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Ein Online-Spiel mit dem Vorstand

Deutsche Telekom Projekte im Dualen Studium [© Pixsooz - Fotolia.com]

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Du hast die neue Schülermarketing-Kampagne "Wissen verändert alles" der Deutschen Telekom mit auf die Beine gestellt - wie kam es dazu?

Bei der Deutschen Telekom war eine Stelle für ein Duales Studium in Kombination mit einem Projekt im Schülermarketing ausgeschrieben. Das Projekt hat mich gereizt, weil ich mich schon ehrenamtlich mit Schülern beschäftigt hatte. Ich hatte mit Kommilitonen einen Verein gegründet, um Schüler übers Studium zu informieren. Das Besondere daran war, dass wir selbst noch nicht so viel älter als die Schüler waren und ihre Fragen daher gut nachempfinden konnten. Denn wir hatten damals beim Studienstart selbst nicht gewusst, welches Fach wir studieren sollten und fanden es schwierig, gute Infos zum Studium zu bekommen. Wir haben dann in Schulen Vorträge zum Studienalltag gehalten. Außerdem ist Marketing meine Leidenschaft. Die Stelle hat also super gepasst.

Wieso wolltest du noch einen Master machen?

Ich habe in Köln einen Bachelor in BWL gemacht. Das war eine gute Ausbildung, aber ich habe die Tiefe im wirtschaftswissenschaftlichen Teil vermisst. Deswegen wollte ich unbedingt einen Master machen, am liebsten in General Management. Dass es nun letztlich ein Duales Master-Studium bei der Deutschen Telekom geworden ist, liegt vor allem an dem spannenden Projekt. Ich wurde für die Stelle genommen und mache mein Duales Studium jetzt im Personalmarketing der Deutschen Telekom und an der Steinbeis-Uni.

Wie bist du das Schülermarketing-Projekt angegangen?

Ich sollte mir sozusagen "auf der grünen Wiese" Gedanken machen, wie man das Projekt umsetzen kann. Tja, und dann kam der Geistesblitz mit dem Vorurteil "ITler sind doch alle Nerds". Als wir mit René Obermann bei einer Schulveranstaltung waren, meinte einer der Schüler: "Nee, ich will nicht bei der Telekom als ITler arbeiten, dann macht mir meine Mama noch mit 40 die Wäsche, und ich krieg keine Freundin." Meine Chefin meinte daraufhin, man sollte mal ein Buch schreiben - "Mein Leben als Nerd". Das wurde dann der Initialfunke: Wie bekommen wir es hin, den Schülern klar zu machen, dass IT kein Job für Nerds ist.

Was kam nach dem Geistesblitz?

Wir haben das Projekt mit einer externen Agentur, elbkind, umgesetzt. Zusammen haben wir ein virales Youtube-Video entwickelt und ein interaktives Online-Spiel. Das Video zur Kampagne bedient sich dem Mechanismus der Mystifizierung, damit es sich viral verbreitet. Wir haben uns intensiv mit der Zielgruppe der Schüler beschäftigt und wollen ihre Vorurteile abbauen. Wir möchten zeigen, wie es bei der Telekom ist, welche Aufgaben wir innerhalb der Ausbildung und dem Dualen Studium anbieten. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, die Kollegen von morgen kennenzulernen. Um dies zu erreichen, haben wir die Firmenzentrale virtuell dargestellt. Unser Vorstandschef Niek Jan van Damme war sofort begeistert und hat uns unterstützt - er ist im Spiel ja auch zu sehen.

Was ist das Besondere an eurer Kampagne?

Die Herausforderung war, dass die Zielgruppe "Schüler" fast keinen gemeinsamen Nenner hat. Es geht um Leute im Alter von 14 bis 20 Jahren, von Hauptschule bis Gymnasium. Um die alle gemeinsam abzuholen, haben wir das Online-Spiel entwickelt. Da ist für jeden was dabei: Manche finden nur das Spiel gut, wollen sich aber gar nicht bei der Telekom bewerben. Trotzdem hilft uns das, weil wir so unsere Marke positiv aufladen. Andere wollen sich bei der digitalen Schnitzeljagd beweisen und sich auch darüber bewerben. Die haben die Chance, Ende April bei einem coolen Recruiting-Event in der Firmenzentrale mitzumachen. So was wie unsere Kampagne hat es im Personalmarketing noch nicht gegeben - ein Blick ins Unternehmen, gebündelt mit Spiel, Spaß und Spannung.

Was war deine Aufgabe bei der Kampagne "Wissen verändert alles"?

Unser Schülermarketing-Team besteht aus fünf Leuten und wir arbeiten in der Regel bei größeren Themen in einer Projektstruktur. In diesem Projekt bin ich der Projektleiter und habe die klassischen Aufgaben wie Planung, Umsetzung und Kontrolle übernommen. Bei vielen Aufgaben wurde ich von einem tollen Projektteam unterstützt. Regelmäßig musste ich an meine Chefin Ute Neher berichten. Sie hat mir bei komplexen Themen geholfen und stand jederzeit als Mentorin hinter mir. Bei unseren regelmäßigen Projektmeetings haben wir Themen wie Umsetzung, Produktionsplanung, Einkauf und die Koordination mit der Agentur abgestimmt. Meine Aufgaben waren also vielfältig.

Und, wie läuft die Kampagne?

Die Kampagne ist seit Ende November online und läuft super. Wir messen sehr viele Indikatoren und wir haben nach zwei Wochen schon locker erreicht gehabt, was wir eigentlich erst in sechs Wochen erreichen wollten. Wir messen auch qualitativ und sehen uns nach Feedback im Internet um. Diese Ideen setzen wir dann auch gleich wieder um und verbessern so die Kampagne ständig: Das System läuft jetzt schneller und ist nicht mehr ganz so komplex.

Und wann studierst du?

Wir haben alle paar Wochen Präsenzzeit, mal nur ein paar Tage, mal eine Woche am Stück. Da stehen dann zum Beispiel an: Rhetorikseminar, drei Tage Finanzen und drei Tage Grundlagen der BWL. Das Besondere ist eben, dass wir gleichzeitig ein Projekt in einem Unternehmen umsetzen wie meine Telekom-Kampagne. Dabei wenden wir die wissenschaftlichen Methoden und Modelle, die wir lernen, gleich an. Das ist richtig schön praxisnah. Das Programm ist relativ hart, wenn man Vollzeit arbeitet und studiert. Manchmal würde ich mir auch mehr Präsenztrage wünschen, um mehr Stoff zu lernen. Aber ich habe großes Glück mit meiner Chefin, sie setzt sich dafür ein, dass ich genug Zeit zum Lernen habe. Gut ist außerdem, dass ich mich in meinem Studienprogramm auch mit Studenten aus anderen Fachdisziplinen austauschen kann. Diese verschiedenen Sichtweisen auf ein Problem bringen einen tollen Mehrwert.

Was steht jetzt nach der Kampagne im Studium an?

Die Regelstudienzeit sind bei meinem Master-Programm vier Semester, ich studiere also noch bis September 2011. Im letzen Semester schreibe ich meine Masterarbeit. Davor geht es noch ins Ausland: Ich werde in Sao Paolo einen Einblick in verschiedene Unternehmen bekommen, die dort am Markt tätig sind. So bekomme ich die Möglichkeit, einen Wachstumsmarkt wie Brasilien sehr gut kennenzulernen.

Was hast du bisher aus dem Projekt mitgenommen?

Ich habe sehr viel über Projektmanagement gelernt und darüber, wie ein Konzern tickt. Außerdem habe ich gelernt, zu kommunizieren, zum Beispiel mit Externen wie der Agentur. Auch fachlich habe ich viel über Social Media und Web 2.0 gelernt. Und ich bin stressresistenter als früher. Ich finde es super, dass ein Unternehmen wie die Telekom mir eine Chance gegeben hat, mich in einer so kurzen Zeit so gut zu entwickeln.

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