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Interkulturelle Kompetenz für Anwälte

Business Anzug Glaskugel Welt (Quelle: freeimages.com, sqback)

Quelle: freeimages.com, sqback

Wer nicht die Feng-Shui-Regeln der Sitzordnung kennt, hat es sich mit chinesischen Klienten schnell verscherzt - nur eine der Erkenntnisse, die Maximilian aus dem Workshop "Interkulturelle Kompetenz" mitnahm. Wie gut, dass er diese gleich am eigenen Leib erfahren konnte.

Titel und Thema der Veranstaltung

Interkulturelle Kompetenz als Schlüssel zur globalen Arbeitswelt

Zeit und Ort

9. Oktober 2015, Frankfurt am Main

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter

29 Teilnehmerinnen und Teilnehmer; Prof. Dr, Johannes Adolff, Dr. Astrid Arndt und weitere Partner und Associates von Hengeler Mueller

Ein Workshop einer großen Wirtschaftskanzlei zum Thema Interkulturelle Kompetenz? Das sticht heraus; mein Interesse war sofort geweckt. Doch nur auf den ersten Blick scheint es ein ungewöhnliches Thema zu sein. In Zeiten grenzüberschreitender Mandate und der Arbeit in internationalen Teams ist interkulturelle Kompetenz eine unverzichtbare Schlüsselqualifikation für die Anwaltstätigkeit. Da ich bereits an einem Hengeler-Mueller-Praxis-Workshop zum Thema "Finance und Krisenbewältigung" teilgenommen hatte, wusste ich, dass auch dieses Mal vielseitige Einblicke und ein insgesamt spannender und interessanter Tag zu erwarten waren.

Los ging es an einem späten Freitagvormittag im Frankfurter Büro. Bereits beim Eintreffen konnte ich mich bei Erfrischungen und einer kleinen Stärkung mit den anderen Teilnehmenden bekannt machen, bevor dann die offizielle Begrüßung und Vorstellung aller begann. Das Teilnehmerfeld bestand dabei aus einer bunten Mischung von Studierenden, Referendaren, Assessoren und vielen Promovierenden aus allen Ecken der Bundesrepublik. Eines verband jedoch alle: vielseitige Auslandserfahrung und ein großes Interesse an anderen Kulturen.

Manchmal hilfreich: Feng-Shui-Grundkenntnisse

Den Anfang machte Prof. Dr. Johannes Adolff, Partner aus dem Frankfurter Büro, der seit geraumer Zeit das im Jahr 2014 in Shanghai eröffnete Büro auch vor Ort mitbetreut. Zunächst berichtete er von den Hintergründen zur Eröffnung des Shanghaier Büros und den Zukunftschancen auf dem chinesischen Markt. Vor allem aber ließ er uns an den Herausforderungen teilhaben, die sich beim Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen insbesondere im geschäftlichen Bereich ergeben. Die mitunter sehr unterhaltsamen Ausführungen zeigten, dass auch ein gestandener Sozius nicht vor kulturellen Fettnäpfchen gefeit ist. So kann etwa ein eben noch heiterer Gesprächspartner von einem Moment auf den anderen für den Rest des Abends mit versteinerter Miene schweigen, weil man die subtilen Unterschiede in der auf Hierarchie und Feng Shui basierenden Sitzordnung unbewusst missachtete. Als Fazit bleibt: So sehr man sich auch auf einen Auslandsaufenthalt vorbereiten und einlesen kann, das Prinzip "Versuch und Irrtum" bleibt doch der effektivste Lehrmeister.

Im Anschluss an den ersten Block folgte das Mittagessen. Hier kamen zahlreiche Anwälte aus dem Büro hinzu, um sich mit den Workshop-Teilnehmenden in entspannter Atmosphäre auszutauschen. Die Ausführungen des Vormittags boten dabei einen hervorragenden Gesprächseinstieg.

Kompetenz durch Gruppenspiele

Die Hauptrollen am Nachmittag übernahmen Nicole Brandes, eine Expertin für Interkulturelles Management und Global Leadership sowie die Teilnehmenden selbst. Ziel des Nachmittags war es, unser Bewusstsein für interkulturelle Fragen zu schärfen und Impulse für eine erfolgreiche Zusammenarbeit in einer multikulturellen Geschäftswelt zu bekommen. Nachdem Frau Brandes uns einen Einblick in kulturtheoretische Grundlagen gegeben hatte, setzten wir in verschiedenen Gruppenarbeiten und -spielen das soeben Erlernte um, stellten aber auch eigene Überlegungen an, etwa: Was macht überhaupt Kultur aus? Was ist ein Kulturschock? Oder: Wer soll sich auf wen einstellen – die Mehrheit oder der Neue? Die verschiedenen interaktiven Tätigkeiten sorgten dafür, dass ich interessante Erfahrungen an eigenem Leib machte und das ein oder andere Aha-Erlebnis hatte.

Nach einer Frage- und Antwort-Session zu Referendariat, Berufseinstieg und dem Unternehmen selbst stellte ein Rundgang durch das Büro den Abschluss des "Arbeitstages" dar. Den Abend ließen wir in entspannter und lockerer Atmosphäre in einem Frankfurter Restaurant ausklingen, wo das HR-Team, Associates und Partner bis spät in die Nacht für anregende Gespräche sorgten.

Fazit

Insgesamt war ich vom Workshop sehr begeistert. Das Format bot eine hervorragende Möglichkeit, einen Einblick in die Kultur und das Selbstverständnis von Hengeler Mueller zu bekommen, viele der Anwälte kennenzulernen und zudem Einblicke in Interkulturelle Kommunikation zu erhalten. Da ich unter den Teilnehmenden viele Gleichgesinnte kennenlernte, war auch für Spaß an solch einem langen Tag gesorgt.

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