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Social Media für Malaysia

Frühstück Büffet Obst Gemüse (Quelle: freeimages.com, onur)

Quelle: freeimages.com, onur

Bei ihrem viermonatigen Praktikum in Malaysia war Franziska dafür zuständig, den malaiischen Sitz der Allianz fit für soziale Netzwerke zu machen. Außerdem hat sie die Eigenheiten des Landes kennengelernt, gesehen wie viele Menschen man mit einem Motorrad transportieren kann und erfahren, warum es in Malaysia üblich ist, seinen Gästen stets etwas zu essen anzubieten.

Mit der Allianz nach Malaysia! Diese unerwartete Praktikumsmöglichkeit in Kuala Lumpur war viel mehr als nur eine Bereicherung meines Lebenslaufes. Es waren erstaunliche vier Monate! "Staunen" beschreibt meine Zeit hier in Malaysia wahrscheinlich am allerbesten, da hier vieles ganz anders ist und zum Teil auch nicht immer zu verstehen. "To lah, or not to lah", ganz ähnlich der Version von Shakespeare. Das ist die Frage in Malaysia.

Bei 95 Prozent Luftfeuchtigkeit neue Freunde finden

Zwei Wochen nach meiner Bewerbung hatte ich ein Telefon-Interview. Und bereits zwei Monate später fand ich mich bei unglaublicher Hitze und 95 Prozent Luftfeuchtigkeit in Kuala Lumpur, der Hauptstadt Malaysias, wieder. Das Land hat mich letztlich durch meine Kollegen, Mitbewohner und Freunde für sich gewinnen können. Und da das Leben hier sehr öffentlich stattfindet, war es für mich auch sehr leicht daran teilzuhaben.

Hupend auf den Straßen von Kuala Lumpur

Kuala Lumpur ist eine tolle Stadt. Millionen Menschen bevölkern jeden Tag die Straßen, Händler blockieren die Gehwege, Fußgänger und Lastenträger laufen auf den Straßen und Motorradfahrer – gerne mit gesamter Familie und ohne Helm auf dem Vehikel – schlängeln sich notorisch hupend durch die sehr frei definierten Fahrbahnspuren. Rechts und links gibt es Imbissstände und andere Buden, in denen Menschen ihrem Handwerk nachgehen. Und von überall kann man einen Blick auf die Petronas Towers erhaschen. Es scheint, als hätte man alle Religionen, alle Epochen und sozialen Schichten in eine einzige Straße verlegt und dort zusammengepresst.

Arbeiten nach Vorgabe

Das Arbeitsleben in Malaysia unterscheidet sich stark vom deutschen und das Bewusstsein für Versicherungen ist eher gering. Generell ist hier alles sehr hierarchisch geregelt und der Lauf der Dinge geht um einiges gemütlicher vonstatten. Die malaiische Gemütlichkeit kommt auch in der häufig getroffenen Aussage "being on the way" zum Ausdruck. Auf dem Weg zu sein bedeutet eigentlich nur, dass sich jemand mit dem Gedanken befasst hat, sich nun langsam auf eben diesen Weg zu machen. Auch stellen die Mitarbeiter nicht so viele Fragen – zumindest oft nicht die entscheidenden. Womit ich lange nicht zurechtkam ist die Tatsache, dass oftmals genau das gemacht wird, was vorher gesagt wurde – nicht mehr und nicht weniger. Grundsätzlich kann jedoch alles gemacht werden, zumindest scheint es so. Da heißt es dann "boleh, boleh" – alles andere ist natürlich auch möglich. Meine Kollegen waren sehr nett, hilfsbereit und unwahrscheinlich offen. Manchmal haben sie mir sogar Essen mitgebracht oder mich über das Wochenende zu sich nach Hause eingeladen.

Gute Gastgeber

Essen spielt in der malaiischen Gesellschaft überhaupt eine sehr große Rolle. Es ist ein Zeichen schlechter Gastfreundschaft, jemanden ohne Verköstigung nach Hause zu schicken. Also kam es schon mal vor, dass ich alle halbe Stunde gefragt wurde, ob ich denn nicht hungrig sei. Auch die Vielfalt an Speisen ist sehr beeindruckend. Es gibt alles an indischen, chinesischen und malaiischen Gerichten, wobei sich letztere je nach Region stark unterscheiden können.

Von Beginn an mittendrin

Von Beginn an wurde ich immer in alles mit einbezogen. Entsprechend hat mir meine Betreuerin an meinem ersten Arbeitstag alle Kollegen in "unmittelbarer" Umgebung, inklusive aller benachbarten Stockwerke, vorgestellt. Selbst die Büros der beiden CEOs hat sie nicht ausgespart. Nach einer kurzen Einführung in die hiesigen Arbeitsabläufe durfte ich auch gleich mit dem Arbeiten beginnen. Mein Job war es, Allianz Malaysia Social-Media-fähig zu machen. Klingt eigentlich ganz simpel! Doch trotz einer potenziell hohen Anzahl aktiver Nutzer ist Social Media neu und das Bewusstsein dafür musste ich erst schaffen. Vor allem die Tatsache, dass nicht alles kontrollierbar ist hat einigen Kopfzerbrechen bereitet. So glichen wir zum Beispiel mit Schulungen zum Umgang mit sozialen Medien und weiteren Maßnahmen den geringen Erfahrungsschatz aus.

Alles in allem war das Praktikum eine einzigartige Chance: Ich konnte den gesamten Prozess von Anfang bis Ende mitgestalten, all meine Ideen einbringen und vor dem Management vertreten. Als Zuckerl durfte ich im zweimal jährlich stattfindenden Townhall Meeting den Start unserer Facebook-Seite vor über 500 Mitarbeitern live präsentieren. Was für ein Gefühl!

Eine Reise, die sich gelohnt hat

Die letzten vier Monate waren einfacher, unkomplizierter, intensiver und bunter als ich erwartet hatte. Die spannenden, schönen und merkwürdigen Eindrücke wiegen einige wenige Unzulänglichkeiten bei weitem auf.

Malaysia ist unglaublich reich an Gegensätzen und hat viele Eigenheiten. Neben einer Unmenge an verschiedenen Sprachen die gesprochen werden und der Vielfalt an Religionen war ich erstaunt festzustellen, dass trotz des hohen Bildungsniveaus noch Ehen arrangiert werden. Um alles zu verstehen, würde ich wahrscheinlich mehrere Jahre benötigen. Das alles hat meine Sicht auf Deutschland verändert. Aber schon allein für die Sonnenuntergänge und das Essen hat sich das Praktikum fast gelohnt!

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