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Je vielfältiger die Mitarbeiter, desto kreativer die Arbeit

Bunter Handabdruck [Quelle: freeimages, Autor: LilGoldWmn]

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Mehr Kreativität und neue Denkansätze - nicht zuletzt deshalb ist Diversity auch in der Großkanzlei wichtig. Im Interview berichten Partnerin Kirsten Floss und Associate Dr. Martin Rehberg, was Freshfields Bruckhaus Deringer für Vielfalt tut und wieso die Teilnahme an Diversity-Events lohnt.

Wieso ist das Thema Diversity für Freshfields Bruckhaus Deringer wichtig?

Floss: Wir wissen aus den demographischen Prognosen, dass die Zahl der Hochschulabsolventen in Zukunft sinken wird, unser Bedarf an Einsteigern aber voraussichtlich gleich bleibt. Deshalb überlegen wir jetzt schon, wie wir unseren Bewerberkreis erweitern können. Und deshalb möchten wir natürlich alle Gruppen ansprechen, auch die, die Freshfields bisher vielleicht nicht sofort als potenziellen Arbeitgeber wahrnehmen.

An welche Gruppen denken Sie dabei?

Floss: Ein Thema dabei sind natürlich die Frauen, da hat sich schon einiges getan. Bei den Einsteigern haben wir inzwischen einen Frauenanteil von 50 Prozent - früher waren es nur 35 Prozent. Diversity bedeutet aber auch, dass wir grundsätzlich Menschen jeglicher sexuellen Orientierung ansprechen möchten, ebenso wie Bewerber mit unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Wir möchten zeigen, dass wir eine offene Sozietät sind.

Es geht uns aber nicht nur um die nötigen Zahlen, sondern vor allem um die Inhalte: Je vielfältiger die Kollegen sind, desto kreativer können wir arbeiten. Das führt zu neuen Denkansätzen - und diese Kreativität ist für unsere Arbeit sehr wichtig, auch um neue Produkte zu schaffen und in neue Märkte zu gehen. Und nicht zuletzt fragen auch unsere Mandanten, wie wir es mit dem Thema Diversity halten - ob es nur ein Label ist, oder ob wir es damit ernst meinen.

Rehberg: Das Wichtigste ist, dass sich die Mitarbeiter am Arbeitsplatz wohlfühlen. Wir möchten, dass sich die Menschen bei Freshfields so einbringen können, wie sie sind, dass sie gerne hier arbeiten und nur an ihrer Leistung gemessen werden. Diversity ist deshalb wichtig; niemand soll seine Identität oder Herkunft verleugnen müssen, nur weil er oder sie anders ist als die meisten.

Und wie werden Sie beim Thema Diversity aktiv?

Floss: Einerseits organisieren wir Veranstaltungen und nehmen an Events teil. Was aber noch wichtiger ist: die kontinuierliche Arbeit in der Kanzlei, um das Thema Diversity präsent zu machen. Wir haben letztes Jahr das 'Smart-Balance-Programm' gestartet, mit dem wir zunächst Frauen ansprechen wollten. Aber dann haben wir festgestellt, dass die Themen Work-Life-Balance und Familie längst auch für Männer relevant sind. Wir sprechen nun auch die männlichen Kollegen darauf an, ob sie Elternzeit nehmen wollen. Das wiederum hilft auch den Frauen: Wenn Männer ebenfalls vermehrt Elternzeit nehmen, ist das insgesamt nicht mehr so außergewöhnlich.

Wie sieht das Smart-Balance-Programm aus?

Rehberg: Smart-Balance ist ein Riesenprojekt: Zum Beispiel wird die Weiterbildung noch stärker auf den Einzelnen maßgeschneidert, weibliche Associates werden durch spezielles Mentoring und Coaching gefördert, und die Sozietät unterstützt flexible Arbeitszeitmodelle wo immer möglich. Seit Neuestem gibt es auch eine LGBT (lesbian, gay, bisexual, transgender)-Gruppe. Mit der Smart-Balance-Initiative soll für alle Mitarbeiter eine Atmosphäre geschaffen werden, in der sie sich voll einbringen können.

Floss: Teil des Programms ist ein freiwilliges Mentoring für Frauen, weil wir möchten, dass nicht nur mehr Frauen zu uns kommen, sondern auch den ganzen Weg bis zur Partnerschaft gehen. Ein anderer Aspekt sind Veranstaltungen für alle Diversity-Gruppen, also für Frauen, LGBT und Kollegen mit verschiedenen ethnischen Hintergründen. Aus allen unseren deutschen Büros kommen die Mitglieder dieser Gruppen regelmäßig zusammen.

Welche Aktivitäten zur Frauenförderung gibt es?

Floss: Wir organisieren einige Veranstaltungen speziell für Studentinnen, zum Beispiel Power Breakfasts, bei denen Teilnehmerinnen ihre Fragen mit Anwältinnen und Partnerinnen aus der Kanzlei diskutieren können. Oder das Event "Women only", wo wir Berufsbilder vorstellen. Vor zwei Monaten hat Freshfields außerdem eine Konferenz in London organisiert nur für Frauen, zu der wir auch Mandantinnen eingeladen haben. Anschließend fand noch die Partnerinnen-Konferenz in London statt, auf der wir Themen besprochen haben wie: "Was können wir als Frauen tun, um im Geschäftsleben noch aktiver zu werden und in den Gremien der Kanzlei ein stärkeres Gewicht zu bekommen?"

Gibt es auch Veranstaltungen für die LGBT-Zielgruppe?

Rehberg: Ja, dieses Jahr sind wir zum Beispiel das erste Mal auf der "MILK Messe", einer Karrieremesse, die sich speziell - aber nicht ausschließlich - an homosexuelle, bisexuelle und transsexuelle Bewerber richtet. Die Messe wendet sich nicht nur an Juristen, sondern ist auch für Absolventen anderer Fachrichtungen interessant. Wir möchten auch auf diesem Weg gut qualifizierte Studenten und Referendare ansprechen. Auch einige Mitglieder unserer LGBT-Gruppe nehmen für Freshfields an der MILK Messe teil. Wir denken, dass die Messe auch eine gute Möglichkeit ist, um auf Bewerber zuzugehen, die vielleicht nicht gedacht hätten, dass ein eher konservatives Umfeld das Thema Diversity so ernst nimmt. Die Teilnahme an der Messe ist auch ein Statement der Kanzlei.

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