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Ilko Trenns Karriere bei KPMG begann mit einem Zufall: als er an der Uni ein Plakat für ein Fallstudien-Event entdeckte und sich spontan bewarb. Eins führte zum anderen – nach Stationen als Werkstudent, Praktikant und Student Ambassador ist er inzwischen Associate im Audit und mit gerade mal 26 schon ein "alter Hase" in der Wirtschaftsprüfung. Wir haben mit ihm über seinen bisherigen Berufsweg und den Job-Alltag gesprochen.

Herr Trenn, wie sind Sie zu KPMG gekommen?

Ich habe im vierten Semester an einem Case-Study-Event in der Hannoveraner Niederlassung von KPMG teilgenommen. Dabei ging es um den Jahresabschluss eines Unternehmens und wir durften vor Ort schon einige Prüfungshandlungen exemplarisch durchführen. Weil wir nur fünf oder sechs Teilnehmer waren, wurden wir wirklich extrem viel eingebunden und konnten auch alle möglichen Fragen stellen. Das hat mir so gut gefallen, dass ich mich ein halbes Jahr später als Werkstudent bei dem Partner beworben habe, der die Fallstudie begleitet hat. Noch heute arbeite ich eng mit ihm zusammen.

Dann sind Sie ja schon richtig lange bei KPMG!

Ja, in gewisser Weise schon. Ich war während des Studiums eineinhalb Jahre Werkstudent in Audit und dreieinhalb Monate Praktikant in Deal Advisory. Parallel dazu habe ich KPMG auch noch als Student Ambassador an meiner Uni vertreten, das heißt, ich habe meinen Kommilitonen Rede und Antwort zum Unternehmen gestanden. Sie konnten mich zum Beispiel auf dem Campus ansprechen oder mir eine E-Mail schreiben. Meistens ging es in den Fragen um das Bewerbungsverfahren, vor dem viele – ganz unnötigerweise – große Angst hatten. Ich habe mich dann immer bemüht, ihnen zu vermitteln, dass fachliche Fragen natürlich eine Rolle spielen, aber das Vorstellungsgespräch auch ein gegenseitiges Kennenlernen ist und damit Vorteile für beide Seiten hat.

Ihre eigene Karriere bei KPMG haben Sie als Werkstudent begonnen. Was waren damals Ihre Aufgaben?

Grundsätzlich arbeitet man als Werkstudent während des Semesters ein bis zwei Tage in der Woche und in der vorlesungsfreien Zeit in Vollzeit. Werkstudenten sind vollwertige Teammitglieder und entsprechend auch beim Mandanten dabei. Dort führen sie normale Prüfungshandlungen aus, wie sie auch ein fester Mitarbeiter machen würde, nur in kleinerem Umfang. Schon als Werkstudent wurden mir Arbeitspakete anvertraut, z.B. für die Durchführung von Prüfungshandlungen im Rahmen einer Bescheinigungsprüfung. Auch Mandantengespräche konnte ich gelegentlich alleine führen. Das war natürlich eine super Gelegenheit für mich, mich auszuprobieren.

Dann sind Sie aber von Audit erst einmal zu Deal Advisory gegangen. Was war Ihre Motivation für diesen Wechsel?

Im Rahmen des Jahresabschlusses hat man regelmäßig mit Kollegen aus Deal Advisory zu tun, die zum Beispiel Beteiligungsergebnisse prüfen. Der Bereich ist also nicht völlig artfremd. Außerdem hatte ich damals eine Vorlesung an der Universität, in der es um Unternehmensbewertung ging. Die fand ich extrem interessant und da ich ohnehin schon bei KPMG war und dort auch gerne bleiben wollte, habe ich mich in Deal Advisory beworben.

Trotzdem sind Sie später als fester Mitarbeiter im Audit eingestiegen. War Deal Advisory doch nicht das Richtige?

Nein, so kann man das nicht sagen. Ich fand Deal Advisory tatsächlich sehr spannend, denn dort geht es darum, die ganzen Parameter hinter einer Berechnung auf Herz und Nieren zu prüfen. Man schaut sich zum Beispiel das Marktumfeld an und überlegt, ob unter den dort gegebenen Bedingungen überhaupt wachsende Umsätze möglich sind.

An Audit gefällt mir aber, dass man dort ein sehr gutes Verständnis für das Zahlenwerk von Unternehmen entwickelt. Es deckt alle Bereiche der Bilanzen ab und durch die Prüfungshandlungen bekommt man einen sehr guten Einblick, was wie funktioniert. Das erschien mir eine gute Grundlage für den Start ins Berufsleben. Außerdem hatte ich den Vertrag für Audit tatsächlich schon vor dem Praktikum bei Deal Advisory unterschrieben.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag derzeit aus?

