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Vielfältig statt aalglatt

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Aalglatt, Anzug, Smartphone und Rollkoffer. Unternehmensberater werden schnell in eine Schublade gesteckt. Maximilian-Josef Kaulvers, Consultant bei zeb, meint, dass die Branche lange nicht so "schlimm" und einseitig sei, wie es zunächst scheint. Ein Blick über die Schulter.

Herr Kaulvers, was halten Sie von den Klischees, die über Ihre Branche verbreitet werden?

Sie meinen, dass Unternehmensberater aalglatt, immer im Anzug, mit Smartphone in der einen und Rollkoffer in der anderen Hand in der Flughafenhalle stehen?

Zum Beispiel.

Nun ja, natürlich trifft ein Klischee immer auf einen kleinen Teil zu. Bei uns wird nun mal Anzug getragen, da bleibt nicht viel Spielraum für eine Rebellion. Dass wir viel auf Reisen sind, trifft auch zu. Dass manche Leute das Telefon gar nicht mehr aus der Hand legen und sogar im Flieger telefonieren, kommt äußerst selten vor. Aber auch ich habe einen Rollkoffer, weil er einfach praktisch ist. Die Bemerkung, wir alle seien aalglatt, kann ich gerade für zeb nicht bestätigen.

Wieso wurden Sie eigentlich Berater?

Mich hat das Finanzwesen schon immer fasziniert. Nach dem Abitur begann ich eine Bankausbildung. Damals war ich mir noch nicht sicher, in welchen Bereich ich einsteigen würde. Ich empfand während der Ausbildung die Beratung als das spannendste und dynamischste Feld. Während meines Studiums machte ich auch ein Praktikum in der Wirtschaftsprüfung. Das war allerdings nichts für mich. An der Uni Duisburg-Essen, wo ich meinen Master machte, hat der Founding Partner von zeb, Prof. Rolfes, den Lehrstuhl für Bankenlehre inne. Darüber kam ich im letzten Jahr an ein dreimonatiges Praktikum und wurde anschließend als Consultant übernommen. Somit feiere ich bald mein einjähriges Jubiläum.

Beschreiben Sie bitte die Herausforderungen Ihres Berufs.

In der Tat ist mein Job sehr vielfältig. Mein Alltag sieht ungefähr so aus: Als erstes gehe ich zum Kunden. Ich schaue mir sein Problem an, spreche mit vielen Personen und erarbeite mit meinen Kollegen Lösungsvorschläge. Die sind aber oft in hochkomplexen Tabellen eingearbeitet, sodass sie unverständlich für jedermann sind. Meistens fertigen wir also eine Power-Point-Präsentation an und tragen sie unseren Klienten vor. Mein Beruf verlangt von mir, in viele verschiedene Materien einzudringen, konstruktive Vorschläge zu erarbeiten und mich verständlich auszudrücken.

Bei zeb arbeitet fast ein Drittel der Belegschaft länger als sechs Jahre. Das ist sehr untypisch für die Beraterbranche. Warum, meinen Sie, ist das so?

Das Umfeld bei zeb ist - genauso wie bei anderen Unternehmensberatungen - ein ergebnisorientiertes und sehr ambitioniertes. Bei uns wird jedoch auch der Spaß ganz groß geschrieben. Meine Arbeit gefällt mir wirklich und ich weiß nicht, ob das auch bei einem anderen Arbeitgeber der Fall wäre. Bei zeb herrscht eine "Kultur des gemeinsamen Schaffens". Soll heißen: Wir sind ein Team aus verschiedenen Bereichen, haben Unterschiedliches studiert, sprechen mehrere Sprachen und wir teilen diese Erfahrungen. Bei uns sitzen nicht nur BWLer und VWLer, sondern eben auch Physiker, Informatiker und Mathematiker an einem Tisch. Und bei zeb gibt es, im Gegensatz zu anderen Unternehmensberatungen, kein "up or out", sondern ein "stay and grow". Hinzu kommt, dass ich keinen direkten Vorgesetzten habe. Stattdessen gibt es bei zeb ein Dreigestirn: einen Projektleiter, der dich führt und sich mit dir um den Kunden kümmert. Einen Mentor beziehungsweise Career Development Counsellor (CDC), der mit dir deine Potenziale ergründet und dich vorwärts bringt. Der Dritte im Bunde ist dein Evaluator. Es gibt hier also keine Interessenskonflikte wie bei einem Vorgesetzten, der alle drei Aufgaben übernimmt.

Wie kommen Sie mit den Arbeitszeiten zurecht?

Bisher ganz gut. Normalerweise beginnt ein Tag gegen 8 bis 8.30 Uhr morgens und hört auf zwischen 20 und 21 Uhr. An diese Zeiten wird sich normalerweise auch gehalten. Seit Anfang des Jahres saß ich nur zweimal bis Mitternacht am Arbeitstisch.

Das klingt trotzdem nach sehr langen Tagen ...

Ja, aber bei zeb gilt das 4+1-Modell. Damit ist gemeint, dass ich montags bis donnerstags beim Kunden bin und freitags im Office. Am Freitag ist dann etwas früher Schluss. Außerdem habe ich Gestaltungsfreiraum. Wenn ich zum Beispiel am Freitagnachmittag unbedingt einen privaten Termin wahrnehmen möchte, kann ich mich auch stattdessen am Samstag an den Schreibtisch setzen.

Können Sie sich vorstellen, langfristig in der Beratung zu arbeiten?

Warum nicht? Ich bin sehr zufrieden bei zeb. Ich kann meine Leidenschaften, das Arbeiten in der Finanzindustrie und das Reisen ausleben. Der einzige gute Grund für mich aufzuhören, wäre möglicherweise die Familienplanung. Hier werde ich zu gegebener Zeit mit meiner Partnerin eruieren müssen, ob der Job in das gemeinsame Familien-Lebensmodell passt. Im zweiten Gang gibt es natürlich auch die Möglichkeit, eine gemeinsame Lösung mit zeb zu finden. Für alle Varianten - von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis zum Jobwechsel - gibt es Beispiele bei zeb. In diesem sehr persönlichen Punkt bin ich gespannt, was in den nächsten Jahren auf mich wartet. 

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