Partner von:

"Die Unternehmen hinken bei den neuen Technologien oft hinterher"

Leading Digital bei Detecon (Autor: Olivier Le Moal, Quelle: Fotolia.com)

© Olivier Le Moal - Fotolia.com

Auf dem privaten Smartphone ist schon längst die neueste Chat-App installiert, aber am Firmen-Computer muss man immer noch die alte Windows-Version benutzen - wer kennt das nicht. Dabei wird es für die Unternehmen immer wichtiger, bei technischen Neuerungen vorne mit dabei zu sein, meint Detecon-Partner Stefan Wilhelm. Im Interview erklärt er, wie er große Firmen bei der digitalen Transformation unterstützt und warum es kaum noch einen Unterschied gibt zwischen realer und digitaler Welt.

Was bedeutet die digitale Transformation für Unternehmen?

Die Digitalisierung, also die zunehmende Nutzung von Software und IT in allen Bereichen, ist eine branchenübergreifende Herausforderung. Kleidung, Smartphones, Computer, alles wird in vernetzen Wertketten weltweit produziert – das wäre ohne den Einsatz von IT gar nicht denkbar. Die IT-Abteilung eines Unternehmens ist daher nicht mehr Erfüllungsgehilfe, sondern zunehmend der Kern des Business.

Was ändert sich für Ihre Kunden?

Digitale Technologien werden Bestandteil des Geschäftsmodells und verändern die Grundlagen des Wettbewerbs. Kunden sind heute hoch vernetzt und fordern neue digitalisierte Produkte und Echtzeit-Dienstleistungen. Deswegen müssen die Prozesse in Unternehmen viel flexibler werden, um darauf reagieren zu können. Neue Technologien sind für den Kunden schnell verfügbar, dadurch entsteht eine hohe Innovationsdynamik mit neuen Anforderungen an Unternehmen. Die IT-Abteilungen in den Unternehmen hinken da oft noch hinterher und haben Aufholbedarf.

Woran liegt das?

Die Investitionsentscheidung ist für Unternehmen viel schwieriger als für Einzelpersonen, da geht es schnell um mehrjährige Projekte mit Millionenvolumen. Der Kunde muss nur 49 Cent für die neueste App im Playstore zahlen. Für die Unternehmen stellt sich die Frage, wie sie ihre IT so flexibel gestalten können, dass Kunden und andere Unternehmen ganz einfach daran andocken können und technologische Innovation schnell zu einem strategischen Vorteil werden

Moderne Technologien kommen heute oft als erstes für Endkunden auf den Markt, und dann für kleine Unternehmen, weil die weniger Schwierigkeiten haben, Neues einzuführen. Das ist eine Umkehr: Früher hatten die Konzerne Marktmacht, weil sie sich neue Technologien als erstes leisten konnten. Jetzt haben vielleicht sogar die kleinen Unternehmen einen Vorteil, weil sie flexibler sind und nicht so lange brauchen, um Innovationen zu adaptieren.

Wie unterstützen Sie Ihre Klienten dabei, ihr Unternehmen an den neuen Anforderungen auszurichten?

Unser Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir technologische Expertise, Business-Know-how und Transformationskompetenz verbinden. Darin haben wir 35 Jahre Erfahrung. Die Digitalisierung hat drei Facetten: Vernetzte Kunden, die immer höhere Ansprüche an die Produkte haben. Vernetzte Produkte, die Funktionen von anderen Produkten integrieren. Und schließlich vernetzte Unternehmen. Die Fragen, die wir beantworten müssen, sind also: Wie kann ich die Kunden bedienen, die auf allen Kanälen unterwegs sind? Wie kann ich meine Produkte digitalisieren? Und wie kann ich die weltweite Wertschöpfung so organisieren, dass ich mit den Unternehmen zusammenarbeite, die mir Expertise liefern, die ich benötige?

Wie gehen Sie dabei in Ihren Projekten ganz konkret vor?

Wir machen Projekte für die öffentliche Verwaltung, für Industrieunternehmen, Serviceunternehmen und Telekommunikationsunternehmen. Zusammen mit den Kunden überlegen wir uns, wie man die digitale Strategie in ihren Unternehmen umsetzen kann, wie man die IT-Systeme effizienter strukturieren kann und wie man IT-Sicherheit gewährleistet. Wir analysieren die IT dieser Unternehmen und organisieren sie neu mit Hilfe unseres Enterprise Architecture Modell. Wir gestalten digitale Strategien, wir kümmern uns um die Umsetzung, unterstützen die Kunden dabei und beraten sie, welche Partner sie mit ins Boot holen können.

Wie müssen sich IT-Abteilungen von Unternehmen verändern, um mit dem Wandel Schritt zu halten?

Früher sollte die IT-Abteilung das Kerngeschäft unterstützen und lief so nebenher mit. Heute ist die IT von zentraler Bedeutung im Geschäft: in der Beziehung zu meinen Kunden, in der Gestaltung meiner Produkte und Dienstleistungen, in der effizienten internen Organisation und als Verbindungselement in Wertschöpfungsnetzen. Deshalb muss heute der IT-Chef das Unternehmen durch die digitale Transformation führen. Er muss darauf achten, dass die IT die entsprechende Qualität liefert, um mit der Konkurrenz mithalten zu können. Und er muss dem Topmanagement deutlich machen, dass die Digitalisierung für das Unternehmen essentiell ist. Da reicht es nicht aus, mal ein kleines digitales Projekt in Gang zu bringen. Wir plädieren für ein systematisches Vorgehen und einen starken Chief Digital Officer, der in der digitalen Welt zuhause ist und versteht, wie die Digitalisierung uns alle verändert.

Warum wird die Digitalisierung gerade jetzt so wichtig?

Nach 20 Jahren Internet und 10 Jahren mobilem Internet stehen heute alle Technologien in globalem Maßstab zur Verfügung, der die völlige Durchdringung von Software und IT in unserem Alltag forciert. Das ist getrieben von der Innovationskraft von mobilen Geräten und den Plattformen für die Softwareprogrammierung. Früher war die Online- und die Offlinewelt getrennt, man saß entweder zuhause online vor seinem Computer oder war offline unterwegs. Mittlerweile gibt es diese Trennung kaum mehr, wir sind dauernd online. