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Rollenspiel im Schiedsgericht

Schachspiel (Quelle: freeimages.com,Autor: hifijohn)

Quelle: freeimages.com, hifijohn

Was haben Lieferungen von Rauchgas mit juristischer Arbeit zu tun? Beim Hengeler Mueller-Workshop 'International Arbitration' erfuhr e-fellows.net-Stipendiatin Leonie, wie vielseitig die Tätigkeit in einer internationalen Großkanzlei sein kann.

Titel der Veranstaltung:

International Arbitration

Datum und Ort:

4. Mai, Frankfurt

Teilnehmer und Unternehmensvertreter:

30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Hengeler Mueller Partner Dr. Carsten van de Sande, Dr. Peter Heckel, Dr. Henning Bälz und zahlreiche Associates des Dispute Resolution-Teams von Hengeler Mueller.

Warum habe ich am Workshop "International Abitration" von Hengeler Mueller teilgenommen? Zunächst hat mich das Thema der Veranstaltung angesprochen: die internationale Schiedsgerichtsbarkeit. Diese kannte ich bisher nur aus der Theorie und ich wollte nun die Chance nutzen, zu erfahren, welche Aufgaben Anwälte und Schiedsrichter übernehmen. Außerdem erachtete ich den Workshop als gute Möglichkeit, die Großkanzlei Hengeler Mueller persönlich kennenzulernen.

Info aus erster Hand

Nach einer Begrüßung durch Herrn Dr. van de Sande stellten sich alle Hengeler Mueller-Vertreter vor und gaben uns einen Überblick über die anwaltlichen Tätigkeitsschwerpunkte der Sozietät im Bereich Dispute Resolution. Danach sind wir direkt in den inhaltlichen Teil der Veranstaltung eingestiegen, mit dem Vortrag von Dr. Peter Heckel: "Civil-Law-Prozessregeln: ein geeignetes Modell für internationale Schiedsverfahren?". Der Vortrag beschäftigte sich nicht nur mit der Theorie, sondern bot viele Informationen über die praktische Situation von Internationalen Schiedsgerichten. Dr. Heckel gab seine eigenen Erfahrungen wieder, die er selbst als Schiedsrichter sammeln konnte. Beides erfolgte insbesondere im Hinblick auf die "IBA – Regeln zur Beweisaufnahme". Im Anschluss an seinen Vortrag ging Peter Heckel noch auf unsere zahlreichen Fragen ein.

Im nächsten Programmpunkt stellte uns Dr. Henning Bälz die internationale Schiedsgerichtsbarkeit von Hengeler Mueller am Beispiel von Gaslieferverträgen dar. Der Vortrag hat es mir ermöglicht, mir vorzustellen, wie die Arbeit eines Anwalts im Bereich "Dispute Resolution" bei Hengeler Mueller tatsächlich aussieht.

Der Kampf um den Gasvertrag

Nach der Mittagspause im Büro von Hengeler Mueller folgte ein Planspiel ("Mini Moot Court"). Es wurden insgesamt sechs Teams mit jeweils fünf Teilnehmern gebildet. Zwei Teams waren die Kläger, zwei die Beklagten und zwei die Schiedsrichter.

Jedes Team arbeitete eine Strategie für einen simulierten Fall aus. Dann kam es zur Verhandlung, in der alle Teilnehmer engagiert ihre Seite vertraten.

Ich war in einem der Kläger-Teams. Es ging um einen Vertrag, der unter anderem die Lieferung von Rauchgas und anderen Materialien durch die Beklagten umfasste. Da die Anlage der Beklagten dieses Rauchgas entgegen aller Erwartungen nicht herstellte, konnte diese auch nicht liefern. Die Klägerin benötigte das Rauchgas allerdings dringend. Problematisch war die folgende Frage: Verpflichtet der Vertrag die Beklagten überhaupt zur Lieferung von Rauchgas, oder schulden sie lediglich die Lieferung der anderen Materialien? Wir Kläger versuchten, die Beklagten sowie die Schiedsrichter davon zu überzeugen, dass der Vertrag die Verpflichtung zur Lieferung von Rauchgas enthalte. Die Beklagten versuchten selbstverständlich das Gegenteil.

Vom Geschehen mitgerissen

Dies war nur eine von zahlreichen Fragen, die vor dem Schiedsgericht ausdiskutiert wurden. Sowohl die Vorbereitung auf die simulierte Verhandlung als auch die Verhandlung selbst gaben allen Teilnehmern die Möglichkeit, mitzuarbeiten und mitzuargumentieren. Es war spannend zu sehen, wie schnell man sich in einen Fall hineinversetzen kann und wie viel Spaß es macht, für die eigene Position zu argumentieren und die Argumente der Gegenseite zu entkräften.

Plausch beim Kaffee - und beim Aperitif

Im Anschluss an die Verhandlung gab es bei Kaffee und Kuchen eine weitere Möglichkeit, in lockerer Atmosphäre andere Teilnehmer, Anwälte und Vertreter von Hengeler Mueller näher kennenzulernen und sich auszutauschen.

Nach einer kurzen Pause im Hotel ging es weiter zu einer gelungenen Stadtführung: Frankfurter Kriminalfälle und die Rechtsgeschichte der Stadt. Am Restaurant angekommen, stimmten wir den gemütlichen Teil des Tages mit einem Aperitif ein, dem sich ein gemeinsames Abendessen anschloss.

Die Tische waren gemischt mit Teilnehmern und Unternehmensvertretern besetzt. Die Atmosphäre war entspannt, und wir haben uns sowohl privat unterhalten als auch Gespräche über die Karriere- und Einstiegsmöglichkeiten bei Hengeler Mueller geführt.

Rotieren ist angesagt

Alle Unternehmensvertreter waren offen für Fragen. Das für Hengeler Mueller typische Rotationsprinzip wurde besonders hervorgehoben: Man ist als Associate zwei Partnern - und nicht nur einem - zugewiesen. Außerdem hat man nach einer gewissen Zeit die Möglichkeit, den Tätigkeitsbereich zu wechseln. Weiß man beim Berufseinstieg also noch nicht genau, in welchem Schwerpunkt man tatsächlich arbeiten möchte, hat man die Chance, verschiedene Bereiche auszuprobieren. Man muss sich also nicht sofort festlegen.

Außerdem ist zu betonen, dass im Referendariat wie auch als Rechtsanwalt die Möglichkeit besteht, für eine gewisse Zeit im Ausland zu arbeiten, sei es in den Hengeler Mueller Büros in London oder Brüssel oder bei einer befreundeten Kanzlei im Ausland.

Fazit

Ich hatte die Hoffnung, mehr über internationalen Schiedsgerichtsbarkeit zu erfahren und Hengeler Mueller kennenzulernen. Für beides war der Workshop sehr geeignet. Das Thema International Arbitration wurde nicht nur theoretisch besprochen, sondern es wurde auch die praktische Tätigkeit in diesem Bereich aufgezeigt. So war es mir möglich, eine konkrete Vorstellung von der Arbeit zu bekommen. Neben dem inhaltlichen Aspekt des Workshops haben mir besonders die Abendveranstaltungen gefallen. Hengeler Mueller hat durch die vertretenen Anwälte und Mitarbeiter, die sehr nett, kommunikativ und für alle Fragen offen waren, eine gute Atmosphäre geschaffen. Die Teilnahme an dem Workshop hat sich für mich in jedem Fall gelohnt.

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Willst du mehr über unseren Partner Hengeler Mueller erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

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