Partner von:

Controlling im Land der Kirschblüten (1. Teil)

Kirschblüten [Quelle: freeimages.com, Autor: johnnyberg]

Quelle: freeimages.com, johnnyberg

Abschließbare Regenschirmständer, Kirschblüten überall und Automaten, die Batterien oder Eiscreme verkaufen – während seines Praktikums für Bosch Rexroth in Japan macht Andreas viele Entdeckungen. Und in der Arbeit im Controlling betätigt er sich als Detektiv, um Falschbuchungen aufzuspüren.

Nach meinem Bachelor-Studium wollte ich erst einmal ein wenig Abwechslung in den Studentenalltag bringen und mein Uni-Wissen in der Praxis anwenden. Ich hatte mir schon länger überlegt, ein Auslandspraktikum in Asien zu machen. Nach einiger Recherche habe ich mich für Japan entschieden und fand ein Praktikum bei Bosch Rexroth, das zu meinem Vertiefungsfach Controlling passte.  

Ankunft in Japan

Nach der Ankunft am Flughafen in Narita fuhr ich zuerst mit dem Bus nach Tsuchiura, wo das Werk von Bosch Rexroth liegt, in dem ich arbeiten werde. Die erste Nacht schlief ich im Hotel. Am nächsten Morgen holte mich eine Kollegin ab. Sie half mir dabei, meine Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen und meine Adresse bei der Stadtverwaltung zu registrieren. Meine Ankunft in Japan und der erste Tag wurden von der Personalabteilung perfekt organisiert - so ist alles reibungslos gelaufen.

Mein Start im japanischen Büro

Die Mitarbeiter von Bosch Rexroth versorgen die Läufer während des Marathons [Quelle: Bosch Rexroth]

An diesem Tag lernte ich auch meine anderen Kollegen kennen. Am Anfang hatte ich Bedenken, dass die Kulturunterschiede und die Sprachbarriere vielleicht doch zu groß sein könnten und ich dadurch vielleicht kein richtiges Team-Mitglied werden würde. Dem war jedoch nicht so und von der sprichwörtlichen japanischen Zurückhaltung konnte ich auch nichts spüren. Alle gingen offen auf mich zu und nahmen mich herzlich in das Team auf.

Am Ende der zweiten Woche gab es eine Willkommensparty für die neuen Praktikanten. Die gesamte Abteilung ging zusammen in eine Izakaya (eine japanische Bar mit vielen kleinen Leckereien). Dort hatte ich auch die Möglichkeit, meine Kollegen und die anderen Praktikanten besser kennenzulernen.

Am darauffolgenden Samstag fand Japans drittgrößter Marathon statt, der direkt am Werksgelände vorbeiführte. Auch dieses Jahr versorgte Bosch Rexroth die Läufer mit kostenlosen Getränken.

Englisch lernen beim Mittagessen

In meiner Abteilung ist die Geschäftssprache hauptsächlich English – das ist aber nicht in allen Teams so. Aus diesem Grund gibt es jeden Mittwoch einen English-Lunch. Dort können alle mitmachen, die ihr Englisch verbessern oder einfach anwenden wollen. Wir treffen uns in einem Besprechungsraum, jeder bringt sein eigenes Mittagessen mit und wir sprechen Englisch miteinander. Es nehmen auch fast alle Praktikanten daran teil, weil man so noch Kollegen außerhalb der eigenen Abteilung kennenlernt und dort auch viele gemeinsame Freizeitaktivitäten geplant werden, wie zum Beispiel den Besuch des Kirschblüten-Fests.

Hanami Matsuri, das Kirschblüten-Fest

Kirschblütenfest in Japan [Quelle: Bosch Rexroth]

Japan ist nicht nur das Land der aufgehenden Sonne, sondern auch der Kirschblüten. Man kann sie auf Münzen, Kleidung und Verpackungen finden. Da die ganze Nation anscheinend verrückt nach Kirschblüten ist, gibt es dafür sogar ein eigenes Fest, bei dem man sich zum Picknicken unter einem Kirschbaum trifft und die Schönheit der Blüten bewundert.

Wer jetzt denkt, dass es im Sommer dann Unmengen von Kirschen gibt und die Japaner gar nicht mehr wissen wohin damit, liegt falsch. Fast alle Kirschbäume sind Zierkirschen und tragen keine essbaren Früchte.

Meine Aufgaben im Controlling

In meiner Abteilung bin ich direkt in das Tagesgeschäft eingebunden. Ich erstelle monatlich Kostenstellen- und Abteilungsberichte, anhand derer die Abteilungsleiter die Kostenentwicklung des letzten Monats bewerten und gegebenfalls Maßnahmen ergreifen können. Außerdem bin ich auch an der Kostenanalyse beteiligt. Dabei gehen wir auf die Suche nach Falschbuchungen und Gründen für Kostenabweichungen vom Plan. Das ist zum Teil richtige Detektivarbeit, bis man den Verursacher der Abweichung gefunden hat.

Weiterhin war ich auch an der Erstellung einer sehr umfangreichen Präsentation für die Geschäftsleitung in Deutschland beteiligt. Zusätzlich arbeiten wir verstärkt an neuen Berichten, um zum einen verschiedene, unterschiedlich stark aggregierte Sichtweisen auf unsere Daten bereitstellen zu können und zum anderen die Lesbarkeit und Verständlichkeit für Nicht-Controller zu erhöhen. Es macht mir richtig Spaß, an diesem Prozess beteiligt zu sein, da ich so die Möglichkeit habe, mich in die Entwicklung einzubringen.

Japan entdecken

Tempel in Japan [Quelle: Bosch Rexroth]

Wenn ich schon in einem kulturell so spannenden Land bin, dann will ich auch jeden freien Tag nutzen, um es zu erkunden. Meine Reisen haben mich bisher nach Nikko und in die Kansai-Region geführt. Außerdem war ich in der kulturellen Hauptstadt Japans, in Kyoto.

Nirgends kann man die Traditionen der Edo-Zeit noch so lebhaft spüren wie hier. Es gibt in Kyoto zum Beispiel noch viele kleine alte Holzhäuser. Man kann Geishas auf offener Straße sehen und viele Frauen tragen ihre Kimonos als Alltagskleidung. Auch die Sehenswürdigkeiten sind atemberaubend, die Stadt atmet förmlich Kultur. Nach fast einer Woche Urlaub in Kyoto hatte ich noch immer nicht alles gesehen.

Kurioses

Absperrbare Schirmständer [Quelle: Bosch Rexroth]

Getränkeautomaten kennt sicherlich jeder, nur ist die Dichte in Japan bedeutend höher. In jedem Stadtviertel, und sei es auch noch so verlassen, findet man immer mindestends zwei Automaten. Die ausgefalleneren Modelle verkaufen zum Beispiel Batterien, Eiscreme oder auch vollständige Mahlzeiten.

Ein weiteres Kuriosum war für mich der Umgang mit dem Wetter. Ich habe mich manchmal gefragt, ob Japaner etweder aus Zucker sind oder eine massive Angst vor Regen haben. Denn sobald der Wetterbericht nur eine minimale Wahrscheinlichkeit für Regen vorhersagt, hat jeder Japaner einen Regenschirm dabei. Auch gibt es plötzlich überall Regenequipment zu kaufen. Viele Japaner haben sogar dann einen Regenschirm dabei, wenn die Sonne scheint. Man will ja schließlich nicht braun werden.

Das führt dazu, dass es an vielen öffentlichen Gebäuden entweder abschließbare Schirmständer gibt oder spezielle Tüten für die Regemschirme, damit man das Wasser nicht im Gebäude verteilt oder andere Menschen damit nass macht.

nach oben

Willst du mehr über unseren Partner Bosch Rexroth erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

Mehr Erfahrungsberichte

Jobs, Praktika

und akademische

Stellen suchen

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren