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Wir basteln mit Legosteinen, die Wirtschaft zahlt

Lego, Legosteine, Spielen, Bauen [Quelle: freeimages.com, Autor: dziegener]

Quelle: freeimages.com, dziegener

Unkonventionell studieren und arbeiten - das hat e-fellows.net-Stipendiatin Lea Versbach auf der Veranstaltung der Deutschen Telekom 'talents in touch' erlebt: Car-Sharing-Organisatoren schauen sich Tipps von T-Shirt-Designern ab, Master-Studenten arbeiten in einer 'Kreativbox' und DAX-Unternehmen vertrauen auf Lego-Affine. Außerdem schwört Lea seit ihrem Trip nach Berlin auf Post-its.

Titel der Veranstaltung:

"talents in touch" mit der Deutschen Telekom

Ort und Datum der Veranstaltung:

23. bis 25. Mai 2012, Berlin

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter:

19 Studenten, vier Manager von der Telekom

Als ich die Beschreibung des Management-Meetings auf e-fellows.net lese, spricht mich besonders Folgendes an: "Gesucht werden spontane, kreative Studenten, die sich gerne auf neue Dinge einlassen" – mehr wird nicht preisgegeben. Nicht einmal, was während der drei Tage in Berlin passieren wird. Aber schließlich ist ja Spontanität gefordert. Außerdem finde ich erfrischend, dass weder Zeugnis noch Lebenslauf Voraussetzung zur Teilnahme sind - nur ein paar Sätze, wieso die Telekom ausgerechnet mich nach Berlin einladen sollte.

Das "andere" Management-Meeting mit dem "anderen" Warm-Up

Mittwoch treffen um 17 Uhr am Berliner Hauptbahnhof lauter Unbekannte aus ganz Deutschland zusammen: 19 Studenten - vor allem mit technisch-naturwissenschaftlichem Hintergrund - dazu vier Manager der Deutschen Telekom sowie das Organisationsteam. Wir wissen nicht genau, was uns erwartet und was von uns erwartet wird.

Rind verbindet

Mit Namensschildern ausgestattet, erfahren wir im Bus unser Abendprogramm, das für reichlich Erstaunen und Überraschung sorgt: Wir fahren nach Berlin-Mitte, um in einem Kochstudio gemeinsam unser Abendessen zuzubereiten. Das ist der perfekte Einstieg in ein gelungenes Management-Meeting: In lockerer Atmosphäre können sich alle gegenseitig beschnuppern, sich über ihr Studium beziehungsweise ihren Beruf austauschen und nebenbei ein leckeres Rind mit Kartoffeln und Spargel kreieren. Als Vorspeise gibt es Tapas und thailändische Kleinigkeiten, als Nachspeise eine Schokoladentarte. Es wird gegessen, getrunken und nicht nur über Fachliches geredet, sodass sich die ganze Gruppe auf einer privaten Ebene kennenlernt - die Unternehmensvertreter eingeschlossen.

Ich bin leicht überrascht, dass ich als Zweitsemester eine der Jüngsten bin. Die meisten befinden sich mitten im Master. Doch alle sind sich sympathisch, und die Stimmung ist voller Vorfreude in Erwartung der nächsten zwei Tage. Doch noch immer ist nichts über das Programm verraten worden.

"Brückentag" - eine Brücke zwischen Studium und Berufswelt schlagen

Der nächste Tag steht voll und ganz im Dienst der Veranstaltung: Eine Brücke schlagen zwischen der Studien- und der Arbeitswelt. Untergebracht sind wir im "Betahaus", wo wir in einem zum Tagungsbereich umgebauten Flur den Tagesplan sowie die Gruppeneinteilungen erfahren. In Fünfergruppen eingeteilt – je vier Studenten und ein Manager - wird vormittags die "etwas andere Arbeitswelt" erkundet. Am Nachmittag steht die "etwas andere Studienwelt" auf dem Plan.

Arbeit: Es geht auch anders

Die Organisatoren teilen Tickets für den Berliner Nahverkehr und Digitalkameras aus, und die Fünfergruppen werden mit der folgenden Aufgabe betraut: "Erkundet die folgenden Arbeitswelten: ein Callcenter der Deutschen Telekom, die Agentur Fjord, das Betahaus sowie ein Start-Up-Unternehmen im Informatikbereich.

