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Kanzlei, Kartelle, Kunst und Harzer Käse

Ein LL.M. kann deine Job-Chancen verbessern [Quelle: freeimages, Autor: ywel]

Quelle: freeimages, ywel

Beim Workshop 'Kartellrecht 2010' mit Hengeler Mueller in Düsseldorf lernte e-fellows.net-Stipendiat Jan am 4. und 5. März 2010 die Wirtschaftskanzlei von ihrer persönlichen Seite kennen. Dabei erfuhr er auch, wie man seinen juristischen Spürsinn dazu einsetzen kann, den Käsemarkt abzugrenzen. Insgesamt nahmen 30 Teilnehmer am Workshop und den Abendveranstaltungen teil.

Titel und Thema der Veranstaltung

Workshop Kartellrecht und Fusionskontrolle bei Hengeler Mueller

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter

Vortragende Vertreter von Hengeler Mueller waren Dr. Christoph Stadler, Partner; Manuel Zandt, Associate; Dr. Markus Röhrig, Partner; Dr. Michael Bogner, Associate; Dr. Alf-Henrik Bischke, Partner; Dr. Hannes Wakonig, Associate; Jochen Burrichter, Partner, und Thomas Meurer, Partner. Zu den Abendveranstaltungen gesellten sich noch weitere Anwälte.

Willkommen in der Firma?

Denkt der Nicht-Jurist an Großkanzleien, so liegt über dieser Vorstellung oft ein Hauch von John Grishams Roman "Die Firma". Hier heuert Mitch McDeere nach seinem Studium bei einer Kanzlei an, in der austauschbare und karrieristische Anwälte Tag und Nacht an dubiosen Transaktionen arbeiten und so gut wie nie nach Hause kommen.

Auch unter Jura-Studenten selbst gibt es wohl genügend Vorurteile. Vielen erscheinen Großkanzleien gesichtslos, und die Mehrheit kann sich eine Tätigkeit dort eher nicht vorstellen. Viele informieren sich auch nicht vor Ort über das wirkliche Arbeitsklima und die Tätigkeiten in einer Großkanzlei. Es bleibt beim Schubladendenken.

Auch ich hatte natürlich schon einiges über Großkanzleien gehört und habe "Die Firma" gelesen. Aber persönlich kennengelernt hatte ich noch keine. Schon vor einiger Zeit machte mich ein Artikel in der "Zeit" neugierig auf Hengeler Mueller. Zudem promoviere ich im Kartellrecht, meine Dissertation passte somit auch thematisch gut zum Workshop. Zusammen mit einem grundsätzlichen Interesse an Großkanzleien hatte ich also drei gute Gründe für eine Bewerbung.

Natürlich kann ein eintägiger Workshop nicht den Anspruch erheben, einem die Arbeit in einer Großkanzlei authentisch vor Augen zu führen und einen tieferen Einblick in die Arbeitsatmosphäre zu geben. Für einen ersten Eindruck erschien er jedoch sinnvoll und geeignet.

Von Kartellanten und Harzer Käse

Bereits beim Kennenlernabend am Donnerstag lernten wir einige der Anwälte in lockerer Atmosphäre kennen und konnten bei frischem – für einige Auswärtige auch gewöhnungsbedürftigem – Altbier erste Fragen stellen. Natürlich ging dabei alles so gesittet zu, wie es der nächste Workshoptag verlangte.
Am Freitagmorgen trafen wir uns dann im Büro von Hengeler Mueller. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde begann der erste Vortrag zum Thema Marktabgrenzung. Das Thema war zum Einstieg gut geeignet und forderte nicht nur den juristischen, sondern auch den Geruchssinn heraus: Als es darum ging, den Käsemarkt abzugrenzen, reichte uns Dr. Stadler sogleich diverse Käsesorten als Anschauungsobjekte, darunter Limburger und Harzer Roller. Danach konnte nun wirklich niemand mehr behaupten, Kartellrecht sei trocken und wenig anschaulich.

