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Ein Frühlingsprojekt in Stockholm (1. Teil)

Carlo-Schmid-Programm (Quelle: fotolia, Autor: Marcel Schauer)

© Marcel Schauer - Fotolia.com

Für Roche in Stockholm soll Katharina ein Tool entwickeln, das einen Überblick darüber gibt, welche Tests die Kunden mit den Geräten von Roche durchführen, damit man die Verkaufsaktivitäten besser steuern kann. Dicke Fellstiefel und reichlich Auslandserfahrung - Katharina fühlte sich gut gerüstet für Schweden. Allerdings hatte sie nicht mit den schwedischen Hürden im Alltag gerechnet - und nicht mit dem plötzlichen Stockholmer Frühling.

Nach meinem Außendienstprojekt in Berlin und zwei Projekten in verschiedenen Geschäftsbereichen am Standort Mannheim war es Anfang April an der Zeit, einen kleineren Roche-Standort im Ausland kennenzulernen. Und neben der Arbeit geht es natürlich um Land, Leute, Sprache und Kultur.

Willkommen in Stockholm!

Nachdem ich in meinem Studium reichlich Auslandserfahrung gesammelt habe, erscheint so ein Aufenthalt in Schweden vergleichsweise "einfach". Und doch musste ich überraschenderweise schon am ersten Morgen eine Hürde meistern: den Weg zur Arbeit. Natürlich befinde ich mich nicht in einem Entwicklungsland und im Gegensatz zu Nicaragua oder Mexiko hat Schweden deutlich sichtbare Bushaltestellen. Aber ich musste ja erst mal herausfinden, welche die richtige ist – und woher man eine Fahrkarte bekommt.

Glücklicherweise habe ich vorher im Hotel nachgefragt, ob man im Bus Fahrscheine kaufen kann – aber nein, leider nicht. Mir wurde allerdings versichert, dass ein Automat an der Bushaltestelle sei, sonst solle ich einfach im Supermarkt nachfragen. Das musste ich dann auch, da es den Automaten nicht gab. Im Supermarkt wurde mir dann empfohlen, mein Busticket per SMS zu kaufen (ach so, kein schwedisches Handy) oder eben zur U-Bahn zu laufen, dort gäbe es einen Schalter.

90 Tage Busfahren - oder 30?

Also bin ich zur U-Bahn gestapft mit der festen Absicht, mir gleich ein Drei-Monatsticket zu kaufen, damit ich das nicht jeden Morgen machen muss. ;) Am Schalter dort sagte man mir, dass sie keine Bustickets verkaufen, aber ich könnte mal im Kiosk nachfragen. Im Kiosk gab es dann die 90-Tage-Tickets leider nicht, also hab ich mich mit 30 Tagen zufriedengegeben, immerhin. Dann also zurück zur Bushaltestelle und ab zu Roche. Dorthin zu finden war dann vergleichsweise einfach. ;-)

Im Willkommensmeeting haben wir dann gleich Termine für Zwischen- und Abschluss- präsentationen vereinbart, noch bevor ich richtig begriffen hatte, was ich eigentlich erarbeite. Und so kam ich ziemlich schnell zu der Überzeugung, dass Planung hier als mindestens ebenso wichtig eingestuft wird wie in Deutschland. Andererseits – auch wenn die Termine vereinbart sind, scheint der tatsächliche Inhalt sehr flexibel zu sein und an die jeweilige Situation angepasst zu werden. Auf den zweiten Blick ist "der Schwede" also spontaner als es zunächst scheint.

Mein Projekt: Die Entwicklung eines Channel Monitoring Tools

In den ersten drei Wochen habe ich viel Zeit investiert, um meinen Auftrag genau zu klären, sodass ich inzwischen eine klare Vorstellung davon habe, worum es sich bei meinem Projekt handelt. Roche Diagnostics verkauft medizinische Analysegeräte in allen Größen, überwiegend für die Analyse von Blut, aber zum Beispiel auch für die Zellanalyse. Je nachdem, welche medizinischen Fragestellungen der Kunde beantworten möchte und wie viele Tests er pro Tag durchführen muss, wird das passende Gerät in der passenden Größe ausgewählt.

Neben dem Gerät kauft der Kunde in der Regel Reagenzien und Verbrauchsmaterialien von Roche, also Produkte, die er braucht, um die Tests durchzuführen. Und da auf vielen Geräten sehr viele verschiedene Tests durchgeführt werden können, bietet es sich an, den Kunden auf weitere Möglichkeiten aufmerksam zu machen, wie er die vorhandenen Geräte nutzen kann. Und zwar insbesondere dann, wenn die Geräte noch Kapazität frei haben, das bedeutet Kanäle für weitere Tests.

Dafür ist es hilfreich, wenn Verkäufer, Marketing und Produktmanagement eine genaue Übersicht darüber haben, welche Tests der Kunde bereits mit unseren Produkten durchführt, wo wir neue Tests hinzugewinnen und wo wir möglicherweise einen Kunden verlieren. In Schweden gibt es bisher kein Tool, das einen solchen Überblick ermöglicht und damit Marketing und Verkauf unterstützt, den richtigen Fokus für die Verkaufsaktivitäten zu legen.

