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Mythos und Realität in der Bank (Teil 2)

Münzen, Stapel, Geld [Quelle: freeimages.com, Autor: nkzs]

Quelle: freeimages.com, nkzs

Banker sitzen in Wolkenkratzern, reden eine komische Sprache und sind ein wenig eingebildet - zumindest eines dieser drei Vorurteile hat sich für Alumnus Eduard bewahrheitet. In seinem zweiten Tagebuch-Eintrag räumt er mit den Mythen des Bankings auf - und verrät, ob er mit seinem Uni-Wissen gut für den Arbeitsalltag gerüstet war.

Ein paar Tage vor meinem Arbeitsbeginn bei der Deutschen Bank überlegte ich mir, was mich in den kommenden Tagen wohl erwartet und wie der Start bei der Bank sein wird. Rückblickend würde ich sagen, dass sich einige meiner Erwartungen erfüllt haben - bei manchen Vorurteilen war ich aber ganz schön auf dem falschen Dampfer.

Mythen und Realität in der Bank

Der erste "Bruch" zwischen Erwartung und Realität betraf die Wolkenkratzer der Banken. Nach meinem Bewerbungsgespräch im Messeturm in Frankfurt hatte ich angenommen, dass alle Banker in großen Wolkenkratzern arbeiten und immer eine schöne Aussicht genießen. Das hat sich für mich bis heute noch nicht so ganz erfüllt. Seit meinem Start bei der Deutschen Bank arbeite ich in einem kleineren fünf-stöckigen Gebäude – und habe leider nur andere größere Gebäude vor meinem Fenster.

Menschen

An meinem ersten Arbeitstag habe ich dann auch gemerkt, dass das Vorurteil, dass Bankangestellte immer eine Spur arrogant und eingebildet wirken, selten zutrifft – zumindest in der IT-Abteilung, in der ich eingestiegen bin. Das zeigt sich zum Beispiel schon daran, dass nicht jeder mit Anzug und Krawatte herumläuft. Viele Kollegen kommen ganz leger gekleidet zur Arbeit– und das nicht nur an "Casual Fridays". Meine Kollegen sind auch deutlich aufgeschlossener und zuvorkommender, als ich erwartet hatte. In meinem ersten Projekt, bei dem ich Application Owner für eine Applikation der Bank war, wurde ich direkt ins Projektteam aufgenommen und konnte bei Fragen eigentlich jeden zu jeder Zeit kontaktieren.

Sprachstil

Eine Veränderung für mich war der Sprachstil, den die meisten Mitarbeiter an den Tag legen. Neben vielen Anglizismen und Redewendungen hört man kaum einen Satz ohne Abkürzungen. Ein Satz von meinem Chef aus dem ersten Projekt ist mir bis heute im Gedächtnis geblieben. Er sagte flott: "Du managest das RTB-Release von MoVe IT-ICM, front to end, also inklusive Verhandlungen mit dem Business und den Projekt-Membern der CTB-Seite, und bringst das Release in Produktion."

Dieser kurze Satz bedeutet Folgendes: Ich habe ein Run-the-Bank-(RTB-) Release verwaltet. Dabei handelt es sich um ein Release, bei dem Fehler und kleinere Verbesserungen an der Applikation durchgeführt werden. Da die Applikation für den Mobilen Vertrieb (MoVe IT) als "Incentive and Commision Management Lösung" (ICM) eingesetzt wird, wird die Applikation kurz MoVe IT-ICM genannt. Neben dem RTB-Betrieb gab es damals ein Projekt zum Ausbau der Funktionalität der Applikation – dies wird dann Change-the-Bank (CTB)-Projektgenannt. Deswegen musste ich meine Planungen und mein Vorgehen mit der CTB-Seite abstimmen. Außerdem musste ich über den Umfang des Projekts mit dem Business verhandeln – also mit der Fachseite, die die Applikation benutzt. Zu guter Letzt bedeutet bei der Deutschen Bank "etwas in Produktion bringen", dass wir die Applikation in die laufende Umgebung einfügen, die von der Fachseite genutzt wird.

