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Die Freshfields Sinfonietta, das Orchester der Kanzlei [Quelle: Freshfields]

Quelle: Freshfields, Fotos: Michael Hanschke

Wenn Jurist Klaus-Albert Bauer nicht gerade Unternehmen berät, steht er am Dirigentenpult. Er leitet das Orchester von Freshfields, die 'Freshfields Sinfonietta'. Das funktioniert wie andere Orchester auch - nur kann es vorkommen, dass die erste Geige mitten in der Probe in einen wichtigen Conference Call muss.

Wie kam es dazu, dass Freshfields ein eigenes Orchester gründete, die "Freshfields Sinfonietta"?

Klaus-Albert Bauer: Es begann damit, dass im Jahr 1998 eine deutsche und eine österreichische Kanzlei zu "Bruckhaus Westrick Heller Löber" fusionierten. Bei der Feier im Wiener Konzerthaus spielten meine Anwaltskollegen Burkhard Bastuck, Michael Barnert und ich Mozarts Konzert für die drei Klaviere, begleitet von einem österreichischen Orchester. Das hat uns so viel Freude gemacht, dass wir dann - nach der Fusion mit Freshfields - unser eigenes Orchester gegründet haben, die Freshfields Sinfonietta, ausschließlich mit Anwältinnen und Anwälten unserer Sozietät.

Unser erstes Konzert gaben wir 2001 in Dresden, unter anderem mit Johann Sebastian Bachs Konzert für zwei Klaviere C-Dur, es spielten Bastuck und Barnert, beides ausgebildete Pianisten, ich stand am Pult. Kurz darauf haben wir in London Bachs 5. Brandenburgisches Konzert aufgeführt, im Banqueting House in Whitehall, unter Rubens' Deckengemälde, das war ein ganz besonderes Erlebnis.

Wie viele Musiker spielen im Orchester?

Klaus-Albert Bauer: Beim letzten Konzert in Hamburg hatte die Sinfonietta über 40 Musiker auf der Bühne wir spielten unter anderem Glasunows Saxophon-Konzert, im Orchester alles mit eigenen Kräften, vom Referendar an der Posaune bis zum Global Managing Partner am Klavier. Der Solist war der wunderbare Basler Saxophonist Marcus Weiss.

Wie schaffen Sie es, über die verschiedenen Standorte hinweg zu proben?

Denise Bauer: Nicht alle Orchester-Mitglieder arbeiten am gleichen Standort. Daher ist persönlicher Einsatz gefragt, wenn ein Konzert stattfinden soll. Da steigt man mitsamt seinem Instrument ins Auto und fährt auch mal etwas weiter für die Proben. Wir haben allerdings einen Schwerpunkt in Frankfurt, weil dort die meisten Musiker sind. Dementsprechend finden die meisten Proben in Frankfurt statt. Die Generalprobe halten wir immer schon am Aufführungsort ab, zu dem wir meist einen Tag früher anreisen. Mein Chef ist auch im Orchester, daher hat er natürlich viel Verständnis dafür. Und Herr Bauer ist unermüdlich dabei, seine Musiker zusammenzutreiben.

Proben Sie regelmäßig?

Denise Bauer: Wir sind ein Projektorchester: Ungefähr vier Monate bevor ein Konzert stattfindet, beginnen wir mit den Proben. Dann werden die Noten versandt und jeder übt im Eigenstudium. Anschließend treffen wir uns regelmäßig zu gemeinsamen Proben.

Wie schaffen Sie das noch neben der Arbeit?

Denise Bauer: Ja, die Zeit ist schon knapp. Aber wir sind alle mit Begeisterung dabei und gehen gerne mit unseren Instrumenten ins Büro.

Klaus-Albert Bauer: Es kann aber schon passieren, dass wir Proben verschieben oder unterbrechen müssen, weil zu viele Conference Calls dazwischenfunken.

Sind auch ehemalige Mitarbeiter am Orchester beteiligt?

Klaus-Albert Bauer: Ja, eine ganze Reihe von Freshfields-Alumni, die von Anfang an dabei waren und heute in anderen Firmen arbeiten, halten uns immer noch die Treue. Sie nehmen sich eigens Urlaub für Proben und Aufführungen. Da unsere Konzerte immer auf Freshfields-Veranstaltungen stattfinden, ist das für uns und für die Ehemaligen eine schöne Gelegenheit, sich wiederzusehen. Es ist schon etwas Besonderes, dass das Zugehörigkeitsgefühl so stark ist.

Welche Auftritte hatte das Orchester schon?

Klaus-Albert Bauer: Wir haben schon in Dresden, London, Paris, Wien, München, Berlin, Hamburg und Frankfurt gespielt. Dabei haben wir unterschiedliche Stücke aufgeführt, von Barock und Klassik bis hin zu Respighi, Elgar, Schostakowitsch, Bernstein und Arvo Pärt. Unvergessen ist bis heute - dank einer CD - der Abend mit Saint-Saëns' Karneval der Tiere im Gesellschaftshaus des Frankfurter Zoos. Auch Konzerte Für Alphorn oder Schreibmaschine und Orchester gehören zu den Highlights.

Denise Bauer: Wir spielen zur Unterhaltung, aber wir wagen uns auch an anspruchsvolle Stücke. Viele der Orchester-Mitglieder musizieren privat auch noch in einem weiteren Orchester.

Wer sorgt für den Zusammenhalt des Orchesters?

Denise Bauer: Vor allem unser Dirigent, Klaus-Albert Bauer. Aber das Orchester ist auch Teamwork, wir arbeiten alle zusammen, damit etwas Gutes entsteht. Bei uns sind übrigens auch Kollegen willkommen, die nicht so häufig spielen. Wir sind kein exklusiver elitärer Kreis – wir haben zwar schon einen gewissen Anspruch beim Musizieren, aber der Spaß an der Sache steht im Vordergrund.

Klaus-Albert Bauer: Es ist großartig, dass sich alle so engagieren – das sind ja hochbeschäftigte Leute. Da wird in jeder Probenpause das Smartphone gezückt und Mails beantwortet.

Denise Bauer: Manchmal sogar, wenn man nur ein paar Takte Pause hat. Aber das sieht der Dirigent natürlich nicht so gerne.

Gibt es noch weiteres "musikalisches Engagement" bei Freshfields?

Klaus-Albert Bauer: Ja, es gibt bei Freshfields zwei Rockbands, die "Missing Timesheets" in Frankfurt und die "Fresh Beats" in Köln. Mit diesen beiden Bands sind wir sogar schon zusammen aufgetreten und haben in Berlin "Eye of the Tiger" und "Creep" gespielt.

Denise Bauer: Außerdem gibt es in mehreren Freshfields-Büros Chöre, die zum Beispiel bei unseren Sommerfesten und Weihnachtsfeiern singen.

Wann kann man die Freshfields Sinfonietta das nächste Mal hören?

Klaus-Albert Bauer: Das nächste Konzert ist schon geplant, aber das Programm wird noch nicht verraten.

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