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Bei "Ximenzi" in Peking

Tempel, Peking, China [Quelle: freeimages.com, Autor: Emperia]

Quelle: freeimages.com, Emperia

Was im Praktikum in China besonders gut geht? Interkulturelles Fingerspitzengefühl und Kommunikationsfähigkeiten verbessern. Christoph war für dreieinhalb Monate Praktikant bei Siemens Management Consulting in Peking und erlebte einige Überraschungen. Zum Beispiel fuhr er in Anzug und Lackschuhen Go-Kart.

Unternehmen und Ort:

Siemens Management Consulting in Peking

Position und Abteilung im Unternehmen:

Praktikant bei SMC

Zeitpunkt und Dauer des Praktikums:

Anfang September bis Mitte Dezember 2011

Essstäbchen und mehr - die Vorbereitung

Da ich Anfang März mit meiner Bachelor-Arbeit beginnen wollte, habe ich mein Praktikum bei SMC in Peking auf Herbst bis Winter 2011 gelegt, um das Bachelor-Studium bei Reiseantritt komplett abgeschlossen zu haben.

Vor Reisebeginn kreisten meine Gedanken nun also nicht nur um die Bachelor-Arbeit, sondern auch um China: Ich beantragte ein Visum, bemühte mich um Flüge und Unterkunft und füllte Anträge und Formulare aus. Außerdem lernte ich in einem Intensivkurs am Uni-Sprachlabor Chinesisch und aß beim China-Imbiss in der Heidelberger Innenstadt ab sofort nur noch mit Stäbchen.

Am 25. August war es dann so weit: Der A380 brachte mich von Frankfurt nach Peking in eine neue Welt, die mir bis dahin verborgen geblieben war. Denn abgesehen von einem mehrstündigen Zwischenhalt in Singapur war ich zuvor noch nie in Asien gewesen.

Nach einiger Zeit beschäftigte mich nicht mehr nur die Frage, ob und wie gut ich in dieser fremden Kultur klar kommen werde, sondern auch, wie gut ich mich in der Unternehmensberatung schlagen werde und ob ich das überhaupt "kann". Als Physiker kommt man während des Studiums mit Beratungen eher selten in Kontakt, allerdings hatte ich öfter gehört, dass man Physiker dort wegen ihrer Vielseitigkeit schätzt. Also wagte ich mich - lediglich mit "Vielseitigkeit" ausgestattet - in mein Abenteuer bei SMC.

Die ersten Tage bei "Ximenzi" (Siemens)

Nach ein paar Tagen zur Akklimatisierung, die ich mit Sightseeing, Erkunden der näheren Umgebung und Testen der verschiedenen nahegelegenen Restaurants und Imbisse verbracht habe, begann dann am 1. September mein Praktikum bei SMC. Die zuvor aufgestaute Anspannung löste sich recht schnell, als mich der damalige Leiter des Pekinger Büros auf Deutsch sehr herzlich begrüßte und mich anschließend - nach einem Wechsel zur Arbeitssprache Englisch - den etwa 30 Kollegen vorstellte.

Mein Betreuer für die Dauer des Praktikums war ein Australier mit asiatischen Wurzeln - passend zum internationalen Charakter von SMC. Er erklärte mir wenig später, dass ich einem Strategieprojekt zugeteilt werde, das erst eine Woche zuvor gestartet hatte. Glücklicherweise konnte ich dieses Projekt also während meines Praktikums von Anfang bis Ende - oder wie der Berater sagen würde: von "Kick-Off" bis "Wrap-Up" - miterleben und alle Projektphasen mitgestalten.

Ausgestattet mit Firmen-Laptop und -Handy ging es auch gleich ans Werk: Marktforschung zu einem der Wachstumsmärkte in China, Informationen zu den Mitbewerbern von Siemens sammeln und das Arbeitsgebiet im Allgemeinen kennenlernen.

Wie recherchieren Unternehmensberater?

