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Im Ballsaal die Grundlagen der Wirtschaft lernen

Business Plan Business BWL MBA (© fotolia.com - Minerva Studio)

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Rentabilität, Bilanz, 'Income Statement' und Risikoanalyse – den juristischen Alltag prägen diese Begriffe nicht gerade. Und auch Physiker, Philosophen und Mediziner kämen in ihrem Fach wohl gut ohne sie aus. Jura-Student Gerrit wollte trotzdem wissen, was sich dahinter verbirgt und hat es beim 'McKinsey Campus 2011' in Kitzbühel herausgefunden. Und abends verriet der ehemalige Deutschlandchef von McKinsey, was heute die größten Herausforderungen für Unternehmensberatungen sind.

Titel der Veranstaltung

McKinsey Campus 2011

Datum und Ort

16. bis 20. März in Kitzbühel

Teilnehmer und Unternehmensvertreter

30 Studenten nicht-wirtschaftswissenschaftlicher Disziplinen und zehn Unternehmensvertreter (acht Berater, zwei HR-Mitarbeiter)

Ähnlich wie beim Mini-MBA, den die Neueinsteiger ohne wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund bei McKinsey durchlaufen, sollten bei diesem Event vor allem Studenten und Promovierende mit anderem akademischen Schwerpunkt die Grundzüge der Ökonomie erleben. Mitte März tauschte ich also für fünf Tage Steuerrecht gegen Microeconomics und Strafprozessrecht gegen Strategy und Operations.

Vorlesung im Ballsaal

Mit dreißig anderen wartete ich gespannt auf die erste Vorlesung und fühlte mich wie die meisten zurückversetzt ins erste Semester. Zugegeben: Die Ledersessel waren bequemer als die harte Bank im Hörsaal und die Aussicht im edlen Ballsaal der Alpine University, dem exklusiv von McKinsey als Trainingszentrum genutzten Grand Hotel Kitzbühel, war deutlich besser. Denn obwohl sich der Himmel nicht von seiner freundlichsten Seite zeigte, ließen sich die steilen Kurven der Streif, jener legendären Abfahrtspiste, immerhin erahnen. Und so rasant wie die Hasardeure der Piste beim jährlichen Hahnenkammrennen den Berg hinunter jagen, begann auch unser Ausflug in die Wirtschaft.

Bilanzen und Soft-Drinks

Anders als die unerbittliche Streif ließ uns der Lehrplan Zeit, die neuesten Erkenntnisse zu verarbeiten und umzusetzen. In kleinen Gruppen, die jeweils von einem McKinsey-Berater begleitet wurden, verglichen wir die Rentabilität von Softdrink-Herstellern, indem wir uns Bilanz und "Income Statement" ansahen. Außerdem erstellten wir Risikoanalysen für Logistikkonzerne und versuchten uns daran, den Aufbau von Lagerbeständen entlang der Lieferkette zu minimieren.

Lebensentwürfe zwischen Äthiopien und Entstehung des Universums

Gute Zusammenarbeit war auch beim Klettern und Curling am Samstagmorgen gefragt. Trotz der vielen Aktivitäten ergab sich beim Essen und in den Pausen dann auch immer wieder die Gelegenheit, intensiver mit anderen Teilnehmern zu sprechen und aus dem eigenen Elfenbeinturm auszubrechen. Dabei traf ich auf eine Vielfalt an Lebensentwürfen: vom Aufbau einer Berufsschule für Waisenmädchen in Äthiopien bis zur physikalischen Forschung an der Entstehung des Universums. Eines aber war allen Teilnehmern gemeinsam: das Interesse am Anderen, seinen Überzeugungen und Motiven.

Plaudern im Kaminzimmer

Auch Herbert Henzler, ehemaliger Deutschland- und Europachef von McKinsey und Gründungsvater der Alpine University, hat sich seine Neugier für die Fragen junger Menschen bewahrt. Im Kaminzimmer ließ er uns an seinen Anfängen bei McKinsey teilhaben und erzählte vom starken Wachstum der deutschen Büros. Während Henzler bei seinem Einstieg 1970 noch einer von wenigen Dutzend war, arbeiten heute mehr als 1.000 Berater für McKinsey in Deutschland und Österreich. Im Wettbewerb mit Banken, Industrie und Wissenschaft die Besten für sich zu gewinnen, ist für ihn eine der größten Herausforderungen, vor denen Top-Management-Beratungen heute stehen.

Ein buntes Bild der Wirtschaft

Auch die Praxisberichte der anderen Berater bereicherten die Vorlesungen und Gruppenarbeiten. Daraus entstand am Ende der fünf Tage ein Bild der Wirtschaft, das so plastisch war wie die Bilder des Kitzbüheler Expressionisten Alfons Walde von seiner Tiroler Heimat. Er gebrauchte seine Farben derart intensiv, dass seine Werke fast greifbar werden.

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Willst du mehr über unseren Partner McKinsey erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

Kommentar (1)

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  1. Josef Maier

    Wow, ihr habt ein brisantes Thema echt richtig gut in Worte verpackt

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