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Klischees auf dem (Wirtschafts-)Prüfstand

BWL Business Plan Teambesprechung [© pressmaster - Fotolia.com]

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Über wenige Berufe kursieren so viele Vorurteile wie über den des Wirtschaftsprüfers. Katharina Freier, Managerin im Audit bei KPMG, nimmt uns mit auf ihren Karriereweg und verrät, wie ihr Arbeitsalltag tatsächlich aussieht.

Frau Freier, Sie sind als Werkstudentin zu KPMG gekommen. Wussten Sie damals schon, dass Wirtschaftsprüfung Ihr Ding ist?

Ich hatte im Bachelor-Studium Vorlesungen zu Accounting und Taxation und habe schon damals gemerkt, dass mich das interessiert. Durch meinen Werkstudentenjob bei KPMG hat sich dieses Interesse weiter verfestigt, sodass ich mir schließlich dachte: Ja, das macht mir Spaß, hier möchte ich bleiben. Und so bin ich nach meinem Bachelor direkt in die Festanstellung gegangen.

Wie sah Ihre anschließende Karriere aus?

Nach knapp zwei Jahren als Prüfungsassistentin bin ich im Mai 2013 zurück an die Uni und habe berufsbegleitend ein Master-Studium an der Mannheim Business School absolviert. In den Wintermonaten habe ich weiter bei KPMG gearbeitet, im Sommer war ich freigestellt und habe in Mannheim studiert. Diese Zeit war sehr anstrengend, aber ich will sie nicht missen! 2016 habe ich dann sowohl mein Wirtschaftsprüferexamen als auch mein Steuerberaterexamen absolviert. Ich habe beides in einem Jahr gemacht, was eher ungewöhnlich ist, aber in meinem Fall gut geklappt hat. Die bestandenen Examina waren natürlich auch ein wichtiger Meilenstein für meine Beförderung zur Managerin, die im April 2017 folgte.

Wie haben sich Ihre Aufgaben bei KPMG im Laufe der letzten sechs Jahre verändert?

Über die Jahre sind die Aufgaben immer verantwortungsvoller geworden und der Gestaltungsspielraum größer. Als Prüfungsassistent hat man sehr klar umrissene Aufgaben, betreut weniger komplexe Prüfungsgebiete und wird eng vom Prüfungsleiter und gegebenenfalls auch vom Manager angeleitet. Wenn man dann mehr Erfahrung gesammelt hat, kann man selbst Prüfungsleiter werden. In dieser Funktion übernimmt man nicht nur die komplexeren Prüfungsgebiete, sondern koordiniert die Prüfung vor Ort beim Mandanten, verteilt die Aufgaben auf das Team und ist dafür verantwortlich, dass die Prüfung vorankommt. Als Manager steigt die Verantwortung dann noch weiter, da man ab dieser Karrierestufe mehrere Projekte gleichzeitig betreut, bei verschiedenen Mandanten Teams vor Ort im Einsatz hat und mehrere Bälle in der Luft halten muss, damit die Prüfungen und Projekte vorangehen. Aber auch als Manager ist man in sehr regelmäßigen Abständen beim Mandanten vor Ort, um sich mit dem Team, aber auch mit dem Mandanten über den Status der Prüfung auszutauschen und wichtige Themen zu erörtern.

Über Ihren Beruf kursieren viele Gerüchte – zum Beispiel, dass Wirtschaftsprüfer tagein, tagaus nur Zahlen abhaken. Was ist denn da dran?

Dieses Klischee hält sich tatsächlich sehr hartnäckig. Ich würde nicht so weit gehen und sagen, dass hieran gar nichts dran ist. Aber wenn man über dieses Klischee spricht, dann muss man eben auch die beschriebenen Stufen berücksichtigen, die ein Wirtschaftsprüfer in seinem Berufsleben durchläuft. Wenn man als Prüfungsassistent in den Beruf einsteigt, dann ist es Teil der Einarbeitung und Teil des Aufgabengebiets, dass man den ein oder anderen Haken macht. Aber je weiter man dann voranschreitet, desto weniger Häkchen setzt man noch selbstständig – man betreut dann stärker übergeordnete Themen und weniger einzelne Prüfgebiete.

Ein weiteres Klischee ist, dass Wirtschaftsprüfer den Winter durcharbeiten und sich im Sommer langweilen. Wie sieht die Realität tatsächlich aus?

Durch das Projektgeschäft sind die Wintermonate eine recht intensive Zeit in der Wirtschaftsprüfung, das will ich gar nicht leugnen. Wenn wir im Januar und Februar Deadlines haben, dann müssen wir diese natürlich einhalten und setzen alles daran, die Arbeit bis dahin mit einem guten Ergebnis abzuschließen. Das führt dann auch dazu, dass man den ein oder anderen langen Tag im Büro oder beim Mandanten verbringt – die Wochenenden, die ich persönlich im Büro verbracht habe, kann ich aber an einer Hand abzählen. Natürlich habe auch ich mir im Winter manchmal gewünscht, dass ich nicht bei Dunkelheit aus dem Haus gehen und bei Dunkelheit wieder nach Hause kommen müsste – aber gleichzeitig ist es bei Schnee und Eis ja auch nicht so schön, seine Freizeit draußen zu verbringen. Dann lieber im Sommer an den See fahren. Viele Kollegen nehmen dann zum Beispiel auch vier bis acht Wochen frei und machen eine lange Reise. Außerdem widmen wir uns im Sommer der Weiterbildung – hierauf legt KPMG auch sehr großen Wert.

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  • KPMG

    Praktikum (m/w) IT

    21.10.2017 | Augsburg, Berlin, Bielefeld, Bremen, Köln, Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Freiburg, Hamburg, Hannover, Jena, Karlsruhe, Kiel, Leipzig, Mainz, Mannheim, München, Nürnberg, Regensburg, Saarbrücken, Stuttgart

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    Junior Analyst (m/w) Finanzinstrumente

    21.10.2017 | Frankfurt am Main

Kommentar (1)

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  1. Anonym

    Wirtschaftsprüfung kann durchaus interessant sein. Aber neben KMPG gibt es dafür auch noch 3 andere Big-4-Unternehmen die als Arbeitgeber in Frage kommen und nicht ständig mit Bilanzskandalen und Compliance-Skandalen in den weltweiten News vertreten sind. KMPG ist in DACH sehr stark, aber selbst hier werden die Manadate meist mit Low Balling und geringerer Prüfungsqualtiät im Vergleich zum Wettbewerb erkauft. Ich will zwischen den anderen 3 Big-4 gar keine Wertung vornehmen, aber KPMG käme für mich persönlich nicht in Frage.

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