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Raus aus dem Labor und rein ins Produktmanagement

Labor (Quelle: freeimages.com, Autor: vierdie)

Quelle: freeimages.com, vierdie

Mit dem Vorsatz, Unternehmensluft zu schnuppern, begann Dimitry sein Praktikum bei Roche Diagnostics. Im Produktmanagement bearbeitete er ein eigenes Projekt, dessen Ergebnisse schon heute Verwendung finden.

Das e-fellows.net-Expertenforum "Karriereplanung für Naturwissenschaftler und Ingenieure 2011" hat mal wieder gezeigt, wie viele Naturwissenschaftler während des Studiums die berufliche Welt außerhalb des Labors kaum kennenlernen. Ich meine damit hauptsächlich Chemiker und Biologen, deren "Schicksal" mir vertrauter ist.

Viele der im Forum gestellten Fragen, wie zum Beispiel  "Welche Berufsfelder bieten sich einem Naturwissenschaftler außerhalb der Akademie?" oder "Wann lohnt sich eine Promotion nach dem Studium?" gingen auch mir im Laufe meines Masterstudiums durch den Kopf.

Bei den "Roche meets…"-Tagen im Mai 2010 bekam ich die Gelegenheit, einige dieser Fragen an Fachleute aus verschiedenen Firmenbereichen zu stellen. Im Laufe der ausführlichen Gespräche weckte besonders das Produktmanagement mein Interesse. Unterhaltungen sind zwar hilfreich und gut, aber eigene Erfahrungen meistens einprägsamer. Deshalb hatte ich den Entschluss gefasst, das Produktmanagement hautnah zu erleben, wenn sich eine Möglichkeit dazu ergibt.

Die Chance

Nach der Anmeldung im Online-Portal von Roche entdeckte ich die Gelegenheit bereits im Juli direkt in meinem elektronischen Postfach: Eine Ausschreibung von Roche Diagnostics für ein Praktikum: "Unterstützung im Produktmanagement/Marketing im Vertrieb". Ohne lange zu zögern, füllte ich die entsprechenden Formulare aus und brachte die Bewerbung auf den Weg. Zwei Wochen später kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Heute weiß ich nicht mehr genau, wie oft ich in den drei Wochen nach dem Gespräch mein E-Mail-Postfach öffnete, auf jeden Fall zu oft ;-). Am Ende dann die große Erleichterung: "Ihr Praktikum bei uns wird im November 2010 beginnen".

Mehr als "pro forma"-Freundlichkeit

Gleich an meinem ersten Tag in Mannheim standen organisatorische Fragen auf dem Programm: Anmeldung in der Personalabteilung, Foto-Shooting für den Werkausweis, Computereinrichtung. Nachdem der erste Einführungslauf zu Ende ging, wurde ich meiner Betreuerin vorgestellt, Dagmar Winnefeld, Produktmanagerin für immunologische Bluttests. Nach einem kurzen Kennenlernen führte sie mich durch das Großraumbüro und ich machte die Bekanntschaft von rund 50 weiteren Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen.

Dass manch einer beim Kennenlernen von neuen Kollegen nur "pro forma" freundlich lächelt, mag stimmen. Doch die vergangenen vier Monate bei Roche haben mir immer wieder gezeigt, dass ein freundlich-lockerer und gleichzeitig respektvoller Umgang sowie stete Hilfsbereitschaft mehr als bloße Begriffe aus irgendwelchen internen Verhaltensrichtlinien sein können.

Praktikant = (un)nützliche Hilfskraft?

Da das Praktikum meine erste Erfahrung in einem Industriekonzern und auf "fachfremdem" Gebiet - also außerhalb vom Labor - war, hatte ich keine präzisen Vorstellungen, was mich erwarten würde. Umso erfreulicher war die Nachricht von Frau Winnefeld, dass ich ein eigenes Projekt erhalten würde und dass die Ergebnisse nicht für den berühmten "runden Briefkasten" unter dem Tisch gedacht seien – ganz im Gegenteil.

Meine Aufgabe lautete, für mehrere Bluttests, die neu auf dem Markt eingeführt werden sollen, Unterlagen verschiedener Natur zu erstellen. Das waren einerseits Powerpoint-Präsentationen, die Außendienstmitarbeiter bei Kunden verwenden würden, und andererseits Broschüren für Ärzte und Labormitarbeiter. Manche Unterlagen habe ich in Anlehnung an englischsprachige Vorlagen vorbereitet, bei anderen Dokumenten hatte ich mehr Gestaltungsfreiheit. Hier musste ich mich erstmal tief in das jeweilige medizinische Thema einlesen, um anschließend mit dem angehäuften Fachwissen eine detaillierte Beschreibung der einzuführenden Produkte zu erstellen.

Zusätzlich erhielt ich von Frau Winnefeld gleich am Anfang analoge Unterlagen für bereits etablierte Produkte, um das Rad nicht komplett neu erfinden zu müssen. Bei auftretenden Unklarheiten, vor allem zu Projektbeginn, war sie stets gesprächsbereit und half mir durch ihre Erfahrung und ihr offenes Feedback bei einer ergebnisorientierten Themenbearbeitung.

Mein bester Freund der Kaffeeautomat?

Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, welche Daten und Unterlagen für die Produkteinführung gebraucht werden. Soweit die benötigten Informationen verfügbar waren, habe ich die Unterlagen eigenständig vorbereitet und erstellt. Und sonst verbrachte ich jede Menge Zeit mit Kaffeekochen? Natürlich nicht, denn neben dem Hauptprojekt erhielt ich weitere Aufgaben. Ich unterstützte das Team im Tagesgeschäft und bearbeitete andere Aufträge eigenständig. So waren die Arbeitstage stets voller Abwechslung und neuer Herausforderungen.

Durch die neuen Aufgaben konnte ich die Tätigkeitsgebiete anderer Produktmanager in der Abteilung kennenlernen, die übrigens zum Großteil einen naturwissenschaftlichen Hintergrund haben. Das hat mir sehr dabei geholfen, die Fragen bei gruppeninternen Besprechungen zu verstehen. Außerdem hat es - neben den gemeinsamen Mittagstischen und Tagungen - meine "Integration" in die Abteilung sehr unterstützt.

Zufriedener Rückblick

Mittlerweile ist einer der Bluttests auf den Markt gekommen und die Außendienstmitarbeiter verwenden in den Verkaufsgesprächen das Info-Material, das ich in den vergangenen Monaten vorbereitet habe. Ich glaube, jeder wird jetzt verstehen, warum ich voller Zufriedenheit auf die vergangenen vier Monate zurückblicke.

Das Praktikum hat mir ermöglicht, einerseits "Unternehmensluft" zu schnuppern und andererseits einen konkreten Einblick in die Berufswelt von Naturwissenschaftlern außerhalb des Labors zu bekommen. Daher kann ich jedem, der sich eine berufliche Tätigkeit außerhalb des Labors vorstellen kann, nur empfehlen, sich noch während des Studiums ein eigenes Bild davon zu machen.

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Kommentar (1)

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  1. optimale Fragen zum Kennenlernen

    Besten Dank für den tollen Artikel. Bitte noch mehr davon :) Liebe Grüße aus Berlin.

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