Partner von:

Die Hengeler Mueller Akademie St. Gallen feiert fünften Geburtstag

Doktorhüte [Quelle: Hengeler Mueller]

Quelle: Hengeler Mueller

Mehr als 200 Teilnehmer, 245 Kurstage und zehn Diplomas of Advanced Studies. Dazu Hunderte Portionen Käsefondue – so liest sich die Bilanz von fünf Jahren HM Akademie St. Gallen. In Zusammenarbeit mit der Universität St. Gallen ist es Hengeler Mueller gelungen, die Akademie fest in der Sozietät zu verankern.

Anwälte einer Großkanzlei müssen nicht nur juristisch fit sein, sondern auch unternehmerisches Denken und Verhandlungsgeschick mitbringen. An der HM Akademie in St. Gallen erweitern deshalb alle Associates von Hengeler Mueller mit Berufseinstieg ihre Kenntnisse in Wirtschaft, Recht und Soft Skills. Als Associates sind sie nämlich automatisch an der HM Akademie St. Gallen und damit an einer international anerkannten Top-Universität eingeschrieben.

Neben den wesentlichen Bereichen des Wirtschaftsrechts lernen sie dort die Grundlagen der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre und besuchen Soft-Skills-Seminare. Zweimal im Jahr treffen sich die Associates für jeweils fünf Tage mit Kolleginnen und Kollegen, die zur selben Zeit angefangen haben. Nach zweieinhalb Jahren erhalten sie ein Certificate und nach fünf Jahren ein Diploma der Universität St. Gallen. Die gesammelten Credit Points können auf einen Executive MBA an der Universität St. Gallen oder anderen Hochschulen angerechnet werden.

Nach fünf Jahren HM Akademie St. Gallen halten Sie nun Ihr Diplom in den Händen. Gratulation! Wurde denn auch ein bisschen gefeiert?

Natürlich. Das bestandene Diplom haben wir mit dem Organisations-Team des St. Gallen-Programms bei einem Abendessen im Panorama-Restaurant des Säntisbergs gefeiert. Das war ein sehr schöner Abschluss vor beeindruckender Schweizer Bergkulisse.

Inwieweit hat die Teilnahme an der HM Akademie St. Gallen Ihr Verständnis für Mandanten geschärft?

Ein wesentlicher Bestandteil der St. Gallen-Akademie sind Grundlagen der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Es geht um eine Einführung in die Sprache, in der Mandanten denken. Wir haben zum Beispiel gelernt, wie Geschäftsstrategien entwickelt werden, wie sich ein Unternehmen finanziert, wie man einen Jahresabschluss liest und wie das Risikomanagement in einem Unternehmen funktioniert. Mir hat das sehr geholfen, mein Verständnis für das Geschäft des Mandanten und seine wirtschaftlichen Ziele zu schärfen, und wirtschaftliche Themen mit den Mandanten auf Augenhöhe zu diskutieren. Im Bereich Mergers & Acquisitions, in dem ich schwerpunktmäßig arbeite, ist das wirtschaftliche Verständnis besonders wichtig, weil man sich immer wieder in neue Unternehmen und deren Geschäftsmodelle hineindenken muss, um den Mandanten bei einer Transaktion erfolgreich beraten zu können. 

Wie haben Ihnen die Module zu Soft Skills gefallen?

Die Soft Skills sind in meinen Augen ein sehr wichtiger Baustein der Akademie. Gerade junge Anwälte unterschätzen häufig, welchen großen Anteil die Kommunikation und die Darstellung juristischer Inhalte auf den Erfolg eines Mandats haben. Mit den Modulen zu Soft Skills greift die Akademie dieses Thema gezielt auf. Besonders gut gefallen haben mir zum Beispiel die Bausteine zur Kommunikation in der Transaktion, zu Persönlichkeitsstrukturen, zum Visualisieren von Arbeitsergebnissen und zur interkulturellen Kommunikation. 

Welche Rolle spielen das Kennenlernen und die Vernetzung der Associates der verschiedenen Standorte? 

Das Kennenlernen der Associates aus anderen Standorten war für mich einer der wichtigsten Aspekte der Akademie. In fünf Jahren lernt man sich gegenseitig sehr gut kennen. Wenn ich heute eine fachliche Frage habe, rufe ich häufig Kollegen aus meinem St. Gallen-Jahrgang an – unabhängig vom Standort. Der regelmäßige Austausch mit "Peers" aus meinem Jahrgang war für mich auch sehr bereichernd. Natürlich gibt es auch außerhalb der Akademie Gelegenheiten zum Kennenlernen, zum Beispiel das jährliche Sozietätstreffen und das Hüttenwochenende im Stubaital, aber die regelmäßigen Akademieveranstaltungen in kleinen Gruppen sind ein besonders familiärer und intensiver Rahmen. 

Was sind für Sie die wichtigsten oder überraschendsten Erkenntnisse aus fünf Jahren HM Akademie? 

In zehn Modulen gibt es natürlich viele spannende und auch überraschende Erkenntnisse, die im Gedächtnis bleiben. Ich erinnere mich zum Beispiel noch gut an einen Vortrag zum Verhandeln unter Druck in Extremsituationen, bei dem der Referent von seinen Erfahrungen aus Verhandlungen mit Piraten vor Somalia berichtet hat. Diese Verhandlungen dauern oft monatelang, und um jeden kleinen Schritt wird lange gerungen. Wichtig ist in solchen Verhandlungen vor allem, den Verhandlungspartner und dessen Ziele möglichst genau zu analysieren und auch in schwierigen Situationen feste eigene Verhandlungspositionen zu definieren.

Verhandlungen mit Piraten sind mit einer M&A-Transaktion natürlich nur sehr bedingt vergleichbar, dennoch denke ich heute oft an diesen Vortrag zurück, wenn sich die Verhandlungen in einem M&A-Mandat einmal als besonders schwierig oder zäh gestalten. Auch in unseren Mandaten ist es hilfreich, den Gegner und seine Ziele möglichst gut zu kennen, und oft braucht man bei Verhandlungen viel Geduld und Fingerspitzengefühl.

nach oben
Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren