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Arbeiten und leben nach dem "kiwi way of life"

Kiwi aus Neuseeland [Quelle: freeimages, Autor: mmagallan]

Quelle: freeimages, mmagallan

Einfach mal raus aus dem Alltag und eine völlig neue Welt erleben - aber nicht nur für einen zweiwöchigen Urlaub. Antje Stach von der Telekom hat ein siebenmonatiges Sabbatical in Neuseeland hinter sich. Im Interview erzählt sie, wie sie ihren Chef von der Auszeit überzeugt hat, was sie dort für die Arbeit gelernt hat und warum ihr Sabbatical kein Karriereknick, sondern eine Chance war.

Frau Stach, was haben Sie eigentlich in Neuseeland gemacht?

Zuerst habe ich in Wellington einen sechswöchigen Business-Englisch-Kurs belegt. Danach habe ich einen Monat lang im "Maori Tourism Council" gearbeitet, wo ich unter anderem eine Broschüre mit Hotel- und Ausflugstipps für Touristen überarbeitet habe, die das Neuseeland der Maori entdecken wollen. Die anschließenden Monate waren dann reiner Urlaub: Ich bin durch Neuseeland gereist, dann nach Tasmanien und auf die Fidschi-Inseln. Einen zweiwöschigen Stop auf Hawaii habe ich auf dem Rückweg auch noch eingelegt.

Und was war Ihre Motivation für das Sabbatical?

Gründe gab es einige, aber vor allem zählte das Fernweh. Eine solche Reise war schon lange ein Traum, den ich endlich verwirklichen wollte. Außerdem wollte ich mal raus aus dem beruflichen Alltag und gleichzeitig gerade dafür neue Kraft und Ideen schöpfen. Die Auszeit habe ich auch genutzt, um meine eigenen Stärken und Schwächen besser kennenzulernen.

Hatten Sie nach der Rückkehr in den Job keine Angst vor einem "Karriere-Knick"?

Überhaupt nicht. Ich hatte vorher schon abgestimmt, dass ich in nach der Auszeit wieder in meiner Abteilung, dem "Recruiting & Talent Service", weiterarbeiten kann. Eher war ich gespannt, was sich dort nach meiner Rückkehr verändert haben würde. Da ich jedoch die ganze Zeit Kontakt mit meinen Kollegen gehalten habe, fiel mir der Wiedereinstieg ins Berufsleben sehr leicht.

Und? Was hatte sich nach Ihrer Rückkehr verändert?

Meine Englischkenntnisse hatten sich verändert, natürlich zum Positiven. Ebenso haben sich meine Aufgaben im Job verändert: Ich werde jetzt international eingesetzt, das heißt, ich führe englischsprachige Interviews und habe insgesamt mehr Verantwortung als Recruiterin.

Dann konnten Sie von der Auszeit konkret etwas für Ihren beruflichen Alltag mitnehmen?

Natürlich. Ich habe meinen Blickwinkel erweitert und ein noch größeres Bewusstsein für kulturelle Vielfalt entwickelt: Ich achte beispielsweise viel mehr darauf, wie ein Bewerber kulturell geprägt wurde. Ich sei auch lockerer und ausgeglichener geworden, haben mir meine Kollegen gesagt. Das liegt sicher auch am neuseeländischen "kiwi way of life". Das mit den eigenen Stärken und das Vertrauen in die eigene Kraft hat auch geklappt: Ich packe Herausforderungen jetzt schneller an. Was ich in der Zeit noch gemerkt habe: Mir geht’s sehr gut in Deutschland. Dinge, die man in Deutschland als selbstverständlich hinnimmt, werden auf solch einer Reise ein Luxus. Die ärztliche Versorgung, eine Waschmaschine oder auch nur trinkbares Leitungswasser habe ich zu schätzen gelernt.

Wie war das eigentlich finanziell geregelt? Wurde ein Teil Ihres Gehalts während des Sabbaticals weitergezahlt?

Nein, die Deutsche Telekom bietet verschiedene Arbeitszeitmodelle an, ich habe unbezahlten Urlaub genommen.

Wie hat Ihr Chef reagiert, als Sie ihm von Ihrem Entschluss erzählt haben, für sieben Monate wegzugehen?

Seine erste Reaktion war Neugier: Warum will ich das überhaupt machen? Dann hat er mich für meinen Mut gelobt, mich unterstützt und auch den Mehrwert für meine eigene Persönlichkeit gesehen.

Hat er also ihre Motivation verstanden?

Ja, aber man muss natürlich schon gut vorbereitet in so ein Gespräch hineingehen. Ich hatte bereits konkrete Pläne: Ich wollte einen Sprachkurs machen und ich wollte arbeiten. Der Mehrwert für das Unternehmen war daher gegeben. Das Management hat sich daraufhin zusammengesetzt und eine Lösung für meine Abwesenheit gefunden.

Und wie sah diese Lösung aus?

Eine neue, zeitlich befristet eingestellte Kollegin hat meine Aufgaben während der sieben Monate übernommen. Sie ist übrigens weiterhin im Unternehmen, da ich ja jetzt einen anderen Verantwortungsbereich übernommen habe.

Haben Sie Tipps für e-fellows, die ein Sabbatical planen?

Das kommt ganz auf die Lebenssituation an und auf die Persönlichkeit. Wichtig sind aber auf alle Fälle Fragen wie: Was passiert mit meiner Wohnung? Was ist mit meinem Auto? Wie regele ich die Versicherung? Insbesondere alles, was mit finanzieller Sicherheit zu tun hat, sollte man vorher klären. Ich hatte zum Beispiel immer einen "Notgroschen", um im Notfall den nächsten Flug nach Deutschland nehmen zu können. Aber auch zwischenmenschliche Themen sind wichtig und man sollte sich darüber im Klaren sein, dass eine solche Reise nicht immer einfach ist, insbesondere, wenn man wie ich alleine loszieht. So eine Auszeit macht riesig Spaß, allerdings darf man nicht alles durch die rosarote Brille sehen. Trotzdem gibt es keinen Tag, an dem ich nicht an die Erlebnisse, Eindrücke und Menschen zurückdenke. Ich habe auch weiterhin sehr engen Kontakt mit meiner Gastfamilie, bei der ich während des Sprachkurses gelebt habe. Daher kann ich es kaum erwarten, meinen aktuellen Jahresurlaub zu verwenden, um eineinhalb Monate lang unter anderem nach Neuseeland zurückzukehren.

Mehr Infos zu den flexiblen Arbeitsmodellen der Telekom findest du auf unseren Partner-Seiten und auf der  Telekom-Website.

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