Es folgte eine ebenso interessante Fallstudie zur Fusionskontrolle. Hierbei ging es darum, wie Anwälte bei einer Fusion im Energiesektor als Mittler zwischen Mandanten und den Kartellbehörden auftreten und welche Fragen sie dabei stellen müssen.

Nach einem kurzen Mittagessen in der Kanzlei ging es zum nächsten Workshop. Hier standen "dawn raids", also Durchsuchungen durch die Kartellbehörden, und Bonusregelungen für Kronzeugen im Blickpunkt. Es entwickelte sich eine gute Interaktion, wobei viele interessante Aspekte aus der anwaltlichen Praxis zur Sprache kamen. Beispielsweise, wie man als Anwalt reagieren sollte, wenn ein Mandant anlässlich einer Durchsuchung plötzlich anruft und um Hilfe bittet. Da passte es gut und trug zur realitätsnahen Vortragsweise bei, dass mitten im Vortrag das Handy des Vortragenden klingelte.

Beim letzen Workshop verteilte Jochen Burrichter eine Beschreibung der Sanktionsmaßnahmen bei Kartellrechtsverstößen, die viele interessante und aktuelle Probleme enthielt. Man merkte insgesamt deutlich, dass hier ausgezeichnete Juristen Spaß an ihrem Handwerk hatten.

Natürlich durfte auch eine Kanzleipräsentation nicht fehlen, die aber erfreulicherweise keine plumpe Eigenwerbung war. Vielmehr zeigte sie, welch interessante Einstiegsmöglichkeiten es bei Hengeler Mueller gibt, zum Beispiel für Referendare und wissenschaftliche Mitarbeiter. Anschließend gab es die Möglichkeit, an einer Kanzleiführung teilzunehmen und Einzelgespräche mit den Anwälten zu führen.

Kunst und Kennenlernen

Nach diesem fachlich sehr ansprechenden Programm sollte am Abend auch das Kulturelle nicht zu kurz kommen. Nach einer kurzen Pause im Hotel ging es zur Kunstsammlung K21 des Landes Nordrhein-Westfalen ins Ständehaus, das nur einen Katzensprung vom Hotel entfernt lag. In der Ausstellung waren teils bekannte Bilder von Künstlern des 20. Jahrhunderts mit einer modernen Skulptur kombiniert. Unsere Führerin versuchte uns die jeweiligen Deutungsebenen zu erläutern und war schon ein wenig überrascht, wie kunstinteressiert so ein Haufen Juristen doch sein kann.

Künstlerisch blieb es auch beim abschließenden Abendessen im Restaurant "Malkasten", wo auch der gleichnamige Künstlerverein residiert. Das Essen war über jeden Zweifel erhaben, und wiederum hatte Hengeler Mueller die Sitzordnung so arrangiert, dass immer Anwälte in gut ausgewogener Anzahl zwischen den Teilnehmern saßen. So bestand noch einmal Raum für gezielte persönliche oder kanzleibezogene Nachfragen.

Mein Fazit

Ob man einen derartigen Workshop als gelungen empfindet und weiterempfiehlt, hängt zum großen Teil wohl davon ab, was man von ihm erwartet. Ich wollte die Anwälte von Hengeler Mueller persönlich kennenlernen und erfahren, wie die Praxis und die Anwendung des Kartellrechts in einer Großkanzlei funktionieren. Insgesamt fand ich den Workshop hierfür exzellent geeignet. Ich war überrascht, wie zugänglich und locker die Anwälte im persönlichen Gespräch waren.

Zudem hatte ich eher nicht erwartet, dass die Praxis des Kartellrechts so spannende Facetten bietet und dass man sich in so viele verschiedene Bereiche des täglichen oder eher nichtalltäglichen Lebens einarbeitet. Es gab in der Summe eine gut ausgewogene Mischung aus persönlichem Kennenlernen und fachlichen Einblicken, soweit eben an einem Tag möglich. Auch fand ich es bereichernd, zu erfahren, welche Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten Hengeler Mueller insgesamt zu bieten hat. In dieser Kanzlei wäre Mitch McDeere sicherlich glücklicher geworden.

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Willst du mehr über unseren Partner Hengeler Mueller erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

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