Der Bienenstock

Anfänglich bin ich etwas enttäuscht, nicht quer durch Berlin fahren zu dürfen - denn meine Gruppe erkundet das Betahaus: Aus Amerika stammt die Idee, dass freischaffende,  kreative Personen gemeinsam in einem Haus arbeiten. Neu ist, dass man nicht in eigenen Büros abgekapselt voneinander arbeitet, sondern gemeinsam in großen Räumen feste Tische mietet. Man hat so die Möglichkeit, sich mit anderen Personen auszutauschen und Aufträge zu teilen. Man kann sich auch einen Tisch mit einem grünen Punkt anmieten. Das bedeutet, dass man keinen festen Sitzplatz hat, sondern sich jeden Tag einen freien Tisch suchen muss. Diese Idee kommt so gut an, dass inzwischen ein drittes Stockwerk renoviert wird, um noch mehr Platz für kreative Köpfe zu bieten.

Das Konzept des Betahauses ist uns allen bisher völlig unbekannt. Es fasziniert durch die lockere, leicht chaotische Atmosphäre und die Vielfalt der Projekte: Car-Sharing neben T-Shirt-Design; Webdesign neben der Biologie-Promotion. Wir fallen nicht einmal auf. Naja - wir sind nicht stylisch genug angezogen. Als wir uns umschauen, Fotos machen und Fragen stellen, herrscht ein reges Kommen und Gehen, und es wird eigentlich in allen Sprachen außer Deutsch gesprochen. Aber wir bemerken auch Dinge, die uns persönlich stören würden: Die Post liegt offen in einem Kasten - jeder hat darauf Zugriff, ebenso die persönlichen Dinge. Außerdem ist die Lautstärke vergleichsweise hoch, wobei es hierfür extra einen "Silent Room" gibt.

Zu Mittag essen wir im hauseigenen Café. Dann stellen sich die Gruppen gegenseitig die "etwas andere Arbeitswelt" anhand ihrer Bilder vor.

Studieren: Es geht auch anders

Für den restlichen Tag werden die Gruppen neu gemischt, und die Ziele der "etwas anderen Studienwelt" bekannt gegeben: das „Telekom School of Transformation“, der „Senioren-Computer-Club“, eine evangelische Gesamtschule sowie die“ School of Design Thinking“ am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam.

Wir machen uns mit dem Taxi auf nach Potsdam. Wir haben nur begrenzt Zeit, und im dichten Berliner Verkehr kommt man schlecht voran. In Potsdam sind alle positiv überrascht von dem schönen, modernen Gelände der Universität, auf dem sich das HPI befindet. Bei dem tollen Wetter sitzen viele Studenten am sogenannten "Plattner Lake" oder spielen Beachvolleyball.

Potsdam ist international

Als wir uns in der "School of Design Thinking" befinden, staunen wir nicht schlecht: In moderner, offener und sehr ansprechender Atmosphäre arbeiten Studenten aus aller Welt zusammen an Projekten - auf Englisch. Beispielsweise an der Planung einer School of Design Thinking in China oder an der Frage, wie sich die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten in Südafrika verbessern lässt.

Hasso Plattner und Träger der Wirtschaft unterstützen die Projekte finanziell. Besonders die Wirtschaft ist stark an den Ergebnissen interessiert - oder gibt Projekte in Auftrag.

Eine kreative Explosion

Die Stunde, die wir dort verbringen, reicht fast nicht aus, um alle Eindrücke abzuspeichern: Kisten mit Bastelmaterialien, um Ideen sofort visualisieren zu können, selbst designte Möbel, die sich perfekt für die Gruppenarbeit eignen, Abgrenzungen zu den anderen Gruppen - nur mit Hilfe von halboffenen Trennwänden, eine Rückzugsetage zum Ausruhen, eine "Kreativbox" im Freien ...

Wir sind erneut fasziniert: Das Prinzip der "School of Design Thinking" beeindruckt. Überwiegend Master-Studenten aus aller Welt und allen Fachrichtungen verbringen ein bis zwei Semester am HPI. Sie sind sehr offen und erzählen, sofern ihr Projekt nicht vor der Öffentlichkeit in gewissem Maße geschützt werden soll, woran sie arbeiten. Sie zeigen uns sogar mit Legosteinen einige ihrer Ideen.

Waldorfprinzip an der Universität

Noten gibt es keine, man schließt mit einem Zertifikat ab – und der Erfahrung mit neuen Arbeitstechniken, beispielsweise dem Prinzip der Kundenorientierung: Wenn eine erste Idee geboren ist, wird ihre Umsetzung von der Zielgruppe bewertet. Stellt sich heraus, dass die Idee nicht ganz deren Wünschen entspricht, wird sie wieder verworfen und neu angefangen. Dabei wird ausdrücklich nicht "verlorene Zeit und Arbeit" kritisiert. Auch auf die Arbeit mit "Post-its" schwören diese Studenten. Alles ist mit kleinen gelben Ideen beklebt.

