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Hydraulik in Singapur

Praktikum bei Bosch Rexroth in Singapur

Quelle: Bosch Rexroth

Vincent studierte gerade in Neuseeland – da war die Gelegenheit doch günstig für einen Abstecher nach Singapur. Als Praktikant bei Bosch Rexroth wurde er zum Fachmann für hydraulische Antriebssysteme und erfuhr, warum in Asien persönliche Beziehungen im Geschäftsleben so wichtig sind.

Art der Beschäftigung

Praktikum im Technischen Vertrieb für Südostasien, Bosch Rexroth AG in Singapur

Zeitraum und Vergütung

Das Praktikum absolvierte ich von Oktober 2015 bis Ende März 2016. Dabei erhielt ich die für Bosch Singapur übliche Praktikantenvergütung von 1.000 Singapore Dollar pro Monat (ungefähr 660 Euro), plus eine einmalige Zahlung von 1.000 Euro zu Beginn als Unterhaltszuschuss.

Der erste Kontakt mit Bosch Rexroth

Mit Bosch Rexroth bin ich erstmals durch das Deutschlandstipendium an der TU Darmstadt in Kontakt gekommen. Während meines Bachelors machte ich ein zweimonatiges Praktikum im Business-Unit-Controlling von Bosch Rexroth in Lohr am Main. Im Anschluss daran wurde ich in das Studentenförderprogramm students@bosch aufgenommen und blieb so mit dem Unternehmen in Kontakt. Unter anderem war ich bei mehreren Vorträgen und Workshops von Bosch Rexroth.

Mein Praktikum in Singapur

Während meines Auslandssemesters in Neuseeland bewarb ich mich für ein Auslandspraktikum bei Bosch Rexroth in Singapur. Obwohl ich keine entsprechenden Vorkenntnisse mitbrachte, wollte ich gerne im technischen Vertrieb arbeiten, um meine technischen und wirtschaftlichen Kenntnisse aus dem Studium zu verknüpfen.

Meine Hauptaufgabe bei Bosch Rexroth war die wirtschaftliche und technische Auslegung eines hydraulischen Antriebssystems. In den ersten Wochen meines Praktikums las ich mich intensiv in die Funktionsweise elektro-hydraulischer Antriebssysteme ein und analysierte die Schaltpläne bestehender Systeme von Bosch Rexroth rund um den Globus. Anschließend sollte ich auf dieser Basis ein gas-hydraulisches Antriebssystem entwickeln und auslegen. Dazu arbeitete ich mit Kollegen zusammen, die sich mit den einzelnen Komponenten des Systems auskannten sowie mit den Experten für den Gas- und den elektrischen Antrieb. Darüber hinaus analysierte ich ähnliche Systeme von Wettbewerbern. Auf dieser Basis setzte ich mich mit möglichen Zulieferern in Verbindung, um die Kosten und die Machbarkeit meiner Systemauslegung zu ermitteln.

Mein persönliches Highlight

Eines meiner Highlights war dabei die Organisation, Leitung und Nachbereitung mit einem möglichen malaysischen Lieferanten. Das war für mich spannend, weil ich so etwas noch nie gemacht hatte. Ich musste mir überlegen, wie viel Informationen ich dem Lieferanten geben konnte: Was waren Informationen, die er brauchte, um uns eine realistische Einschätzung zu geben? Welche Details sollte ich eher für mich behalten? All diese Überlegungen waren neu für mich und fanden noch dazu im Rahmen der südostasiatischen Verhandlungskultur statt.

Während des Praktikums bekam ich von meinem Betreuer immer wieder herausfordernde Aufgaben und durfte sehr eigenverantwortlich arbeiten – vom autodidaktischen Studium der Hydraulik bis hin zur Systemauslegung. Auf der anderen Seite nahm sich mein Betreuer immer wieder mehrere Stunden Zeit, um meine Fragen zu beantworten – zu fachlichen Themen genauso wie zu den kulturellen Unterschieden bei der Arbeit mit asiatischen Mitarbeitern, Zulieferern und Kunden.