Bis ich die geläufigen Begriffe und Abkürzungen erlernt hatte, verging durchaus der ein oder andere Monat. Und bis heute kommt es nicht selten vor, dass ich Begriffe höre, mit denen ich nichts anfangen kann. Um ehrlich zu sein, habe ich vom ersten Tag an eine Liste mit Abkürzungen und deren Bedeutung geführt. Leider kommt es auch vor, dass eine Abkürzung gleich mehrere Bedeutungen hat. Ein Beispiel ist das letzte Woche erwähnte "PMO" – was bei der Deutschen Bank neben "Project Management Office" auch für "Program Management Office", "Performance Management Online" oder "Performance Management Offline" stehen kann.

Wissen und Komplexität

Die vielen Abkürzungen sind auch ein Beispiel für die Komplexität im Arbeitsalltag, die ich so nicht wirklich erwartet hatte. Ausgestattet mit viel Uni-Wissen und einem guten Informatik-Abschluss dachte ich, dass ich für den Arbeitsalltag gewappnet wäre. Ich hatte eigentlich erwartet, dass ich mein Wissen direkt einsetzen kann. Da wurde ich jedoch eines Besseren belehrt.

Neben unglaublich vielen Applikationen in der Bank und mir unbekannten Technologien (SAP, Mainframes, ETL, SAS, Oracle-Produkte) hatte ich deutlich Nachholbedarf in allen Themen rund um das Finanzwesen. Dabei habe ich festgestellt, dass man in einer so großen Bank wirklich niemals aufhört, dazuzulernen. Eine weitere Herausforderung ist übrigens, sich die vielen Namen der Personen in der Bank, mit denen man Kontakt hat, zu merken und im richtigen Moment parat zu haben.

Hektik, Vielfalt und Arbeitsalltag

Bei einem Bewerbungsgespräch bei einer anderen Bank sagte der Interviewer zu mir: "Herr Bauer, bei einer Bank gibt es nicht nur spannende und herausfordernde Aufgaben, es schleicht sich auch der Arbeitsalltag ein". Dem würde ich jetzt, nach knapp neun Monaten bei der Deutschen Bank, komplett widersprechen. Bis jetzt stellt sich bei mir noch kaum Langeweile und Alltag ein. Viel eher hat man bei der Arbeit eine gewisse Grundhektik, da mehr Aufgaben auf einen warten als Zeit zur Verfügung steht. Außerdem sind die Aufgaben jeden Tag anders.

Ein beispielhafter Tag in meinem ersten Projekt bestand aus mehreren Meetings und Telefonkonferenzen, in denen wir den Status des Projekts besprochen und den weiteren Vorgang geplant haben. Außerdem erstellte ich Präsentationen und Kalkulationen und berichtete meinem Chef täglich von meinem Fortschritt. Es kamen auch viele kurzfristige Aufgaben auf mich zu. Zwischendrin war ich mit unterschiedlichen Kollegen beim Mittagessen und Kaffeetrinken. Durch diese abwechslungsreichen Aktivitäten wird’s nie langweilig – genau das, was ich brauche.

Im ersten Teil seines Tagebuchs berichtete Eduard von seinen ersten beiden Projekte im Trainee-Programm.

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Kommentare (2)

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  1. Carolin

    Lieber Matthias, es wird noch einen weiteren Tagebuch-Eintrag von Eduard geben. Bei Interesse kannst du Eduard ja auch mal in der e-fellows.net community kontaktieren, wenn du Stipendiat von e-fellows.net bist. Hier gibt es noch mehr Infos zu GTO: http://www.e-fellows.net/JOBS-EVENTS/Partnerunternehmen/Deutsche-Bank/GTO Viele Grüße Carolin von e-fellows.net

  2. Matthias

    Bitte mehr davon, ich interessiere mich sehr für den GTO Bereich der Deutschen Bank!

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