens kann ich alle Überstunden, die anfallen, aufschreiben und nach den betrieblichen Regelungen abbauen. Es ist durchaus üblich, dass man nach einer heißen Projektphase auch mal eine längere Auszeit macht. Einige Kollegen empfinden zudem das Reisen, das mit dem Beraterberuf verbunden ist, als Herausforderung. Ich dagegen liebe es. Es ist toll, immer wieder in anderen Städten zu arbeiten.

Welche Zukunftspläne haben Sie?

Grundsätzlich halte ich nichts von Fünf-Jahres-Plänen, denn es kommt meistens doch anders als gedacht. In jedem Fall möchte ich mich kontinuierlich persönlich und beruflich weiterentwickeln. KPMG bietet mir hierfür viele spannende Perspektiven.

nach oben
Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren