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Graue Großkanzlei? Von wegen!

Arbeitsrecht-Mythen (Quelle: fotolia, Autor: eccolo)

© eccolo - Fotolia.com

Viel Geld, hohe Belastung, kaum Freizeit. So sieht für die meisten das Bild einer Großkanzlei aus. Aber wie ist der Arbeitsalltag dort tatsächlich? Welche verschiedenen Praxisgruppen gibt es? Und wie gelingt ein Einstieg als Referendar? All das erfuhr Diana bei den Karrieretagen von Freshfields – und was es mit panischen Chefs und redseligen Sekretärinnen auf sich hat.

Titel und Thema der Veranstaltung:

Karrieretage von Freshfields Bruckhaus Deringer

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung:

Am 9. und 10. März 2012 in Frankfurt am Main

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter:

27 e-fellows.net-Stipendiaten und zahlreiche Vertreter von Freshfields Bruckhaus Deringer aus unterschiedlichen Praxisgruppen

Als junger Absolvent der Rechtswissenschaften denkt man beim Stichwort Großkanzlei meist nur an zwei Dinge: überdurchschnittlich hohes Einstiegsgehalt und überdurchschnittlich hohe Arbeitsbelastung. Wie der Arbeitsalltag in einer international tätigen Kanzlei aber wirklich aussieht, konnte ich mir bis dato nur schwer vorstellen. Die Karrieretage von Freshfields Bruckhaus Deringer waren daher eine perfekte Gelegenheit, um Vorurteile zu hinterfragen und eigene Zukunftsperspektiven zu beleuchten – sei es als Station im Referendariat oder für den späteren Berufseinstieg.

Der erste Eindruck

Nach Anreise und Fahrstuhlfahrt in den 25. Stock des Frankfurter Parktowers begrüßten uns die Partner Dr. Britta Zierau und Dr. Thomas Wagner und stellten die Kanzlei vor. Anschließend gaben uns Anwälte einen Überblick über die einzelnen Praxisgruppen der Sozietät  Damit erhielten wir einen ersten Eindruck von der Bandbreite der Rechtsberatung bei Freshfields und konnten erstmals erahnen, wie viel Engagement die einzelnen Associates und Partner in ihre Arbeit stecken.

Einen oder keinen Wein?

Partner Jochen Wilkens und die Associates  Dr. Sébastien Seele und Dr. Juliane Angermann festigten in ihren Vorträgen den ersten gewonnenen Eindruck: Übersteht man den Bewerbungsmarathon, überzeugt man die Mitglieder der Praxisgruppe und antwortet man auf die Frage nach einem oder keinem Wein beim Mittagessen richtig, dann wird man vorbehaltlos aufgenommen, interessiert empfangen und vom ersten Tag an fachlich und menschlich gefordert und unterstützt.

Übrigens ist die Frage des potenziellen Chefs nach dem Wein beim Mittagessen eine gefürchtete Frage in der Bewerbungssituation. Dr. Juliane Angermann versicherte uns aber, dass man sowohl "ja" als auch "nein" sagen darf, ohne negative Konsequenzen zu fürchten.

Über Apple und Opel

Beim Mittagessen kamen wir mit den einzelnen Anwältinnen und Anwälten ins Gespräch und konnten den spektakulären Blick von der kanzleieigenen Dachterrasse genießen. Anschließend folgten die ersten beiden Workshops. Ich hatte mich vorab für den Workshop "Geistiges Eigentum und Informationstechnologie" entschieden, ohne jedoch große Vorkenntnisse mitzubringen. Dementsprechend war ich froh, als Dr. Thomas Tschentscher zunächst einmal jeden Teilnehmer nach dessen Erwartungen an die Praxisgruppe fragte. Dadurch entwickelte sich ein lockeres Gespräch über schutzwürdige Apple-Eigenheiten, die Verpfändung von IP-Rechten Opels an die amerikanische Regierung und den Ablauf von Frequenzauktionen im Telekommunikationsrecht.

Der Weg zum erfolgreichen Anwalt

Nach anderthalb Stunden wussten wir dann, dass Patentanwälte keine Juristen, aber für die Anmeldung von Patenten unverzichtbar sind, und dass man als Anwalt im IT-Bereich auch ab und zu Verfassungsbeschwerden beim BVerfG einreichen kann. Herr Dr. Tschentscher gab uns schließlich auch die Voraussetzungen eines erfolgreichen Anwalts mit auf den Weg: juristische Kompetenz, <a href="http://www.e-fellows.net/STIPENDIUM/Seminare/Seminare-fuer-e-fellows">Soft Skills</a> und unternehmerisches Denken.

Panische Chefs und redselige Sekretärinnen

In einem zweiten Workshop gab Partnerin Dr. Uta Itzen, extra aus Düsseldorf angereist, Einblicke in die Praxisgruppe "Kartellrecht und Außenhandel". Sie stellte einen aktuellen Fall der europäischen Kartellbehörde zum Schienenkartell vor. Sie berichtete von panischen Unternehmenschefs, die über das Vernichten von Beweisen nachdenken, und redseligen Sekretärinnen, die gegenüber Ermittlungsbeamten versehentlich wichtige Informationen ausplaudern. Auch ging es um die komplizierte Gratwanderung zwischen interner Sachverhaltsaufklärung, der Lösung komplexer Haftungsfragen und den Umgang mit menschlichen Schicksalen. Die sogenannte "Kronzeugen-Regelung" stellte sich so zugleich als Fluch und Segen dar. Sie versprach aber auch eine selten langweilige Tätigkeit in dieser Praxisgruppe.

Zwischen Fisch, Fleisch und Filmen

Wir beendeten den Tag schließlich mit einem gemeinsamen Dinner mit zahlreichen Anwälten im Restaurant des Hotels Roomers. Die Sitzordnung sah vor, dass immer gleich viele Teilnehmer wie Anwälte von Freshfields am Tisch saßen. So musste man nicht nur die Frage nach Dorade oder Kalbsfilet, sondern auch nach den persönlichen Zielen im Leben, den juristischen Interessen und dem letzten Kinofilm beantworten. Im Gegenzug erfuhren wir, was die Anwälte an ihrer Arbeit schätzen und dass sie die  Wochenenden bis auf wenige Ausnahmen tatsächlich frei haben.

Was ist eigentlich der Frankfurter Ablasshandel?

Am nächsten Morgen ging es zu weiteren Workshops. Diesmal informierte Dr. Thomas Wagner über die Praxisgruppe "Öffentliches Wirtschaftsrecht". Sie beschäftigt sich zum Beispiel mit der Projekt- und Infrastrukturplanung. So erfuhren wir, dass bei der Erteilung von Baugenehmigungen im Frankfurter Stadtgebiet die Baubehörde regelmäßig einen Klageverzicht der Nachbarn verlangt. Da diese sich den Verzicht teuer bezahlen lassen, wird das Feilschen gerne als "Frankfurter Ablasshandel" bezeichnet.

Gemütlicher Ausklang

Bevor es zu einer Stadtrundfahrt durch Frankfurt ging, brachte uns Dr. Alexander Glos das "Anwaltstrainee-Programm" näher und Danielle Herrmann referierte über die Weiterbildungsmöglichkeiten für Associates bei Freshfields Bruckhaus Deringer. Die zahlreichen Angebote für Referendare waren für mich sehr spannend. Bei einem letzten gemeinsamen Mittagessen im Restaurant "Kubu" ließen wir die Karrieretage schließlich ausklingen.

Mein Fazit

Alles in allem haben mir die Karrieretage bei Freshfields viele spannende Einblicke in die Tätigkeit einer international tätigen Großkanzlei vermittelt – auch abseits des Gesellschaftsrechts. Allen, die sich eine solche Arbeit vorstellen können oder denen die Vorstellungskraft bisher fehlt und allen, die Informationen aus erster Hand und Ansprechpartner für mögliche Berufseinstiege suchen, kann ich die Karrieretage von Freshfields empfehlen.

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