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Wie man die Finanzkrise mit ihren eigenen Mitteln schlägt

Quelle: freeimages.com, Autor: OmirOnia

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Currywurst, Velotaxi und Wirtschaftskrise - gar nicht steif ging es bei den Karrieretagen von Freshfields Bruckhaus Deringer zu. Zwei Tage lang informierte Freshfields über die Arbeitsweise einer internationalen Wirtschaftskanzlei. Bei den Workshops lernte e-fellow Carsten nicht nur viele Anwälte persönlich kennen, sondern auch, wie man die Wirtschaftskrise mit ihren eigenen Mitteln schlagen kann. Die nächsten Karrieretage sind am 25./26. Februar 2011 in Berlin.

Titel und Thema der Veranstaltung

Karrieretage von Freshfields Bruckhaus Deringer

Zeit, Ort und dauer der Veranstaltung

11. und 12. Juni, Frankfurt am Main

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter

28 Teilnehmer und zahlreiche Vertreter von Freshfields Bruckhaus Deringer aus den unterschiedlichen Praxisgruppen

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe

Ich habe an der Veranstaltung teilgenommen, weil ich die Arbeitsweise einer Großkanzlei und auch Freshfields Bruckhaus Deringer kennenlernen wollte. Freshfields kannte ich zuvor nur aus den Medien. Mich interessierten vor allem die Einstiegsmöglichkeiten als Referendar. Einige der anderen Teilnehmer waren bereits konkret an einem Berufseinstieg als Anwalt interessiert. Auf dem Programm standen neben Vorträgen und Workshops auch gemeinsame Veranstaltungen, bei denen man die Anwälte von Freshfiels Bruckhaus Deringer ungezwungen ansprechen konnte.

Von langen Telefonkonferenzen und alten Zeiten

Am 11. Juni begrüßte uns Dr. Markus Paul. Nachdem wir die Geschichte der Kanzlei gehört hatten, wurden uns die neun Praxisgruppen von Freshfields vorgestellt. Es folgte ein Vortrag von Dr. Alexander Glos und Dr. Uwe Trafkowski über die Tätigkeit des Anwalts in einer internationalen Wirtschaftskanzlei. Darin ging es zum Beispiel auch um die Vor- und Nachteile langer Telefonkonferenzen. Anschließend erinnerte sich Christina Zapf an ihre ersten hundert Tage bei Freshfields – ein Thema, das viele Zuhörer besonders interessierte. Frau Zapf machte während ihres Referendariats ein Projekt bei Freshfields - und durfte dieses nach dem Berufseinstieg weiter begleiten. So hatte sie direkt die volle Verantwortung.

Nach einem leckeren Mittagessen folgten die ersten beiden Workshops. Hier wurden jeweils drei Praxisgruppen parallel vorgestellt. Man konnte bereits vorher seine Vorlieben für bestimmte Rechtsgebiete angeben. So konnten die Teilnehmer ihren Interessen nach auf die Workshops verteilt werden.

Wie die Verbriefungstechnik eine Bad Bank finanzieren kann

Während des ersten Workshops lernte ich die Praxisgruppe Bank- und Finanzrecht kennen. Bernhard Kaiser präsentierte uns die Verbriefungstechnik. Durch Verbriefung werden von Banken vergebene Kredite über eine komplexe Struktur und unter Einschaltung sogenannter Special Purpose Vehicles gebündelt. Danach werden sie in Form von Wertpapieren an Investoren im Kapitalmarkt weitergereicht. Diese Struktur besteht aus verschiedenen Ebenen. Die Medien stellen die Verbriefungstechnik oft als Hauptschuldige der Finanzkrise dar. Herr Kaiser milderte diesen Vorwurf ab: Durch die Bildung von Tranchen könne aus einer Masse von Subprime-Loans ein sicheres Investment entstehen, sofern man die Ausfallwahrscheinlichkeiten der zugrunde liegenden Kredite korrekt einschätze. Das Problem der Finanzkrise sei vielmehr ein massiver Vertrauensverlust in die Märkte gewesen, da viele Marktteilnehmer die Strukturen nicht mehr überblickten. Es war Herrn Kaiser besonders wichtig zu zeigen, dass die Verbriefungstechnik eine wichtige Rolle auch bei der Bewältigung der Finanzkrise spielt. Die Anwälte von Freshfields benutzen die Verbriefungstechnik zum Beispiel dazu, über die Bildung von Tranchen die Finanzierung einer Bad Bank sicherzustellen.

