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Private Equity in Singapur

Singapur, Marina Bay [Quelle: pixabay.com, Autor: LittleMouse]

Quelle: pixabay.com, LittleMouse

Dank eines Stipendiums von zeb konnte Giorgio im April 2016 an einem zweiwöchigen Private-Equity-Kurs in Singapur teilnehmen. Dort stellte er fest, dass fremde Kulturen und Geschäftsalltag etwas Grundlegendes gemeinsam haben: Man kann sie nur verstehen, wenn man vor Ort ist.

Die Universität St. Gallen bietet im Master Banking and Finance einen Private-Equity-Kurs in Singapur an. Teilnehmen können nur 20 ausgewählte Studenten. Da ich vorher noch keine Gelegenheit hatte, meinem Interesse für Private Equity nachzugehen und Märkte mit großem Wachstumspotenzial extrem spannend finde, habe ich mich sofort beworben - und zu meiner Freude durfte ich nicht nur mit nach Singapur fliegen, sondern bekam auch noch ein Stipendium von zeb für die Reise- und Unterkunftskosten. Ich denke, dass vor allem meine Vorkenntnisse in Bewertungsmethoden und die Erfahrung in M&A, die ich während eines Praktikums in einer Großbank gesammelt habe, geholfen haben, mich im Bewerbungsprozess durchzusetzen.

Das 1x1 des Private Equity in 14 Tagen

Der Kurs dauerte zwei Wochen und fand am St. Gallen Institute of Management in Singapur statt. Für uns Teilnehmer gab es drei grundlegende Lernziele: Wir sollten Private Equity als Anlageklasse kennenlernen, uns mit Bewertungsmethoden, Investitionsstrukturen, Venture Capital und Leveraged Buyouts vertraut machen und in einem dritten und letzten Schritt die Potenziale und Herausforderungen auf die asiatischen Märkte übertragen. Um das zu erreichen, war der Kurs sehr abwechslungsreich gestaltet: Wir hörten Vorlesungen, besuchten Firmen und konnten uns mit Gastreferenten über deren Erfahrungen auf asiatischen Märkten austauschen.

Die meiste Zeit widmeten wir uns aber einer Fallstudie: Dabei sollten wir eine Private-Equity-Gesellschaft zum Thema Leveraged Buyout beraten. Ziel war es, eine Management-Präsentation zu erstellen, in der wir unsere Lösungsansätze verkaufen. Zum Abschluss der zwei Wochen in Singapur präsentierten wir die Ergebnisse dann unserem Professor, der im Rollenspiel den Manager der Private-Equity-Gesellschaft verkörperte.

Vom Fischerdorf zum Finanzzentrum

Auch wenn wir wenig Freizeit hatten, da wir entweder Vorlesungen besuchten oder an unserer Gruppenarbeit saßen, konnten wir die wunderschöne Stadt Singapur besichtigen, das asiatische Essen genießen und Eindrücke von der asiatischen Kultur sammeln. Singapur ist sehr jung und in den letzten Jahren stark gewachsen. Bei einem Besuch der City Gallery konnten wir etwas über die mit dem Wachstum verbundene Transformation des Landes lernen. Es ist sehr beeindruckend, wie sich die Stadt von einem Fischerdorf zu einem der wichtigsten Finanzzentren der Welt entwickelt hat und dass hier verschiedene Kulturen und Religionen ohne Probleme zusammenleben. Ich könnte mir deshalb sehr gut vorstellen, beruflich für ein oder zwei Jahre nach Singapur zu gehen, um noch mehr über Asien zu lernen.

Am tollsten fand ich aber die Geschichten unserer Gastreferenten und die Firmenbesichtigungen. Bei unserem Besuch in der World Bank haben wir zum Beispiel erfahren, warum es sich für Firmen besonders lohnt, in Hilfsprojekte in Schwellenländern zu investieren. Denn damit kurbeln sie die Wirtschaft an, was wiederum gut ist für ihr eigenes Geschäft. Thematisiert wurde auch das Thema Start-ups: Dazu trafen wir uns mit einem Entrepreneur und einem Investor, die uns ihre Perspektiven geschildert haben. Und die beiden hätten nicht gegensätzlicher sein können: Während der Investor in Anzug und Krawatte kam, trug der Gründer Shorts, T-Shirt und Sonnenbrille. Der Gründer betonte vor allem, wie wichtig das Wachstum und die Entwicklung des Produkts sind. Der Investor hatte hingegen vor allem die Generierung von Cash Flows und die Kostendeckung im Blick. Diese unterschiedlichen Perspektiven und Eindrücke aus erster Hand zu bekommen, fand ich sehr spannend.

Mein Fazit

In den zwei Wochen habe ich enorm viel über die asiatischen Märkte und Singapur erfahren. Das wäre sicher nicht möglich gewesen, wenn ich ein Buch gelesen hätte oder ich nur eine Vorlesung in St. Gallen besucht hätte. Ich denke, dass man unbedingt vor Ort sein muss, wenn man eine Kultur verstehen möchte. Und das gilt auch für den Geschäftsalltag. Aus diesem Grund bin ich zeb für die finanzielle Unterstützung besonders dankbar.

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