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Erst forschen, dann über die Teststrecke sausen

Autobahn [Quelle: freeimages, Autor: osito-pl]

Quelle: freeimages, osito-pl

Hydraulik, Simulation und Fahrzeugtechnik - damit beschäftigt sich e-fellows.net-Stipendiatin Verena am liebsten. Beim Workshop mit Bosch Rexroth konnte sie ihr Uni-Wissen endlich in der Praxis anwenden. Sie entwickelte Hybrid-Konzepte, berechnete hydraulische Speicher oder dimensionierte hydrostatisch regenerative Bremssysteme -  die dann zum Beispiel in Müllfahrzeugen eingesetzt werden.

Titel und Thema der Veranstaltung:

Workshop zur Entwicklung hydraulischer Hybridantriebe

Zeit, Ort und Dauer der Veranstaltung:

19. und 20. Mai 2011, Bosch-Rexroth-Niederlassung, Elchingen bei Ulm

Teilnehmerzahl und Unternehmensvertreter:

  • 15 Studenten des Maschinenbaus, der Mechatronik und der Fahrzeugtechnik
  • Neun Unternehmensvertreter vom gesamtverantwortlichen "Entwicklungsleiter für Mobil-Elektronik und Systeme" über weitere Abteilungsleiter sowie Projektleiter und Entwicklungsingenieure bis hin zur Vertreterin der Personalabteilung

Eingeladen hatte die Entwicklungsabteilung "Mobile Funktionen und Software" der Business Unit "Mobile Applications", die das hydrostatisch-regenerative Bremssystem (HRB) mitentwickelt. Das ist ein hydraulisches Hybridsystem, das zum Beispiel in Müllfahrzeugen eingesetzt werden kann. Diese Fahrzeuge bremsen und beschleunigen in kurzen Zeitabständen. Anstatt die Bremsenergie in konventionellen Bremsen zu verbrennen, wird sie genutzt, um Druck in einem hydraulischen Speicher aufzubauen. Anschließend nutzt das Fahrzeug diesen Druck für den Beschleunigungsvorgang.

Begeistert von Hydraulik und Fahrzeugtechnik

Im Workshop kam eine Gruppe von technikbegeisterten Studenten zusammen. Viele von uns hatten sich schon während des Studiums mit Hydraulik, Simulation und Fahrzeugtechnik beschäftigt, so dass im Verlauf des Workshops viele interessante Fragen aufkamen, die wir angeregt diskutiert haben.

Wir durften gleich selbst ran

Am ersten Tag durften wir nach der Begrüßung durch Dr.-Ing. Markus G. Kliffken, "Entwicklungsleitung Mobil-Elektronik und Systeme", und der Vorstellung des  Unternehmens Bosch Rexroth und der Abteilung Entwicklung Systeme und  Hybride direkt selbst aktiv werden. Wir kamen in Gruppen zusammen, um  Konzepte für einen hydraulischen Hybrid zu entwickeln. Diese Konzepte  haben wir anschließend gemeinsam mit Matthias Müller, Entwicklungsingenieur  der Abteilung Funktionsentwicklung, diskutiert und bewertet. "Wie man’s  richtig macht", zeigte uns dann Christian Grabe aus dem technischen  Produktmanagement und stellte die Lösung vor, die Bosch Rexroth  entwickelt hat.

Mal ganz locker den Chef löchern

Nach dem Abendessen hatten wir dann Gelegenheit zu einem "Kamingespräch"  mit Dr. Reinhard Vonnoe, Abteilungsleiter Entwicklung Mobile Funktionen  und Software. Er stand Rede und Antwort zu  Fragen über seine Karriere, seine Führungsphilosophie, die Arbeitszeit und  –belastung für Führungskräfte und Mitarbeiter in der Entwicklung und  Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

"Alles und nichts"-Könner

Besonders interessant fand ich die  Frage, wie lange es dauert, bis ein Uni-Absolvent richtig produktiv ist.  Da man nach einem Studium an der Uni "alles und nichts" kann, vergeht  laut Dr. Reinhard Vonnoe ein gutes Jahr, bis der frische Ingenieur komplett  eingearbeitet ist.

Wie kann ich anfangen? – Einstiegsmöglichkeiten bei Bosch Rexroth

Der zweite Workshoptag startete mit einer Vorstellung der  Einstiegsmöglichkeiten für Hochschulabsolventen bei Bosch Rexroth. Jede  Einstiegsvariante wurde von einem Mitarbeiter vorgestellt, der sie  selbst durchlaufen hat. Dr. Steffen Mutschler hat seine Doktorarbeit bei  Bosch Rexroth geschrieben. Özcan Ögüt hat das Junior Managers Programm  der Bosch-Gruppe, also das Traineeprogramm, durchlaufen und alle seine  Stationen bei Rexroth absolviert. Dr.-Ing. Ulrich Ahrholdt hat nach einer Promotion an der Uni den Direkteinstieg gewählt.

Direkteinstieg oder doch erst Promotion?

Viele von uns stehen  kurz vor der Entscheidung über Berufseinstieg beziehungsweise eine  mögliche Promotion. Also hatten wir viele Fragen zum Sinn und Zweck  einer Promotion, dem Unterschied zwischen einer Promotion an der Uni,  oder in der Industrie und der Bedeutung eines  Traineeprogramms oder eines Direkteinstiegs für die Karriere. Unabhängig  vom Einstieg, den die Ingenieure gewählt hatten, haben sie mit viel  Begeisterung von ihrer Arbeit und den vielfältigen Aufgaben und  Entwicklungsmöglichkeiten bei Bosch Rexroth erzählt.

Dann zeigt mal, was ihr in der Uni gelernt habt

Und dann waren wir wieder gefordert. An einem Zahlenbeispiel dimensionierten wir in Gruppen ein hydrostatisch-regeneratives  Bremssystem und wandten dabei Erkenntnisse aus der Hydraulik und Mechanik an. Dabei fanden wir heraus, wie groß der hydraulische Speicher sein  muss, der die Bremsenergie aufnimmt. Anschließend stellte Dr. Steffen Mutschler die Simulation des Bremssystems  vor und verglich die Simulationsergebnisse mit Messergebnissen.

Technik an der frischen Luft erleben

Nachdem wir soviel über das hydrostatisch-regenerative Bremssystem  gelernt hatten, konnten wir es nach dem Mittagessen auf der Teststrecke  endlich in Aktion sehen. Und während das Versuchsfahrzeug Nummer 1 ständig an  uns vorbei über die Teststrecke sauste, nahmen wir an  Nummer 2 alle Komponenten des HRB in Augenschein. Ein Versuchsingenieur  und zwei Entwicklungsingenieure zeigten uns das hydrostatisch-regenerative Bremssystem und weitere Versuchsträger und -stände.

Das Gelernte in der Industrie anwenden

Ich kann den Workshop zu hundert Prozent weiterempfehlen. Während man  häufig Gelegenheit bekommt, sich die Produktion eines Unternehmens  anzusehen, erhält man selten so einen guten Einblick in eine Entwicklungsabteilung. Im gesamten Zeitraum stand eine Reihe von Ingenieuren und Führungskräften jederzeit für Fragen zur Verfügung und hat uns mit viel Begeisterung ihre Tätigkeiten vermittelt. Der Workshop war eine tolle Gelegenheit, das, was ich in der Uni lerne, in der  Industrie anzuwenden. Ich bin mit sehr vielen neuen Ideen für den Rest meines  Studiums, meine Diplomarbeit und meinen Berufseinstieg nach Hause  gefahren.

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