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Erst eine App entwickeln, dann den Bachelor machen

App Appentwicklung Usability [Quelle: Pixabay.com, Autor: FirmBee]

Quelle: Pixabay.com, FirmBee

Als Studentin eine eigene App auf den Markt bringen? Klar doch! Anna Schwartling, duale Studentin bei der Telekom, berichtet im Interview, wie sie mit anderen Nachwuchskräften die Datenschutz-App "Privacy Manager" konzipiert hat. Und warum sie ihre Profs zwar selten persönlich sieht, ihnen aber online Smileys gibt.  

Wie sieht dein Studienalltag aus?

Duale Studiengänge funktionieren meistens nach dem Schema "Drei Monate Uni, drei Monate Betrieb". Bei mir ist das anders: Ich bin nur etwa acht bis neun Wochen im Jahr an der Hochschule in Leipzig. Den Rest der Zeit arbeite ich bei der T-Systems International GmbH in Darmstadt.

Kommt die Theorie da nicht zu kurz?

Nein, es gibt viele Online-Lernangebote und zusätzliche "ausgelagerte Hochschulphasen" an einem Lernzentrum in der Nähe des Arbeitsplatzes. Meine ausgelagerten Hochschulphasen finden zum Beispiel in Frankfurt am Main statt. Dabei wiederholen wir Inhalte und führen praktische Übungen durch. Unsere Profs sind dann nicht dabei, dafür aber sogenannte Studiencoaches. Die Coaches unterstützen uns bei Fragen rund ums Studium, analysieren unser Lernverhalten und geben uns Tipps, wie wir es verbessern können.

Wie sieht dein Arbeitsalltag bei T-Systems aus?

Ich arbeite so, wie man sich das klassischerweise bei ITlern vorstellt: Ich sitze viel am Rechner und schreibe Skripte oder überprüfe die Server. Konkret arbeite ich in der Administration einer bestimmten Anwendung. Nachmittags habe ich auch oft Vorlesungen. Die finden in Form von "Teletutorings" statt: Unsere Profs laden beispielsweise Präsentationen auf unserer Lernplattform hoch. Dazu gibt es dann Aufgaben, die wir bearbeiten sollen. Feedback an unsere Dozenten können wir zum Beispiel mithilfe von Smileys geben.

Gefällt dir dieses eher ungewöhnliche Studienmodell?

Ja, sehr. Ich habe mich bewusst für diese Art des Studiums entschieden, weil mir die Kontinuität sehr wichtig ist. Beim klassischen Drei-Monats-Wechsel zwischen Theorie und Praxis wird man immer wieder aus den Projekten gerissen. Das ist bei diesem Modell anders. Wenn man beim Lernstoff immer auf dem aktuellen Stand bleibt, ist die Prüfungszeit auch nicht so stressig. Und Kontakt mit den Kommilitonen habe ich auch: zum einen über eine WhatsApp-Gruppe, zum anderen bei den Aufenthalten an der Hochschule in Leipzig. Da wohnen wir dann alle eine Woche lang in einem Hotel und verbringen auch außerhalb des Hörsaals viel Zeit miteinander.

Du bist ein "Young IT Talent" – was genau bedeutet das?

"Young IT Talents" (YITT) ist eines von zwei Förderprogrammen der Telekom für Nachwuchskräfte. Das andere – "Young Sales Talents" – richtet sich an die kaufmännischen Azubis und dualen Studenten. Wer mehrere Auswahlgespräche und einen Aufnahmetag besteht, kann als Young IT Talent ganz verschiedene Angebote nutzen: Es gibt zum Beispiel Netzwerktreffen mit interessanten Vorträgen oder Ausflügen. Man kann auch an verschiedenen Projekten aus ganz unterschiedlichen Bereichen teilnehmen und damit mal über den Tellerrand hinausblicken. Ich selbst arbeite zum Beispiel an mehreren Projekten mit, die ganz anders sind als meine tägliche Arbeit.

Welche Projekte sind das?

Seit meiner Aufnahme 2015 habe ich bei drei Projekten mitgemacht: In einem Projekt haben wir ein Welcome-Day-Video für die neuen Telekom-Nachwuchskräfte vorbereitet, das den neuen Azubis und Studenten gezeigt wurde. Das zweite Projekt, an dem ich arbeite, dreht sich um Datenschutzrecht und Compliance. Das dritte und aufwendigste Projekt ist die Entwicklung der App "Privacy Manager", die man im Google Play Store herunterladen kann.

Was genau macht diese App?

Der "Privacy Manager" hilft Facebook-Nutzern dabei, die passenden Datenschutzeinstellungen in ihrem Profil vorzunehmen. Dazu analysiert die App die aktuellen Einstellungen und vergibt eine Schulnote für das jeweilige Sicherheitsniveau. Außerdem erhalten die Nutzer regelmäßige Tipps und Push-Nachrichten, zum Beispiel, wenn Facebook Änderungen vornimmt.

Wie kamt ihr darauf, so eine App zu entwickeln?

Das Projekt haben wir von unseren Vorgängern übernommen, die mit ihrer Ausbildung fertig waren. Die Organisation war dabei die größte Herausforderung: Es gab zwar bereits eine Struktur, aber wir mussten unsere eigene Arbeitsweise finden und prüfen, was wir von unserem Vorgänger-Team übernehmen wollten und was nicht.  

Wie genau sieht die Projektarbeit aus?

Wir haben uns in drei Gruppen aufgeteilt: Eine übernimmt Konzeption und Design, eine andere die technische Umsetzung und die dritte – in der auch ich bin – ist für Content und Marketing zuständig. Wir sind dafür verantwortlich, die Push-Nachrichten zu verschicken, falls sich etwas bei den Facebook-Richtlinien ändert. Wir erstellen aber auch Flyer oder Plakate, um die Nutzer auf unsere App aufmerksam zu machen.

Weil wir überall in Deutschland verteilt sind, arbeiten wir hauptsächlich online über Plattformen zusammen. Einmal pro Woche führe ich als Teilprojektleiterin eine Telefonkonferenz mit anderen Teilprojektleitern. Dann tauschen wir uns über bisherige Schritte und das weitere Vorgehen aus. Wir haben zum Beispiel für die Zukunft geplant, den Privacy Manager auf andere soziale Medien auszuweiten.

Kannst du aus deinen Projekten etwas für deinen Job "mitnehmen"?

Auch wenn sich meine Arbeit bei YITT recht stark von meinem aktuellen Job unterscheidet, lerne ich eine ganze Menge, zum Beispiel, wie man Marketing betreibt. Außerdem ist das Netzwerken ein ganz wichtiger Teil der YITT-Förderung – so lerne ich viele Telekom-Mitarbeiter aus allen möglichen Bereichen kennen. Und das ist total interessant. Ich habe aber auch entdeckt, wie viel Spaß mir Projektarbeit macht. Vielleicht werde ich mich in Zukunft auch in diese Richtung orientieren.

Apropos Zukunft: Wie sehen denn deine Pläne für die kommenden Jahre aus?

Ich bin aktuell im fünften Semester. Mein nächstes Ziel ist also, das Bachelor-Studium erfolgreich abzuschließen. Anschließend könnte ich mir gut vorstellen, einen Master zu machen. In jedem Fall möchte ich gerne bei der Telekom bleiben. Das Unternehmen ist so vielfältig und bietet eine ganze Menge, gerade für Frauen in technischen Berufen. 2015 wurde die Telekom in einer Studie des Familienministeriums sogar als eines der drei deutschen Unternehmen mit den besten Frauenförderungsprogrammen ausgezeichnet. Außerdem kann man sich bei der Telekom in ganz unterschiedliche Bereiche weiterentwickeln: Ein Kollege von mir hat früher Kabel verlegt, jetzt arbeitet er als Anwendungsadministrator.

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