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Als Detektivin in Tokio (1. Teil)

Japan Fächer Puppe (Quelle: freeimages.com, tsunei)

Quelle: freeimages.com, tsunei

Der Kauf eines U-Bahntickets und Geldabheben werden zum Abenteuer – denn Katharina ist in Japan. Nachdem sie schon das Personalmarketing von Bosch in einem Praktikum kennengelernt hatte, wollte sie gerne noch mehr vom Unternehmen erkunden. Im Tokioter Büro von Bosch ist sie nun mit Detektiv-Arbeit beschäftigt.

Nach einem ersten Praktikum im Personalmarketing bei Bosch in Stuttgart entschied ich mich dafür, noch eine andere Abteilung des Unternehmens kennenzulernen. Außerdem wollte ich das nächste Praktikum gerne mit einem Auslandsaufenthalt verbinden. Nach einiger Recherche fiel meine Wahl auf Japan. Dort bekam ich auch schnell eine Zusage für ein Praktikum im Export-Team des Geschäftsbereiches "Automotive Aftermarket" in Tokio.

Lost in Translation

An meinen ersten beiden Tagen in Tokio wurde ich von Eindrücken praktisch überflutet. Ich hatte schon zuvor im Ausland gelebt, aber die Sprachbarriere macht es am Anfang etwas schwierig, sich in Japan zurecht zu finden. Da werden der Kauf eines Monatstickets oder Geld abheben zur Herausforderung.

Bosch bleibt Bosch

Blick auf Tokio

In der Arbeit dagegen fiel es mir ganz leicht, mich zu orientieren. Denn im Tokioter Büro von Bosch sprechen viele der Mitarbeiter sehr gut Englisch. Wir produzieren zum Beispiel Injektoren für Dieselmotoren, die wir in der ganzen Welt verkaufen. Es handelt sich dabei um Produkte, die nur in Japan produziert werden. Da ich bisher wenig in Kontakt mit technischen Details gekommen bin, gibt es wahnsinnig viel dazu zu lernen. Bei meinem Einführungsseminar hat mein Betreuer beispielsweise verschiedene Injektoren als Anschauungsmaterial mitgebracht. Einige waren in China als Fälschungen aufgetaucht und er hat  mit gezeigt, woran man ein gefälschtes Produkt erkennen kann.

Bestellungen aus aller Welt

Ich arbeite in einem relativ kleinen Team, das vor allem Sales-, Logistik- und Marketingaufgaben hat. Wir sind zwei Praktikantinnen und drei feste Mitarbeiter. In der Logistik geht es darum, Bestellungen anderer Regionalorganisationen von Bosch aus aller Welt zu prüfen. Wir kontrollieren zum Beispiel, ob es Bestand im Lager gibt oder ob die Lieferzeit ausreichend bemessen wurde. Dabei handelt es sich um Routineaufgaben, die jeden Tag erledigt werden müssen.

Außerdem unterstützen wir die Regionalorganisationen beim Marketing für die Produkte. Zum Beispiel liefern wir Kommunikationsmaterial wie Kataloge und Flyer. Oder mein Betreuer fliegt in die entsprechenden Länder und bietet Trainings für den Vertrieb der Produkte an.

Preisänderungen für mehrere tausend Teile

Im Sales wird gerade eine neue Preisstrategie eingeführt. Das hört sich vielleicht einfach an, wenn es aber darum geht, für Regionalorganisationen die Preise für mehrere tausend Teile zu ändern, ist Genauigkeit gefragt. Die Regionalorganisationen tragen die Produkte, die sie in ihrem Land verkaufen können, in ein Formular ein. Wenn das Produkt schon vorher verkauft wurde, muss berechnet werden, ob der geforderte Preis angemessen angesetzt wurde, sodass auch für uns als erster Verkäufer ein Profit übrig bleibt.

Wenn das Produkt neu auf den Markt gekommen ist, müssen noch weitere Faktoren wie die Verfügbarkeit in dem Land geprüft werden. Anschließend schlagen wir dann einen  Preis vor. Wenn sich beide Seiten einig sind, wird der Preis in das System hochgeladen und das Produkt kann bestellt werden. Während der Einführung der neuen Preise stehe ich als Verantwortliche für sieben Länder in ständigem Kontakt mit den Regionalorganisationen.

Manchmal ist es Detektiv-Arbeit

Buddha in Kamakura

Bei einigen Produkten, deren Preise wir ändern müssen, fehlt die Produkt- oder die Herstellernummer. Dann mache ich mich auf die Suche, um die fehlenden Daten zu finden. Es macht mich zufrieden, wenn am Ende des Tages alles passt und keine Fehler mehr auftauchen.

Obwohl natürlich Konzentration gefragt ist, haben wir im Team immer viel Spaß. Es ist völlig normal, dass man nach der Arbeit mit Vorgesetzten und Kollegen etwas Trinken geht.

Aber manche Kollegen sind auch weniger locker, wollen keine definitiven Antworten geben und alles ist ihnen ein bisschen zu "muso kachi", also etwas zu kompliziert. Das kann durchaus etwas frustierend sein.

Australische Rettung

Auch im alltäglichen Leben frustriert mich die Uneindeutigkeit manchmal. Als ich am zweiten Tag mein Monatsticket kaufen wollte, habe ich das zum ersten Mal erlebt. Auf die höfliche Frage "Do you speak English?" antwortete mein japanischer Gesprächspartner vorsichtshalber mit "eher nicht", da er fürchtete, bloßgestellt zu werden.

Ich versuchte mit Händen und Füßen zu erklären, was ich wollte, und wurde von einem Schalter zum nächsten geschickt. Als ich am Ende den Tränen nahe wieder an derselben Stelle stand, nahm sich eine nette Australierin meiner an und kaufte das Ticket mit mir. Sie hat mir von ihren ersten Tagen in Japan erzählt. Am Ende war ich doch etwas ermutigt und überzeugt davon, dass ich mich irgendwann in diesem Land zurechtfinden werde.

Berg Fuji im Sonnenaufgang

Unter der Woche habe ich leider wenig Freizeit, da der Tag relativ spät beginnt und dafür auch sehr spät endet. Am Wochenende entdecke ich Stadt und Umgebung. Meine schönsten Erlebnisse waren ein Besuch in  einem heißen Mineralbad, Onsen genannt, und ein Ausflug zur Insel Enoshima, von wo aus man an klaren Tagen den heiligen Berg Fuji sehen kann.

Trotz der Strapazen der ersten Wochen fühle ich mich hier mittlerweile richtig wohl und wurde schon öfter überrascht von der Freundlichkeit der Menschen, der ungewohnten Umgebung  und der Schönheit des Landes.

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