Asien tickt anders

So habe ich zum Beispiel gelernt, dass ein deutsches "Ja" und ein asiatisches "Ja" nicht dasselbe sind. Mehrmals haben mir Kollegen berichtet, wie sie in Workshops Kompetenzen in den Landesgesellschaften aufbauen sollten und mehrmals nachfragten, ob alles Neue jetzt gut verstanden sei. Dem stimmten die Teilnehmer voll und ganz zu. Bei Folgebesuchen Monate später mussten die Kollegen aber feststellen, dass sich nichts geändert hatte. Das hing häufig damit zusammen, dass Asiaten mit einer Zustimmung ihr Gesicht wahren können. Aus deutscher Sicht erschwert das die Kommunikation enorm und macht Prozesse ineffizient – aber die Herangehensweisen unterscheiden sich eben einfach von Kultur zu Kultur und sind nicht besser oder schlechter als unsere. Als Deutscher muss man in diesem Fall lernen, das Verständnis des Gegenübers zu überprüfen, ohne dass dieser Gefahr läuft, sein Gesicht zu verlieren.

Ich arbeitete während meines Praktikums im Bosch-Headquarter für Südostasien. Das hatte den Vorteil, dass ich auch viel mit den Mitarbeitern und Praktikanten der anderen Bosch-Geschäftsbereiche in Kontakt kam und mich mit ihnen austauschen konnte. Bosch Rexroth ist in diesem Büro in zwei Bereiche aufgeteilt. Zum einen gibt es den technischen Vertrieb für alle südostasiatischen Landesgesellschaften. Zum anderen ein Team, das Projektkompetenz in Asia-Pacific aufbaut. So arbeitete ich mit Kollegen aus vielen verschiedenen asiatischen und europäischen Ländern und erhielt Einblicke in die Chancen und Herausforderungen des Vertriebs und Projektgeschäfts im sehr dynamischen südostasiatischen Markt.

Die Arbeit mit den internationalen Kollegen war extrem bereichernd. Ich habe viel gelernt, sowohl inhaltlich und besonders auch in Bezug auf interkulturelle Zusammenarbeit. In Asien spielt Vertrauen auch in Arbeitsbeziehungen eine viel größere Rolle als in Europa. Geschäftliche Verbindungen werden über viele Jahre aufgebaut und gepflegt. Erst wenn eine solide persönliche Basis besteht, kann man wirklich gut zusammenarbeiten und Projekte vorantreiben. Know-how, Qualität und Preis sind zunächst sekundär, wichtig ist das Vertrauen. Das führt dazu, dass die pünktliche und pragmatische deutsche Arbeitsweise an ihre Grenzen gerät und man zu akzeptieren lernt, dass Dinge anders funktionieren. Das darf nicht als schlechter oder langsamer bewertet werden, sondern muss als anders verstanden und respektiert werden.

Wie ein Konzern funktioniert

Neben dem Verständnis für Hydraulik und kulturelle Unterschiede habe ich in meinen sechs Monaten bei Bosch Rexroth auch die Funktionsweise eines Großkonzerns kennengelernt. Es hat viele Vorteile, in einem international führenden Technologiekonzern zu arbeiten, wie zum Beispiel sehr großzügige soziale Rahmenbedingungen. Andererseits sind die Prozesse im Unternehmen manchmal langsam und politisch.

Insgesamt habe ich durch die mir übertragene Verantwortung sehr viel mitgenommen. Darüber hinaus habe ich tolle Kollegen und Praktikanten getroffen und an vielen Wochenenden Singapur und Südostasien erkundet. Unter anderem habe ich Malaysia, Kambodscha, Taiwan, Indonesien und Vietnam besucht. Die kulturellen Unterschiede zwischen den Ländern, die kulinarische Vielfalt, die Armut, die Herzensgüte und Offenheit der Menschen haben mich sehr beeindruckt und das Auslandspraktikum zu einer prägenden und unvergesslichen Zeit gemacht.

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