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Juristische Detektivarbeit

Ein LL.M. kann deine Job-Chancen verbessern [Quelle: freeimages, Autor: ywel]

Quelle: freeimages, ywel

Unternehmenskäufe, Eisenbahnstrecken und ein Abstecher in den Klettergarten: In ihrem sechswöchigen Sommerpraktikum bei Hengeler Mueller in Berlin konnte Wiebke in den Joballtag einer Großkanzlei hineinschnuppern. Dass bei großen Rechtsfällen neben fundierten Jura-Kenntnissen auch Detektivarbeit gefragt ist, war nur eine Erkenntnis, die sie aus dem Praktikum mitnahm.

Unternehmen und Ort

Hengeler Mueller in Berlin

Zeitpunkt und Dauer des Praktikums

26. Juli bis 3. September 2010

Wer hat mich betreut?

Neben mir nahmen an dem diesjährigen Sommerpraktikum bei Hengeler Mueller noch drei weitere Praktikantinnen teil. Wir wurden jeweils von zwei Tutoren betreut. Um mich haben sich Frau Dr. Dorothee Kuon (Associate) und Herr Dr. Jan D. Bonhage (Senior Associate) gekümmert.

Warum habe ich das Praktikum absolviert?

Dass das Studium der Rechtswissenschaften kein leichtes ist, ist generell bekannt. Eine der vielen Hürden auf dem Weg zum Staatsexamen ist die praktische Studienzeit, ein Pflichtpraktikum von mehreren Monaten. Es erfordert eine gute Organisation, für dieses während den Semesterferien zwischen Hausarbeiten, weiteren Verpflichtungen und dem wohlverdienten Urlaub Zeit zu finden. Irgendwie mangelte es bei mir an dieser Organisation.

So kam es dazu, dass ich als Examenskandidatin noch mehrere Wochen Praktikum zu absolvieren hatte. Ganz nach dem Motto "wenn schon, denn schon" entschied ich mich, den Blick in eine Großkanzlei zu wagen. Dank eines sehr positiven ersten Eindrucks während einer Veranstaltung im Rahmen des Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot Courts und Empfehlungen ehemaliger Praktikanten fiel meine Wahl schnell auf Hengeler Mueller. Die anfängliche Angst, mich vielleicht doch etwas übernommen zu haben, war vollkommen verfehlt: Das Sommerpraktikum bei Hengeler Mueller war eine der wertvollsten Erfahrungen meines Studiums.

Mein erster Tag

Selten wurde ich so herzlich empfangen wie am ersten Tag bei Hengeler Mueller. Der Tag begann mit einem Frühstück mit den Organisatoren des Sommerpraktikums. Herr Dr. Matthias Wittschen (Senior Associate) und Frau Dr. Nicole Hasselmann (Associate) erklärten uns alles Wichtige zum Ablauf des Praktikums und dem umfangreichen Rahmenprogramm. Es folgten eine Kanzleiführung inklusive persönlicher Vorstellung aller Mitarbeiter, eine IT-Aufklärung und ein hervorragendes Mittagessen zum Kennenlernen unserer Tutoren. Ich habe mich unglaublich willkommen gefühlt. Bereits der Aufwand hinter dieser Begrüßung hat deutlich gemacht, wie ernst Hengeler Mueller das Praktikum nahm und was mich in den nächsten sechs Wochen alles erwartete.

Mein persönlicher Arbeitsbereich

Das große Engagement seitens der Kanzlei zeigte sich weiter ganz deutlich in der Art der Arbeiten, die ich von meinen Tutoren, Frau Dr. Dorothee Kuon (Associate) und Herr Dr. Jan D. Bonhage (Senior Associate), zugeteilt bekam. Das Praktikum war alles andere als Kaffee kochen, Akten lesen und kopieren. Von Anfang an durfte ich zum Beispiel an einem echten Schriftsatzentwurf mitarbeiten. Ich wurde fortlaufend mit entscheidenden Recherchearbeiten betraut und arbeitete oft an mehreren verschiedenen Aufgaben gleichzeitig.

Ich hatte das Gefühl, dass sich meine Tutoren ernsthaft Gedanken gemacht hatten, wie ich sie am effektivsten unterstützten konnte. Anstatt mich als Last oder einfachen Weg, nervige Arbeiten abzuschieben, anzusehen, wussten sie meine vorhandenen Kenntnisse auszuschöpfen und forderten mich mit anspruchsvollen Arbeiten und einem hohen Anspruch heraus.

Recht, abseits vom Mainstream

Aufgrund meiner Wahl des Immaterialgüterrechts als Schwerpunkt war ich nicht im "Mainstream" mit M&A, Gesellschaftsrecht oder Aktienrecht beschäftigt. Stattdessen vertiefte ich vorhandene Kenntnisse im Urheberrecht, Kartellrecht und Verwaltungsrecht und gewann neue Einblicke in solch ausgefallene Rechtsgebiete wie Eisenbahnrecht, Planungsrecht, öffentliches Vergaberecht und Umweltrecht.

In einer meiner umfassendsten Aufgaben befasste ich mich zum Beispiel mit den rechtlichen Rahmenbedingungen der Planung und Finanzierung eines Eisenbahnschienenbaus. Die Frage lautete: Wie kann man trotz fehlender öffentlicher Mittel eine öffentliche Eisenbahnstrecke bauen? Ich hatte noch nie etwas vom AEG, dem BSchwAG oder A-Modellen und F-Modellen gehört. Allerdings fand ich in der sehr gut ausgestatteten hauseigenen Bibliothek mit Blick über Berliner Dom und das Rote Rathaus einiges zum Eisenbahnrecht und PPPs ("Public Private Partnerships"). Mit diesen Grundwissen ausgestattet ging die Arbeit dann los.