Irgendwie hatte ich mir Managementberatung anders vorgestellt - "People Business" und so! Und die Arbeit sollte sich dann auch recht schnell ändern: Nachdem mir klar wurde, dass die Internetrecherche ohne ausreichende Chinesisch-Kenntnisse in diesem Fall nicht sehr zielführend war, löcherte ich meinen Betreuer mit Fragen, auf welche Ressourcen und Methoden man als Berater bei SMC denn noch zurückgreifen kann.

Als blutiger Anfänger in Sachen Unternehmensberatung und ohne nennenswerte wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse, aber mit einer schnellen Auffassungsgabe und Freude am "learning on the job", habe ich dann in den nächsten Wochen Fortschritte gemacht.

Experteninterviews und Meetings mit dem Kunden wurden langsam zur Routine, ebenso wie das regelmäßige Treffen mit dem multikulturellen Projekt-Team. Das Team bestand aus einem deutschen Projektleiter, zwei chinesischen und einem australischen Berater sowie einem Praktikanten aus Singapur und mir. Die Nervosität verschwand und lernte, meine Arbeitsergebnisse richtig zu verkaufen, meinen Standpunkt zu verteidigen und mit der nötigen Portion Fingerspitzengefühl genau die Informationen zu erhalten, die ich benötigte.

Auch meine Outlook-, Excel- und vor allem PowerPoint-Kenntnisse habe ich innerhalb der ersten Wochen stark aufpoliert. Zu guter Letzt hatte das Beraterleben - vor allem mit einem Muttersprachler als Betreuer - auch einen positiven Einfluss auf meine Englischkenntnisse. Mein Vokabular wurde um den gesamten Wirtschaftsenglisch-Wortschatz erweitert und gefestigt. Nach ein paar Wochen begann ich sogar auf Englisch zu denken, wenn ich eine neue Idee hatte.

Im Anzug zum Go-Kart-Rennen

Auch auf menschlicher Ebene war die Arbeit bei SMC eine wahre Bereicherung. Beim Office Lunch bekam ich freitags die Möglichkeit, alle Kollegen kennenzulernen. Auch die Arbeitsatmosphäre im Büro überraschte mich positiv. Die ergebnisorientierte Arbeit führt dazu, dass man nicht "seine Zeit absitzt", sondern zeitlich durchaus flexibel ist, solange die Ergebnisse perfekt sind. So wurde zwar regelmäßig bis Sonnenuntergang gearbeitet - wenn es "brennt" auch gerne mal ein paar Stunden länger. Aber auch das ein oder andere Kicker-Match war nach getaner Arbeit durchaus drin.

Dementsprechend konnte auch die Dauer der Mittagspause je nach Arbeitsbelastung schwanken: zwischen einer Viertelstunde (im Fast Food Restaurant) und anderthalb Stunden (in einem guten traditionellen chinesischen Restaurant mit Shared Food). Als Projektteam gingen wir auch einige Male zusammen Abendessen.

Das absolute Highlight war allerdings definitiv unser Go-Kart-Rennen. Das mussten wir lustigerweise im Anzug und mit Lackschuhen bestreiten, da die Arbeit gerade an diesem Tag keinen früheren Feierabend zum Wechseln der Kleidung erlaubte.

Der Reiz Asiens

Nach vier tollen Monaten verstehe ich nun vollends, was den Reiz Asiens ausmacht. Insbesondere Peking hat mich absolut in seinen Bann gezogen, obwohl ich während meines Aufenthaltes auch einige andere asiatische Boomtowns (unter anderem Hongkong, Shanghai, Seoul, Singapur und Kuala Lumpur) sowie ländlichere Gegenden in ganz China besucht habe. Das Reisen vor Ort, die Menschen, die Kultur, das Essen und viele andere Faktoren haben meinen Aufenthalt so fantastisch gemacht, dass ich nur jedem raten kann Asien kennenzulernen.

Auch und insbesondere das Praktikum bei SMC hat mich persönlich total bereichert. Ich sammelte als vollwertiges Teammitglied in einem multikulturellen Team handfeste Erfahrungen in der Unternehmensberatung und lernte zugleich auch das chinesische Geschäftsgebaren kennen. Besonders gefallen hat mir die Arbeitsatmosphäre bei SMC, die stets leistungsorientiert aber auch locker war - ein perfekter Mix!

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