Mitreden erwünscht!

Im zweiten Workshop lernte ich von Dr. Timo Elsner, Dagmar Jonski und Dr. Florian Sander aus der Praxisgruppe Immobilienwirtschaftsrecht, wie ein großes Immobilienprojekt abläuft: Welche Risiken bestehen, wie erfolgt die Finanzierung? Dabei wurde auch erklärt, wie ein Grundstück beschafft wird und was beim öffentlichen Baurecht zu beachten ist, bis das fertige Objekt vermietet wird. Die Referenten gestalteten ihren Vortrag sehr lebendig und banden die Teilnehmer stark in ihren Vortrag ein - an einigen Stellen wurde auch diskutiert.

Von Currywurst bis Schneckenragout

Am Abend trafen sich alle Teilnehmer und viele Anwälte von Freshfields zum Dinner. Von Currywurst bis hin zu Rinderfilet auf Schneckenragout war für jeden etwas dabei. Auch für Fußballfans war gesorgt: Diese konnten im Kaminzimmer das WM-Spiel zwischen Frankreich und Uruguay verfolgen (welches sicherlich eher von der Spannung und weniger von der spielerischen Klasse beider Mannschaften lebte…). Danach ließen die Teilnehmer den Abend bei einem Cocktail auf der Dachterrasse ausklingen und genossen den Blick auf die nächtliche Frankfurter Skyline.

Wie funktioniert eine M&A-Transaktion?

Am nächsten Morgen fand der dritte Workshop statt. Dieses Mal lauschte ich Rick van Aerssen und Dr. Patrick Cichy aus dem Bereich Gesellschaftsrecht/M&A. Herr van Aerssen und Herr Cichy erläuterten uns den Ablauf einer M&A-Transaktion. Ein Unternehmenskauf besteht in der Regel aus sechs Phasen: Noch vor dem Letter of Intent wird dieTransaktion vorbereitet, dann kommen die Vorverhandlungen. Danach, aber noch vor dem Signing, folgen die Due Diligence und die Verhandlungsphase. Dem Signing schließt sich die Abwicklungsphase an. Nach dem Closing folgt abschließend die Integrationsphase. Nach dieser Darstellung wurde uns mit der Übernahme der Postbank durch die Deutsche Bank eine atypische Transaktion vorgestellt. Das Problem: Zwei Tage nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags eskalierte mit der Insolvenz von Lehman Brothers die Finanzkrise. Um die Transaktion nicht zu gefährden, musste sie nachverhandelt und in wesentlichen Punkten neu strukturiert werden.

Mit den Velotaxis zum Barbecue

Nach dem Workshop hörten wir noch drei kurze Vorträge. Im ersten ging es um das Anwaltstrainee-Programm, das vor allem für potenzielle Referendare und Berufseinsteiger interessant ist. Danach ging es noch um die Weiterbildung als Anwalt bei Freshfields und die vielfältigen Pro-Bono-Aktivitäten der Kanzlei. Nach einer umweltfreundlichen Stadtrundfahrt in einer ganzen Flotte von Velotaxis ging es schließlich zurück zum Hotel, wo ein gemeinsames Barbecue bei schönstem Sonnenschein die Karrieretage abrundete.

Mein persönliches Fazit und wem ich die Veranstaltung weiterempfehle

Die Karrieretage von Freshfields empfehle ich allen (angehenden) Juristen, die sich vorstellen können, in einer Großkanzlei zu arbeiten. Man bekommt dort die Gelegenheit, die Kanzlei und viele dort beschäftigte Anwälte kennenzulernen und sich über die Einstiegsmöglichkeiten zu informieren.

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