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Großkanzlei-Einblick zu afrikanischen Beats

Trommeln Musik (Quelle: freeimages.com, cx_ed)

Quelle: freeimages.com, cx_ed

Gehört und gelesen hatte Felix viel über die Welt der Großkanzleien. In seinem Frühjahrspraktikum bei Hengeler Mueller fand er heraus, wie es dort wirklich zugeht. Die Mär von der Mitarbeit an internationalen Mandaten bestätigte sich schon mal. Mit afrikanischen Kochkursen und Trommelkonzerten hatte er jedoch nicht gerechnet.

Unternehmen und Ort:

Hengeler Mueller, Frankfurt

Position und Abteilung im Unternehmen:

Praktikant im M&A

Zeitpunkt und Dauer des Praktikums:

Vier Wochen, 25. Februar bis 22. März 2013

Anwalt in einer Großkanzlei: Glaubt man der Selbstdarstellung der Kanzleien, verspricht das eine außergewöhnliche Karriere, ein hohes Einstiegsgehalt und die Mitarbeit an spannenden internationalen Mandaten. Interessanterweise überwiegen in den Köpfen der Generation Y dennoch die Schattenseiten. Als Jurastudent im fünften Semester wollte ich mir ein eigenes Urteil bilden. Beim Frühjahrspraktikum 2013 von Hengeler Mueller schlüpfte ich für vier Wochen in die Rolle eines Nachwuchs-Wirtschaftsanwalts.

Open door, open Ohr

Empfangen wurde unsere elfköpfige Praktikantengruppe in einem Konferenzraum im 25. Stock des Westend Duos mit einem 180-Grad-Blick über die Frankfurter Skyline. Nach einer netten Begrüßungsrunde und reichlich Informationsmaterial lernten wir unsere Tutoren kennen. Jedem Praktikanten wurden zwei davon zugeteilt, die uns vom ersten Tag an durch das Praktikum begleiteten. Dabei hatten sie neben der Open Door stets ein Open Ohr für uns. Ursprünglich waren meine Tutoren Tim Schlösser (Corporate/M&A) und Dr. Maya Baußmann (Litigation). Wegen einer mandatsbedingten Ad-hoc-Reise nach Mexiko wurden mir zusätzlich Tino Schneider (Litigation) und Frederik Gärtner (M&A) zugeteilt. Ich war damit bestens umsorgt.

Was macht ein Nachwuchs-Wirtschaftsanwalt den ganzen Tag?

So unterschiedlich wie die Fachbereiche meiner Tutoren waren auch meine täglichen Aufgaben. Gegenstand meiner Vermerke und Recherchen waren etwa die Ablehnung von Schiedsrichtern in internationalen Schiedsverfahren, Bereicherungsrecht im Mehrpersonenverhältnis unter Banken sowie eine Post-M&A-Streitigkeit auf Grundlage eines 173-seitigen Vertrags – natürlich in englischer Sprache. Vor jedem Arbeitsauftrag erklärten mir meine Tutoren das zugrundeliegende Mandat, sodass ich stets wusste, warum meine Arbeit notwendig war und wie die Ergebnisse verwendet wurden.

Es war unglaublich motivierend, nicht nur mit Recherchen zu fiktiven Rechtsproblemen "ruhiggestellt" zu werden, sondern einen sichtbaren Beitrag zu aktuellen Mandaten zu leisten. Dazu war es häufig nötig, allein mit den Kniffen der juristischen Methodenlehre eine eigene kreative Lösung zu entwickeln. Am Ende jedes Arbeitsauftrags erhielt ich Feedback zu meiner Arbeit und Infos über den weiteren Verlauf des Mandats. Erfreulich waren für mich vor allem das kollegiale Miteinander und die angenehme Arbeitsatmosphäre, die trotz der hohen Arbeitsbelastung im ganzen Büro zu spüren war. Diese Stimmung zeigte sich nicht nur während der Arbeit am Mandat, sondern auch bei fast täglichen Geburtstagskuchen in der Teeküche oder beim wöchentlichen Hengeler-Kick nach Dienstschluss in einer Indoor-Soccer-Halle.

"What's 'vorläufiger Insolvenzverwalter' in English?"