Wir haben viel zu erzählen

Zurück in Berlin werden erneut gegenseitig die Erlebnisse und Ergebnisse präsentiert. Den Abend verbringen wir in einer Niederlassung der Deutschen Telekom. Wir essen, spielen Wii und sprechen über diese unkonventionellen Welten, die wir heute kennengelernt haben.

Zeit für Reflexion und Visionen

Den letzten Tag verbringen wir im Kreativzentrum der Telekom - ein Raum, der allein durch sein modernes und gemütliches Design auffällt. Er wird liebevoll als "Kindergarten der Telekom" bezeichnet. Das hat seine Berechtigung: Man kann sich dort mithilfe unzähliger Dinge wie Brillen, Robotern, Bällen, Handys, Perücken, Masken, Lampen und mehr kreativ austoben.

Wieder in neue Gruppen eingeteilt lassen wir unseren Visionen freien Lauf: Soziale Aspekte, Rahmenbedingungen, persönliche Motivation und fachliche Qualifizierung - mit diesen Schlagworten ausgestattet, sollten wir am Vortag Bilder festhalten, die diese Aspekte unserer Meinung nach darstellten. Aus den gesammelten Eindrücken entwerfen wir jeweils ein Konzept, wie wir eines der Themen umsetzten können. Diese Konzepte werden wiederum dem Plenum vorgestellt.

Gruppenkonsens: Organisiertes Dating

Lustigerweise entsteht bei allen Gruppen unabhängig voneinander die gleiche Idee: Studenten-Manager-Datings. Immerhin haben wir eine unterschiedliche Vorstellung von der Umsetzung - beispielsweise mit Hilfe einer App, als Ende eines Berufstestspiels, durch gegenseitiges Hospitieren oder durch "Blind Dating" für Praktika.

Ganz persönliches Feedback

Abschließend steht nochmals das Thema "Dating" im Vordergrund - in einem etwas anderen Kontext: zu zweit, dann zu dritt und anschließend zu fünft sollen wir uns gegenseitig positive und negative Eindrücke widerspiegeln, die wir in diesen knapp drei Tagen voneinander gewinnen konnten. Es überrascht mich, wie gut andere mich innerhalb so kurzer Zeit einschätzen können, und was sie mir als Verbesserungsvorschläge mit auf den Weg geben.

Mit japanischem Fingerfood schreitet die Veranstaltung nun endgültig ihrem Ende entgegen. Jeder schildert der ganzen Gruppe seine Erfahrungen, Lernprozesse und Ergebnisse, die er während des Meetings bekommen hat. Und zum Schluss haben wir nochmals die Möglichkeit, an Plakaten Post-its mit Wünschen und Lob für unsere Mitstudenten oder die Unternehmensvertreter anzubringen. Die Plakate konnten wir am Schluss mit nach Hause nehmen.

Als der Bus zurück in Richtung Hauptbahnhof fährt, fällt der Abschied schwer. Aus 25 Unbekannten ist eine homogene Gruppe geworden, die drei tolle Tage in Berlin verbracht hat.

"Ich wäre sofort wieder dabei"

Ich persönlich habe aus den Tagen in Berlin sehr viel mitgenommen: Ich habe mich selber besser kennen gelernt und bin mit ungewöhnlichen Welten des Studiums und des Berufslebens in Berührung gekommen. Ich bin immer noch ganz begeistert und motiviert durch die Veranstaltung und würde sofort wieder mitmachen, wenn sich mir die Chance dazu böte. Ich habe auch ganz neue Arbeitsmethoden gelernt: Auch ich benutze jetzt Unmengen von Post-its!

Empfehlen möchte ich "talents in touch" eigentlich jedem. Doch sollte man sich auf Unbekanntes einlassen können, spontan und kreativ sein, offen auf fremde Menschen zugehen können und keine Probleme damit haben, aus dem Stehgreif vor Gruppen zu sprechen. Wer es überhaupt nicht mag, sich beurteilen zu lassen und andere zu beurteilen, sollte "talents in touch" möglicherweise meiden - denn sich selber im Kontext der Studien- und Arbeitswelt besser einschätzen zu können, ist Ziel der Veranstaltung. Eine Bemerkung zum Schluss: Ziel der Veranstaltung war dagegen ausdrücklich nicht, potenzielle Arbeitskräfte oder Praktikanten zu testen. Der Titel "talents in touch" hatte mir nämlich diesen Eindruck vermittelt. Lasst euch davon nicht abschrecken.

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Kommentar (1)

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  1. heroes

    Hallo Lea, ein toller Erfahrungsbericht! Ich studiere momentan Kommunkationswissenschaften im 3 Semester, wenn die "talents in touch" 2013 wieder stattfindet werde ich wenn möglich auch hingehen.

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