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Ein Herz für Antikörper

Labor [Quelle: freeimages.com, Autor: 123dan321]

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Zunächst immunisiert man eine Maus mit dem Antigen, gewinnt die B-Zellen, fusioniert diese mit Tumorzellen, kloniert die besten Hybridzellen und lässt sie Antikörper produzieren. Ist doch ganz simpel, oder? Während seines Praktikums bei Roche startete e-fellows.net-Stipendiat Thomas ohne Schonzeit direkt ins laufende Projekt: eine Krebsdiagnostik zu entwickeln. Von Anfang an begleitete er die selbst entwickelten Antikörper auf ihrem Weg. Dabei wuchsen sie ihm ans Herz.

Das Praktikum bei Roche vom 7. Januar.-23. April 2010

Ein Praktikum bei Roche in Penzberg ist nicht nur eine Bereicherung für den Lebenslauf. Es bot mir zudem die Möglichkeit, hinter die Kulissen eines der größten Biotech-Zentren in ganz Europa zu schauen und dabei wertvolle Erfahrungen, Eindrücke und Kontakte in der Pharmaindustrie zu sammeln. Viele Praktikanten kommen nach diesen Erlebnissen gerne für ihre Abschluss- oder Doktorarbeit zu Roche zurück. Ganz nach dem Motto: einmal Roche, immer Roche!

Nach meiner Online-Bewerbung über den Roche-Talent-Pool auf eine ausgeschriebene Stelle in der "Entwicklung monoklonaler Antikörper", wurde ich zwei Wochen später telefonisch zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Schon hier wurden mir die Ausmaße dieses Werkes am Rande der 17.000-Einwohner-Stadt Penzberg bewusst: 4.600 Mitarbeiter, die auf einer Gebäudefläche von 160.000 m² arbeiten (das entspricht einer Fläche von 1.170 Einfamilienhäusern!). Die Gegend, in der das Werk liegt, ist sowohl im Sommer als auch im Winter unschlagbar: umgeben von Badeseen, die Millionenstadt München nah genug, um das mangelnde Nachtleben in Penzberg zu kompensieren, und die Alpen zum Skifahren und Wandern direkt vor der Haustür. Wenn man Glück hat – so wie ich – darf man einen Arbeitsplatz mit spektakulärem Alpenblick beziehen.

Die Highlights neben der Arbeit

Darüber hinaus wird einem die Arbeit durch ein überdurchschnittliches Praktikantengehalt versüßt: 1000 Euro für Studenten im Hauptstudium und 200 Euro Wohnzuschuss, wenn man mehr als 150 Kilometer entfernt wohnt. Dazu kommen ein vielfältiges Angebot an Betriebssport und ein wöchentlicher Praktikantenstammtisch. Ein besonderes Highlight des Arbeitstages ist die abwechslungsreiche und vorzügliche Werkskantine – das sogenannte Casino – in dem die Praktikanten 50 Prozent Nachlass auf alle Speisen bekommen und das Mittagessen zum entspannten, gruppenübergreifenden Zusammensitzen wird. Durch regelmäßige Hausvorträge von verschiedenen Abteilungen kann man viel vom Betrieb kennenlernen.

Ohne Schonzeit ins Projekt gestartet

Von Beginn an wurde ich in das laufende Projekt miteinbezogen. Es ging darum, Antikörper zu entwickeln, die sich nur an ein ganz spezielles Protein binden, das bei einer bestimmten Krebsart erhöht produziert wird. Somit soll sensitiv die Krebsdiagnostik ermöglicht werden. "Sensitiv" bedeutet hier, dass man versucht keine falschen Krebsdiagnosen zu erzielen. Und das möglichst schnell und natürlich besser als die Konkurrenz. So wurde mir sehr rasch der Unterschied zwischen Universitäts- und Unternehmensforschung klar: Unternehmen stehen unter dem Druck, Ergebnisse in einem festgesetzten Zeitrahmen zu liefern, da ansonsten das Projekt scheitert und die Antikörper weiter von einer externen Firma bezogen werden.

Zellkultur – keine Arbeit für Ungeduldige

Nach einer kurzen, aber intensiven Einarbeitung durch meine Laborleiterin und einen dienstälteren Praktikanten, durfte ich schnell selbstständig die vielen Arbeitsschritte in der Zellkultur durchführen. Das hieß sauberes und konzentriertes Arbeiten trotz Zeitdruck, um Kontaminationen und Verwechslungen zu vermeiden. Alle Arbeitsschritte mussten genau protokolliert und ausgewertet werden. Und das alles auf ein Ziel ausgelegt: den besten, spezifischsten und am affinsten bindenden Antikörper zu finden!

Den besten Antikörper finden

Klingt eigentlich ganz simpel: Man immunisiert eine Maus mit dem Antigen, gewinnt die B-Zellen, fusioniert diese mit Tumorzellen, kloniert die besten Hybridzellen und lässt sie Antikörper produzieren. Doch was sind "die Besten"? Aus 14 Fusionsansätzen haben wir rund 1.000.000.000 Milzzellen in etwa 50.000 Wells (Gefäßchen) pipettiert. Und dann heißt es nur noch: testen, testen, testen! Zunächst reduzieren wir die Zahl der Wells mittels dem "ELISA"-Test auf circa 700 stark positive Wells, ehe mit einem Kinetik-Assay namens "Biacore" (ebenfalls ein Test) die Zahl auf 28 Primärkulturen beschränkt wird, die kloniert werden. Jeden Klon, der monoklonale Antikörper produziert, habe ich schließlich nochmals durch ELISA, Biacore und weitere Testsysteme auf Herz und Nieren geprüft. Bis letztendlich nur noch "die besten" 4 Klone  aus 50.000 getesteten Wells - also weniger als 0,001% - übrig bleiben!

Fazit – einmal Roche, immer Roche?

Ich habe von meiner Laborleiterin die Möglichkeit bekommen, diese "besten" Antikörper auf ihrem weiteren Weg durch andere Abteilungen, wie der Proteinchemie und der Testentwicklung, zu begleiten. Somit habe ich bei der Antikörper-Entwicklung von der Gewinnung der Milzzellen bis hin zur Reinigung der Antikörper mitgewirkt. Dabei sind mir die Antikörper ein bisschen ans Herz gewachsen. Bleibt nur zu hoffen, dass sie jetzt auch in dem diagnostischen Test eingesetzt werden!

Aufgrund der interessanten Projekte und dem ausgezeichneten Arbeitsumfeld kann ich mir sehr gut vorstellen, nach meinem Praktikum wieder zu Roche zurückzukehren.

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