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Auf der chinesischen Mauer (2. Teil)

Quelle: freeimages.com, sakue

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Nachdem Elisabeth Shanghai nun schon etwas besser kennt, macht sie sich auf zum nächsten Abenteuer: ein Aufenthalt in Peking. Auch wenn die Hauptstadt nicht so international ist wie erwartet, erlebt sie einiges. Und auch das Roche-Projekt schreitet voran.

Ein besonderes Abenteuer habe ich mir für die zweite Hälfte meines Aufenthalts aufgehoben: Ein Reise zur chinesischen Mauer und nach Peking. Ich habe einiges erwartet, aber wie immer kam es doch anders.

Elisabeth Roche Chinesische Mauer efn

Ich hatte mir die Hauptstadt Peking sehr international vorgestellt, vor einiger Zeit fanden dort ja die Olympischen Sommerspiele statt. Ich dachte, dass alles dort auf dem neuesten Stand sein müsste – kurz und gut: Peking wird noch besser als Shanghai!

Nach einer Nacht im Zug kam ich mit zwei Freunden früh am Morgen in Peking an und wir stürzten uns ins Sightseeing. Peking bietet mit der Verbotenen Stadt im Zentrum und dem Sommerpalast etwas außerhalb ein Kontrastprogramm zu Shanghai. Statt funkelnden Reklameschildern und Wolkenkratzern wie in Shanghai sieht man in Peking kleine Straßen im Künstlerviertel mit Cafés und Dachterrassen. Statt Shoppingmeilen Tempel, alte Paläste, Marschplätze und Nachtmärkte. Doch international? Keine englischen Wegweiser, wenig Taxifahrer, keine Touristeninformationen - aber dadurch hatten wir mehr Kontakt mit China, dem Land und den Leuten. Wow!

Ein besonderes Highlight war der Besuch der chinesischen Mauer in Mutianyu. Die Vorstellung, dass diese mit einfachen Mitteln über 6.000 km lang gebaut wurde, ist sehr beeindruckend. Schon dieses Erlebnis allein war die Reise wert.

Mein Projekt schreitet voran

Elisabeth Roche Büro efn

Aber auch in der Arbeit tut sich einiges. Von der Baustelle in unseren Büros sieht man weniger. Fast täglich stehen nun praktische Inbetriebnahmen an. Wird alles wie geplant laufen? Werden die Sollwerte in allen Technikbereichen erreicht? Jeden Tag gibt es neue Herausforderungen, externe Regierungs-Audits oder komplizierte Systeminbetriebnahmen, die zu meistern sind. Es ist zeitweise sehr schwierig, den chinesischen Lieferanten dazu zu motivieren, alle Dokumente rechtzeitig vorzubereiten. Nach einigen Absprachen klappt die Vorbereitung der Testläufe besser und die Gebäudetechnik wird ohne größere Hindernisse in Betrieb genommen. In meiner letzten Woche wurden alle Dokumente erfolgreich an das Projekt übergeben. Ich bin stolz, diesen Punkt erreicht zu haben.

Um noch weitere Einblicke in den Standort Shanghai zu bekommen, habe ich gegen Ende meines Aufenthalts mit der Projektleitung in weiteren Projekten zusammengearbeitet. Ich habe zum Beispiel Betreiberanforderungen und Organigramme für kommende Projektphasen erstellt. Es war spannend zu erkennen, wie in China Arbeitsprozesse definiert werden, dass hier eine Teeküche statt einer Kaffeeküche geplant wird und Platz für "Teamerfolgstafeln" ein fester Bestandteil im einem Großraumbüro sind. Erneut zeigt sich, dass die chinesischen Kollegen den Gruppenerfolg vor dem Einzelerfolg sehen.

Mein Abschied

Elisabeth Roche Abschied efn

An meinem letzten Tag habe ich meinen chinesischen Kollegen den deutschen Standort Penzberg in Oberbayern vorgestellt. Alle waren sehr interessiert, mehr über meinen Standort und Deutschland generell zu erfahren und erkundigten sich auch gleich nach Urlaubsmöglichkeiten. Am Abend gab es noch ein typisch chinesisches Dinner und dann musste ich mich von meinen Kollegen verabschieden. Ich bekam von ihnen viele Geschenke, von Schulbüchern zum Schreiben lernen über Schmuck bis Lotusblütensamen mit Kochrezept.

Ich habe von meinem Aufenthalt in China sehr viel für mich persönlich mitgenommen, konnte mich für meine weitere Laufbahn orientieren und mir überlegen, in welche Richtung ich gehen möchte. Ich lasse viele Personen zurück, die mich in Shanghai begleitet haben. Die Kultur, die anfangs befremdlich war, ist mir sehr viel näher gekommen. Für mich hat dieser Aufenthalt gezeigt, dass es mir Spaß macht, in einem internationalen Umfeld zu arbeiten und ich das in meiner Karriere weiter verfolgen möchte.

Im ersten Teil des Tagebuchs berichtet Elisabeth von ihrem Start in Shanghai.

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