Ein Monitoring Tool für das gesamte Portfolio und verschiedene Zielgruppen

Mein Auftrag ist es nun, genau so ein Tool zu konzipieren, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der schwedischen Organisation. Die Herausforderung dabei ist, dass ich drei verschiedene Geschäftsbereiche abbilden soll, die jeweils ein unterschiedliches Portfolio und teils verschiedene Zielgruppen haben. Daher habe ich zunächst einmal mit allen beteiligten Geschäftsbereichen über ihre Anforderungen und Bedürfnisse gesprochen.

Um das Rad nicht unnötig neu zu erfinden, habe ich außerdem mit einigen anderen Länder-Organisationen von Roche Kontakt aufgenommen, um mir einen Überblick über deren Lösungen und Tools zu verschaffen. Gemeinsam mit einer Kollegin aus dem Controlling werde ich dann das Tool entwickeln, testen, verfeinern und implementieren.

Stockholmer Frühling - ich habe die richtige Jahreszeit erwischt!

Ich nutze vor allem die Wochenenden, um Stockholm kennenzulernen. Zunächst einmal muss ich sagen, dass mich das Wetter, das mich hier im April erwartet hat, sehr positiv überrascht hat. Völlig fehl am Platz waren definitiv die dicken Fellstiefel, die ich eingepackt hatte, nachdem ich mehrfach von meiner Schwedisch-Lehrerin gewarnt worden war, dass es im April durchaus noch schneien könne! Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass mein Körper nach frühsommerlichen Temperaturen Ende März in Deutschland derartige Kälteschocks ohne Fellstiefel verkraften könnte! Glücklicherweise kam jedoch alles anders. Als ich ankam, waren zwar tatsächlich noch Schnee-Rollsplit-Reste am Straßenrand zu sehen und der Fluss hinter dem Roche-Gebäude war noch komplett mit Eis bedeckt – aber wir hatten um die 8° C und mir wurde ständig versichert, dass ich den Frühling mitgebracht hätte.

Nach dem ersten Wochenende, an dem ich trotz Mantel ganz schön im Seewind gebibbert habe, ist es auch für meine Begriffe frühlingshaft geworden. Tatsächlich gab es nun jeden Tag Sonnenschein und T-Shirt-Wetter zu Ostern. Das bedeutet selbstverständlich, dass ich, wenn es windstill ist, im T-Shirt rumlaufe, während die Schwedinnen Hotpants tragen – ohne Strumpfhose. Aber das kenne ich ja von den Iren. ;-)

Der lange Winter hat alle ganz heiß auf Sonne gemacht und das merkt man an jeder Straßenecke. Überall sitzt man in Cafés und genießt die Sonne mit wunderschönem Blick auf die Promenade, Wasser, Inseln und sprießende Bäume.

Das Stockholmer Stadtbild ist stark von Wasser geprägt, und die Stadt gibt der Natur erstaunlich viel Raum. Stockholm hat den (wohl weltweit einzigen) Nationalpark innerhalb einer Stadt! Der zieht sich wie eine riesige grüne Lunge durch Schwedens Hauptstadt und besteht aus verschiedenen Parks, kleinen Wäldern und Seen.

Natürlich gibt es auch "typisch Städtisches" wie Hochhäuser oder Einkaufsstraßen. Und doch wirkt an vielen Stellen alles ein wenig verträumter, weil Stockholm die Strenge einer Stadt genommen wird durch verzierte, gut erhaltene alte Gebäude, Wasser und Pflanzen.

Mein erstes Zwischenfazit: Ich bin gut angekommen in dieser schönen Stadt und freue mich sehr auf weitere Erkundungstouren in und um Stockholm!

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Willst du mehr über unseren Partner Roche erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

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Kommentar (1)

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  1. sabine schröter

    Katharina, ich grüße Dich zu später Stunde. Wow wo bist Du denn gelandet? Im hohen Norden, schön, Stockholm ist eine liebliche, gemütliche Stadt. Wann bin ich dort gewessen? Lange lange her, irgendwann in den 80iger Jahren. Wir hatten auf Kreta 1979 eine Schwedin und ihren Mann, einen Österreicher, kennengelernt, uns auf den zweiten Blick gemocht, zusammen Touren unternommen, zusammen eine sehr lange Nacht zusammen gefeiert, wir haben sie in Stockholm besucht und sie uns in Berlin. Ich denke gern, sehr gern an die gemeinsame Zeit mit Schwedin/Österreicher. Wie lange wirst Du dort oben im Norden sein? Hoffentlich zur Midsommernacht, das muss wohl wirklich sehr, sehr schön sein. Katharina, ich komme gerade aus einem wunderschönen Konzert aus der Philharmonie, ich bin danach noch mit einer Freundin in einem griechischen Restaurant gewesen, Wein trinken und nun sitze ich hier, habe gerade noch einen Lindt Osterhasen verspeist (meine Hosen werden immer enger) und noch einen Wein getrunken und jetzt gibt es noch einen Scbhlummertrunk: Pfefferminztee - tolle Mischung oder??? Dir wünsche ich erfolgreiches Arbeiten, Kontakt mit vielen lieben Menschen und Spaß, nicht nur Arbeit. Ich grüße Dich aus der Hauptstadt ganz herzlich, komm' doch mal wieder her! Sabine

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