"Doppelsteuerabkommen", "Freistellungsmethode" oder "Wandelschuldverschreibung" auf Englisch? Keine Ahnung? Das ließ Englischlehrerin Jamie Ettelson nicht gelten. Die Muttersprachlerin aus Philadelphia sagte unserer Unwissenheit den Kampf an. Bewaffnet mit Vokabelheften diskutierten wir über wirtschaftliche und juristische Kurztexte, berichteten von unserer täglichen Arbeit oder hielten Kurzreferate. Die buntgemischten Vorträge reichten dabei von einer "Einführung in die internationale Schiedsgerichtsbarkeit" über den "Fremdvergleichsgrundsatz im Steuerrecht" bis hin zur "Sprungrevision". Die komplexen Sachverhalte und Jamies rasantes Tempo waren dabei nicht immer ein Gänseblümchenpflücken, selbst mit einem einjährigen Auslandsaufenthalt in der Tasche.

M&A Deal im Zeitraffer

Spricht die Bilanz eher für einen Asset Deal oder einen Share Deal? Welche Transaktionsstruktur ist steuerlich vorteilhafter? Was sind die Key Assets des Targets? Diesen Fragen gingen wir in einer Fallstudie zum Unternehmenskauf nach, wobei wir - die Praktikanten - die Käuferseite vertreten sollten. Unsere Tutoren Dr. Maximilian Clostermeyer und Dr. Stephan Hennrich eröffneten die Fallstudie mit einer ausführlichen Einführung in die Welt der Unternehmenskäufe und halfen uns damit nicht nur über das Fachchinesisch hinweg. Nun war es unsere Aufgabe, eine eigene Due Diligence durchzuführen, um die rechtlichen Risiken des Kaufgegenstands zu bewerten.

Anschließend erarbeiteten wir einen maßgeschneiderten Kaufvertrag (Mark-up), der die festgestellten Risiken durch ein abschließendes vertragliches Gewährleistungsrecht abfedern sollte. Besonders spannend war dabei das Zusammenspiel verschiedener Rechtsgebiete. Glücklicherweise bestand unser Praktikantenteam aus angehenden Gesellschafts-, Steuer- und Arbeitsrechtlern, sodass wir für die Fallstudie bestens gerüstet waren. Rückblickend war unser Vertragsentwurf ein wenig zu käuferfreundlich, sodass am Verhandlungstisch wohl die Fetzen geflogen wären. Alles in allem war es ein kleiner aber faszinierender Einblick in die Welt der Mergers and Acquisitions.

Kochkurs, Trommeln und Partner-Mittagessen

Praktikumsbegleitend bekamen wir allerlei geboten: Unsere erste Freizeitveranstaltung war ein Afrikanisch-Kochkurs unter der Leitung von James - einem ehemaligen Koch der königlichen Familie von Togo. Unterstützt wurde er von Mambo, einem leidenschaftlichen Tänzer, wie sich beim anschließenden Trommelkonzert herausstellte. Neben Mambo hatten aber vor allem Praktikanten, Tutoren und die Personalreferentin Julia Frey Gelegenheit, zu den afrikanischen Beats mit einer eigenen Choreographie zu glänzen.

An einem anderen Abend ging es gemeinsam mit den Referendaren und unseren Tutoren zum Bowling. Obwohl zwischen Genie und Wahnsinn jeder Bowlingtyp vertreten war, blieben alle Beteiligten unverletzt, sodass wir uns beim anschließenden Abendessen in einer echten Frankfurter Apfelweinkneipe privat näher kennenlernen konnten.

Neu im Programm war das Praktikanten-Partner-Mittagessen, wobei jeweils drei Praktikanten von einem Partner zum Mittagessen eingeladen wurden. Dort konnten wir Dr. Joachim Rosengarten unsere Fragen stellen, wobei er auf alle - angenehme wie unangenehme - antwortete. Da ein Partner im stressigen Arbeitsalltag für ein lockeres Gespräch mit einem Praktikanten nur selten Zeit findet, war das Mittagessen eine gute Gelegenheit, aus erster Hand etwas über das Berufs- und Privatleben eines Partners zu erfahren und obendrein den einen oder anderen Karrieretipp mitzunehmen.

Fazit

Mein vierwöchiger Ausflug in die Welt der Großkanzleien war eine aufregende Erfahrung. Besonders begeistert haben mich die vielen netten Menschen, das spannende Arbeitsumfeld und die herzliche Stimmung. Das Praktikantenprogramm von Hengeler Mueller empfehle ich jedem, der bereit ist, die herrschenden Vorurteile über große Wirtschaftskanzleien zu hinterfragen. Denn nur eine eigene Erfahrung lüftet den Schleier der vielen Vorurteile und ermöglicht ein eigenes Urteil.

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Willst du mehr über unseren Partner Hengeler Mueller erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

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