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Im Kampf gegen die Räuberbande

Jura Hammer Tuch (Quelle: freeimages.com, gmarcelo)

Quelle: freeimages.com, gmarcelo

Früher war es Pflichtstoff im Ersten Staatsexamen, heute kommen angehende Juristen mit Steuerrecht erst 'on the job' in Berührung. Zu wenig Systematik, nicht juristisch und viel zu viele Zahlen - mit diesen Vorurteilen hat das Rechtsgebiet zu kämpfen. Georg wollte sich selbst davon überzeugen und erfuhr beim Workshop mit Freshfields das Gegenteil: Steueranwälte arbeiten international, vielfältig – und sind begehrt.

Titel und Thema der Veranstaltung

Workshop Steuerrecht mit Freshfields Bruckhaus Deringer

Zeit und Ort der Veranstaltung

6. Oktober 2011, in Frankfurt am Main

Teilnehmer und Unternehmensvertreter

Rund 20 e-fellows.net-Stipendiaten, Referendare und Doktoranden sowie Partner und Associates von Freshfields Bruckhaus Deringer. Darunter Dr. Jan Brinkmann (Partner), Dr. Ulf Johannemann (Partner), Dr. Konstantin Mettenheimer (Partner) und Sandra Auer (Associate).

Jura, BWL und Gerechtigkeit

Da ich Jura und BWL studiere, interessiere ich mich schon lange für wirtschaftsrechtliche Fragen. Das Steuerrecht hat dabei einen ganz besonderen Reiz: Es geht um gerechte Besteuerung, Gerechtigkeit, und somit um den Kern juristischen Denkens. Und in Zeiten eines starken Finanzstaats (im Gegensatz zum Polizeistaat) sind Steuern fast das einzige und schärfste Mittel, mit dem der Staat regelmäßig in die Grundrechte seiner Bürger eingreift. Staaten lassen sich immer häufiger neue Steuern einfallen. Und im daraus entstehenden Spannungsfeld zwischen Staat und Unternehmen bewegt sich der Steueranwalt. Der Einladung von Freshfields Bruckhaus Deringer nach Frankfurt am Main bin ich daher gerne gefolgt.

Mehr als private Steuererklärungen

In einer internationalen Wirtschaftskanzlei werden im Steuerrecht natürlich keine Steuererklärungen für Privatpersonen und Unternehmen ausgefüllt. Eine Kanzlei tritt im Steuerrecht immer dann auf, wenn es um schwierige steuerrechtliche Probleme geht. Dies kann zum Beispiel bei transaktionsbegleitender Steuerberatung (Public M&A, Private Equity, LBOs, MBOs, IPOs) der Fall sein: Dabei geht es um die möglichst steuerneutrale oder steuereffiziente Gestaltung eines Unternehmenskaufes, einer Umwandlung oder einer neuen Konzernstruktur.

Vom Konzern bis zur vermögenden Familie

Dabei stehen Fragen des Unternehmensteuerrechts, des Internationalen Steuerrechts, des Körperschaft- und Einkommensteuerrechts sowie des Umwandlungssteuerrechts im Raum: Werden stille Reserven gehoben? Fällt Grunderwerbsteuer an? Wo könnte sich Doppelbesteuerung ergeben? Dr. Ulf Johannemann hielt in diesem Zusammenhang einen anschaulichen Vortrag über die "Welt der Finanzprodukte". In der Finanzmetropole Frankfurt am Main ist der Beratungsbedarf im Finanzproduktsteuerrecht hoch. Die Anwälte aus dem Frankfurter Steuerrechtsteam decken daher sämtliche praxisnahen Beratungsfelder ab - von der internationalen Strukturierung eines Konzerns bis zur steuerrechtlichen Beratung vermögender Familien.

Steuer und Europarecht vereinbar?

Abseits solch eher alltäglicher Probleme stellen sich Steueranwälte auch die Frage: Ist die erhobene Steuer überhaupt verfassungsmäßig und mit Europarecht zu vereinen? Auf diese Frage ging einer der prominentesten deutschen Vertreter von Freshfields Bruckhaus Deringer ein: Dr. Konstantin Mettenheimer, von 2000 bis 2010 an der Spitze der renommierten Kanzlei - von 2004 bis 2010 sogar als Senior Partner. Konstantin Mettenheimer erklärte uns drei "neue" Steuern, von denen bereits zwei in Kraft getreten sind und eine im Kommen ist: die Brennelementesteuer, die Luftverkehrsteuer sowie die mögliche deutsche Finanztransaktionsteuer. Mettenheimer beschrieb, warum der deutsche Gesetzgeber mit diesen Steuern seinen verfassungsmäßigen Spielraum überschreitet.

Der Staat als "große Räuberbande"

Und seine Meinung bekam offiziellen Rückhalt: Die Finanzgerichte Hamburg und München haben sich bei der Brennelementesteuer bereits "hinter" den deutschen Partner gestellt – sie hatten erhebliche Zweifel an deren Vereinbarkeit mit der Finanzverfassung. Mettenheimer bewies: Ein Steueranwalt ist nicht nur ein "schlichter Jurist" und Interessenvertreter seiner Mandanten. Er ist zugleich auch Organ der Rechtspflege, indem er dem Steuergesetzgeber seine Grenzen aufzeigt und damit die Rechte der Steuerpflichtigen schützt. "Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande.", zitierte Dr. Konstantin Mettenheimer den Heiligen Augustinus aus dem Mund von Papst Benedikt XVI.

Nicht ohne Grund auf den besten Plätzen

Freshfields landet nicht ohne Grund stets auf den besten Plätzen deutscher Steuerrecht-Rankings: Dank der Vielfältigkeit und Professionalität der Anwälte, sowie der wirtschaftlichen Bedeutung der Mandate, kann sich das Unternehmen behaupten. Steuerrecht wird bei Freshfields als zentraler Beratungsbestandteil verstanden – sei es transaktionsbegleitend oder bei rein steuerrechtlichen Beratungen, etwa von Familienunternehmern. Dementsprechend werden, so berichtete Jan Brinkmann, junge Rechtsanwälte auch freigestellt, um die Steuerberaterprüfung abzulegen.

Begabung zum Berater? Werde Anwalt!

Beim Abendessen mit Blick über die Stadt konnten wir mit den acht Partnern und den Associates des Frankfurter Steuerrechts-Teams noch einmal persönlich reden. Dabei machte sich Konstantin Mettenheimer für den Anwaltsberuf in einer internationalen Großkanzlei stark: Wer die Begabung zum Berater hat, dem wird der Anwaltsberuf gerade hier Spaß machen. Und wer sich vertieft mit steuerrechtlichen Fragen beschäftigen möchte, der wird hier auf interessante Mandanten stoßen.

Authentischer Einblick in der Alltag

Ich kann jedem fortgeschrittenen Jura-Studenten empfehlen, sich für einen Workshop von Freshfields zu bewerben. Ohne steuerrechtliche "Vorprägung" konnte man Einblicke in den Alltag eines Steueranwalts gewinnen – und sich davon begeistern lassen. Auch das Arbeiten in einer Großkanzlei lernten wir besser kennen. Der Workshop hat mich in meiner Entscheidung jedenfalls gestärkt, einen steuerrechtlichen Schwerpunkt zu wählen.

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