Wir haben bei KPMG ein lokales Prüfungsprinzip, das bedeutet, dass Unternehmen im Raum Hannover zum größten Teil auch vom Hannoveraner Audit-Team geprüft werden. Dadurch hält sich die Reisetätigkeit in Grenzen. Ganz ausgeschlossen ist sie aber nicht: Ich war zum Beispiel auch schon bei Prüfungen in Düsseldorf, in der Nähe von Hamburg oder in Berlin. In solchen Fällen reist man montagmorgens an und bleibt bis Donnerstag oder Freitag vor Ort. Egal ob in Hannover oder anderswo: In der Hauptprüfungszeit sind wir so gut wie nie in der Niederlassung, sondern immer beim Mandanten. Dort bekommen wir normalerweise ein eigenes Prüferzimmer, in dem wir ungestört unserer Arbeit nachgehen können. Vor Ort zu sein hat den großen Vorteil, dass wir unmittelbaren Zugriff auf das Rechnungswesen des Mandanten haben und Fragen direkt klären können, statt alles per E-Mail zu regeln. Das ist persönlicher und meist auch effektiver.

Und wie läuft eine Prüfung ab?

Betrachten wir mal einen klassischen Jahresabschluss. Dieser besteht im Wesentlichen aus zwei Phasen: der Vorprüfung und der Hauptprüfung.

In der Vorprüfung sprechen wir mit dem Mandanten über seine internen Systeme und Prozesse: Welche gibt es überhaupt? Sind seit der letzten Prüfung neue Prozesse hinzugekommen? Haben sich Änderungen im Umfeld des Unternehmens oder beim Personal ergeben? So stellen wir sicher, dass wir alle nötigen Informationen für die Hauptprüfung parat haben. Manchmal dauert die Vorprüfung nur ein paar Tage, manchmal auch zwei Wochen – das hängt natürlich stark von der Größe des Mandanten ab.

Sobald der Mandant am Jahresende alle Buchungen durchgeführt hat und sich seine Zahlen nicht mehr bewegen, starten wir mit der Hauptprüfung. Der zuständige Prüfungsleiter und Manager teilen die Prüfgebiete unter den beteiligten Kollegen auf und dann führt man die einzelnen Prüfungshandlungen aus.

Wie groß ist ein Prüfungsteam?

Das ist ganz unterschiedlich. Bei meinen bisherigen Projekten bestand das reine Auditteam aus Partner, Manager und vier bis fünf Prüfungsassistenten. Dazu kommt dann noch Unterstützung durch Steuerexperten, Bewertungsspezialisten oder IT-Kollegen, die sich um Einzelaspekte der Prüfung kümmern.

Sie kennen KPMG nun schon seit über vier Jahren. Was gefällt Ihnen am besten an Ihrer Arbeit und Ihrem Arbeitgeber?

Die Arbeit im Team – vor allem, weil die Teams teilweise noch sehr jung sind und einige meiner Kollegen schon mit mir zusammen studiert haben – und die Abwechslung. Wir haben kein starres Programm von A bis Z, das wir einfach abspulen, sondern müssen uns auf jeden Mandanten neu einstellen. Zusätzliche Abwechslung bietet uns KPMG, indem wir außerhalb der Hauptprüfungszeit in andere Bereiche reinschnuppern können, zum Beispiel in Governance & Insurance oder ins Finance Advisory. Ich selbst arbeite nur in der Busy Season – also von Oktober bis April – bei KPMG. Den Rest des Jahres verbringe ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Hannover und arbeite an meiner Dissertation zum Thema Tax Compliance Management. Ein solches Modell wäre sicherlich nicht bei jedem Arbeitgeber möglich.

Sehr lobenswert finde ich auch die Feedback-Kultur bei uns im Unternehmen. KPMG ist natürlich daran interessiert, dass wir Mitarbeiter uns stetig verbessern. Dazu gehört zum einen das "offizielle Feedback", das man in regelmäßigen Abständen von seinem Vorgesetzten bekommt. Aber auch außerhalb dessen kann man sich immer Hilfe holen, wenn man welche braucht: In der Prüfung ist es zum Beispiel gang und gäbe, dass sich die erfahrenen Kollegen mit den jüngeren zusammensetzen und mit ihnen die Aufgaben durchsprechen und sie bei Problemen anleiten. So mache ich es mit unseren Praktikanten und so macht es mein Manager auch mit mir – denn jeder hat mal angefangen.

Welche Eigenschaften sind in Ihrem Job besonders gefragt?  

Es lässt sich sicherlich nicht abstreiten, dass man eine gewisse Zahlenaffinität haben muss. Außerdem muss man den Sachen auf den Grund gehen und die Fakten hinterfragen, die man vorgelegt bekommt. Dazu gehört auch ein wenig Biss, um diese Entscheidung gegenüber dem Mandanten zu vertreten. Ganz allgemein sind wir für unsere Arbeit natürlich auf die Gespräche mit dem Mandanten angewiesen. Bei aller Routine, die man mit der Zeit bekommt, schadet es daher nicht, wenn man grundsätzlich ein offener und kommunikativer Typ ist.

Wie sind Ihre Zukunftspläne?

Mein kurzfristiges Ziel ist es, dass ich im operativen Geschäft sattelfester werde und mehr Erfahrung in den Prüfungshandlungen sammle. Langfristige Ziele sind dann klar der Abschluss meiner Dissertation und die beiden audit-relevanten Examen: das Steuerberater-Examen und das Wirtschaftsprüferexamen. Glücklicherweise unterstützt mich KPMG auch dabei – einerseits durch Freistellung fürs Lernen, andererseits, indem die Vorbereitungskurse finanziell unterstützt werden.

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