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Jura studieren (© Corgarashu - Fotolia.com)

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Beim Workshop im Immobilienrecht bekam e-fellow Petra eine ungewöhnliche Chance: Sie, die Jurastudentin, sollte der internationalen Wirtschaftskanzlei Clifford Chance helfen - bei einer Immobilientransaktion. Das Hochhaus 'KAMERUN' soll verkauft werden. Doch eine zweifelhafte Baugenehmigung macht ihr fast einen Strich durch die Rechnung.

Titel und Thema der Veranstaltung

Workshop Immobilienrecht "Transactions in Real Estate" mit Clifford Chance

Datum und Ort der Veranstaltung

27. Oktober 2011 in Frankfurt am Main

Teilnehmer und Unternehmensvertreter

13 e-fellows.net-Stipendiaten; Unternehmensvertreter: Partner Dr. Christian Keilich, die Counsel Dr. Gerold M. Jaeger und Thomas Reischauer, Of Counsel Prof. Dr. Thomas Gasteyer, die Associates Dr. Kristina Jaeger und Henning Aufderhaar sowie Bianca Willms von der Personal Abteilung.

Warum ich an der Veranstaltung teilgenommen habe

Neben dem Wunsch, das Frankfurter Büro kennenzulernen, bewarb ich mich, um die realen Bedingungen einer Immobilientransaktion zu erleben. Ich hatte bisher nur grobe Vorstellungen von den juristischen und auch fachfremden, praktischen Fragen. Ich war neugierig, wie eine Immobilientransaktion in der Praxiswelt aussieht.

Eine Einführung in das Projekt "KAMERUN"

Wir versammelten uns im Konferenzraum, wo Prof. Gasteyer zunächst die Kanzlei präsentierte. Er beschrieb Tätigkeiten, Kanzleiphilosophie und Erwartungen an Mitarbeiter und Bewerber.

Dr. Christian Keilich schilderte uns dann den Ablauf des Workshops und gab uns eine erste Einführung in unsere Aufgabe: das Projekt "KAMERUN". Hierbei handelt es sich um ein 100 Meter hohes, 30-stöckiges Bürogebäude. Dieses Gebäude wurde vom Verkäufer kernsaniert und soll nun im Rahmen eines "Sale-and-Lease-Back-Vertrags" verkauft werden - das ist der Verkauf der Immobilie mit anschließendem Rückmietvertrag. Ein Fall, um den sich das Real-Estate-Team von Clifford Chance tatsächlich kümmert. Der Vertrag sollte am nächsten Tag unterschrieben werden. Falls wir noch Anmerkungen hätten, sollten wir diese schnellstmöglich mitteilen, sagte Dr. Keilich mit einem Augenzwinkern.

Wir teilten uns in zwei Gruppen auf, die Verkäufer und Käufer der Immobilie, und zogen uns in separate Räume zurück. Jeweils zwei Kanzleivertreter führten uns in den Fall ein und erzählten uns von ihren Erfahrungen mit Immobilientransaktionen.

Projekt "KAMERUN" aus Käufersicht

Ich gehörte der Käufergruppe an. Für uns war es besonders wichtig, dass die Sanierung ordnungsgemäß und rechtzeitig durchgeführt wurde. Außerdem wollten wir eine möglichst vorteilhafte Sach- und Rechtsmängelhaftung für die Sanierung.

Neben der Haftung besprachen wir unsere Erwartungen an den Mietvertrag. Hier ging es um die Miethöhe und die Wertsicherung der Miete durch den Verkäufer. Außerdem um die Instandhaltung des Gebäudes, ein Vorkaufsrecht für den Mieter und etwaige Mieterdienstbarkeiten.

Zusätzlich mussten wir einige zeitliche Aspekte der Transaktion beachten. Da wir eine Real Estate Funds LLP darstellten, musste die Transaktion innerhalb der Investitionsphase von einem halben Jahr abgeschlossen sein. Den spätesten Termin um Verhandlungen abzuschließen, das "Long-Stop-Date" also, mussten wir unbedingt beachten. Das Bundesland erhöht außerdem zum 1. Januar 2012 die Grunderwerbssteuer von 3,5 auf 5 Prozent, sodass wir darauf achten mussten, dass der Kaufvertrag vor diesem Datum abgeschlossen wird.

In der ursprünglichen Baugenehmigung gab es eine Befreiung von der damals zulässigen Gebäudehöhe und Geschossfläche. Das Gebäude wäre also heute bauplanungsrechtlich zulässig. Die Genehmigung für die aktuelle Sanierung schweigt jedoch zu diesem Thema. So bestand das Risiko, dass die Baugenehmigung deswegen nicht rechtskräftig sein könnte. Die Zeit raste, das erste Treffen mit der Verkäuferseite war nach einer Stunde.

Die Käufer und Verkäufer treffen aufeinander

Die Verkäufer waren nicht bereit, auf unsere Forderung nach einer Garantie für Sach- und Rechtsmängel einzugehen. Auch das Problem der zweifelhaften Baugenehmigung war schwierig zu verhandeln, da sich die Verkäufer nicht auf die weitreichende Haftung einlassen wollten.

Bei einem Mittagssnack besprachen wir im Team die erreichten und nicht erreichten Punkte unseres Vertrags. Wir merkten schnell, dass wir unsere hoch angesetzten Forderungen schwierig durchsetzten konnten. Also bastelten wir an einem Kompromiss, der beide Seiten befriedigten sollte. Zwar einigten wir uns am Ende mit den Verkäufern über den Kaufpreis, andere Punkte blieben jedoch ungelöst.

Persönliche Eindrücke und Erkenntnisse

Aktives Mitdiskutieren ist kräftezehrend. Daher waren die Pausen gut, um Abstand zu nehmen und sich nicht in Detailfragen zu verlieren. Obwohl wir alle sehr gute Kenntnisse in Jura hatten, begegneten uns Probleme, die nur durch Erfahrung und gute Marktkenntnis gelöst werden können.

Zum Beispiel war es schwer einzuschätzen, welche Mietpreise für die Laufzeit von 30 Jahren üblicherweise vereinbart werden, welche Reparaturen vom Mieter und welche vom Vermieter getragen werden. Oder welche Freiheiten der Mieter hat, die Räume zu gestalten und inwieweit der Mieter haftet. Durch die Hilfe der Anwälte konnten wir zumindest Einschätzungen aufstellen. Somit fühlten wir uns während den Verhandlungen sicherer, dass wir nicht völlig überhöhte Anforderungen an die Gegenseite stellten.

Karriere-Infos beim Dinner

Es waren gerade die regen Diskussionen und die praxisnahe Unterstützung der Anwälte, die zu dem optimalen Einblick in die Immobilientransaktion führten. Die Zeit verging im Flug, und alle Teilnehmer freuten sich, als wir uns auf den Kaufpreis einigten.

Mit gutem Essen ließen wir den Abend in einem Frankfurter Restaurant ausklingen. Hier befragten wir die Anwälte zu aktuellen Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten bei Clifford Chance. Alle Anwälte nahmen sich viel Zeit und zeigten uns, welche Persönlichkeiten für Clifford Chance arbeiten.

Praxistest und Networking

So eine Veranstaltung kann ich jedem e-fellow empfehlen, der sich für wirtschaftliche Zusammenhänge interessiert und gerne im Team an komplexen rechtlichen Problemen arbeitet. Manche mögen durch Vorurteile von einer Großkanzlei abgeschreckt sein. Denjenigen rate ich, neugierig und offen zu sein und der Idee Großkanzlei eine Chance zu geben.

Dieser Tag gibt einem einen guten Einblick in das Teamverständnis, die Arbeitsweise und den Umgang der Anwälte miteinander - und vermag so manche Tür zu öffnen. Unabhängig vom persönlichen Resultat ist eine solche Veranstaltung sehr hilfreich, um Klarheit über die eigenen Karriereziele zu bekommen.

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Willst du mehr über unseren Partner Clifford Chance erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

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