Fallstudie zum Unternehmenskauf

Trotz meines ausgefallenen Arbeitsbereichs kam mein Wunsch, einen unverfälschten, typischen Eindruck von einer Großkanzlei zu erhalten, keinesfalls zu kurz, ich habe einiges über M&A und Co. gelernt. Bereits am zweiten Tag fand extra für uns Praktikantinnen ein Vortrag von Frau Dr. Iris Paetzke (Counsel) zur Einführung in M&A statt, einem mir bis dahin vollkommen unbekannten Rechtsgebiet. Das war die Basis für eine dreiwöchige Fallstudie zum Unternehmenskauf.

Croissants und Due Diligence

Jeden Mittwochmorgen trafen wir uns bei Kaffee, Tee, Croissants und belegten Brötchen, um einen Unternehmenskauf auf Käuferseite vorzubereiten. Geleitet von den Herren Dr. Kai-Steffen Scholz (Partner), Dr. Matthias Wittschen (Senior Associate) und Dr. Josef Hofschroer (Senior Associate) erhielten wir über diese Zeit hinweg einen realistischen Einblick in den Haupttätigkeitsbereich von Hengeler Mueller.

Während einer Auswertung und Beurteilung der Unterlagen, Verträge und Bilanzen des Unternehmens in einer sogenannten Due Diligence Prüfung haben wir alle möglichen Probleme und Streitquellen der Kaufes gemeinsam herausgearbeitet. Dies ähnelte etwas der Arbeit eines Detektivs, aber verfeinert mit fundierten juristischen Kenntnissen. Mit diesen Daten machten wir uns dann in der letzten Woche daran, unser Ergebnis der Fallstudie zu bearbeiten: einen richtigen Kaufvertragsentwurf, den "Mark-up". Hierbei zählte nicht nur das bloße Korrigieren eines Vertrages, sondern es mussten auch unsere Verhandlungsposition mit ihren Stärken und Schwächen sowie die Wünsche des Mandanten im Hinterkopf gehalten werden.

Themenfrühstücke

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Fallstudie folgten über die nächsten drei Wochen jeden Mittwochmorgen Frühstücke zu verschiedenen Themen. Diese wurden jeweils von einem Partner persönlich geleitet. Die Herren Dr. Henning Bälz (Partner), Prof. Dr. Wolfgang Spoerr (Partner) und Dr. Nicolas Böhm (Partner) eröffneten uns in dieser Zeit jeweils interessante Praxiseinblicke, informierten uns über ihre aktuelle Arbeit und gewährten einen Überblick über die weite Spannbreite von Tätigkeitsfeldern von Hengeler Mueller. Dies war auch eine einmalige Möglichkeit, in zwangloser Atmosphäre einem Partner Fragen zu internen Themen zu stellen: z.B. Work-Life Balance, Karriereperspektiven von Frauen, Akquise und Einstellungsqualifikationen. Wann bekommt man sonst diese Chance?

Das Rahmenprogramm

Neben den zu bearbeitenden Aufgaben und den Frühstücken rundete ein abwechslungsreiches und interessantes Rahmenprogramm das Praktikum ab. Für uns war von Diskussionen und Drinks bis hin zu einem Kletterabend mit anschließendem Essen einiges organisiert worden.

Besonders lehrreich fand ich den monatlichen BEA ("Berliner Erfahrungsaustausch"), eine Art interne Weiterbildung, an der ich teilnehmen durfte. Während diesen gut zweistündigen Treffen stellten verschiedene Anwälte aktuelle Mandate mit ihren rechtlichen Knackpunkten vor. In der anschließenden, regen Diskussion konnten dann alle anderen ihre Gedanken, Ideen und Anmerkungen dazu darstellen, und oft konnten frische Perspektiven und Ansatzpunkte gewonnen werden. Über anschließenden Drinks und Snacks in einem nahegelegenen Brauhaus konnten sich dann alle weiter austauschen und den Abend ausklingen lassen.

Ich hatte außerdem das Glück, dass der diesjährige Betriebsausflug gerade noch in meine Praktikumszeit fiel. Die Planung wurde streng geheim gehalten. Somit wusste niemand, was uns rund 80 Anwälte, Referendare, Praktikanten und nicht-juristische Mitarbeiter erwartete, als wir um 8 Uhr morgens in den Bus stiegen. Herr Dr. Cord-Georg Hasselmann (Partner), der alles organisiert hatte, überraschte alle mit einem wundervoll abgerundeten Programm voller Sport, Kultur und kulinarischen Highlights. An diesem Tag konnte ich alle ohne Anzug oder Kostüm besser kennenlernen und in einem Hochseilklettergarten in verschiedenen Teambuilding-Aufgaben meine eigenen Grenzen kennenlernen und überwinden.

Mein persönliches Fazit:

Insgesamt waren die sechs Wochen Sommerpraktikum bei Hengeler Mueller ein einmaliges Erlebnis. In der verschrieenen, homogenen Welt der Großkanzleien habe ich diese Kanzlei als positive Ausnahme mit Seele kennengelernt. Hier runden Kleinigkeiten das Gesamtbild ab, und bei Hengeler Mueller hat einfach alles gestimmt.

Es hat Spaß gemacht, in der sehr angenehmen Atmosphäre mit hochqualifizierten Menschen zusammenzuarbeiten und die hohen Ansprüche meiner Tutoren als Herausforderung anzunehmen, um an ihnen zu wachsen. Ich kann dieses Praktikum bedingungslos jedem empfehlen, der Interesse an spannenden und anspruchsvollen Aufgaben mit ausgezeichneten Rahmenbedingungen hat.

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Willst du mehr über unseren Partner Hengeler Mueller erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

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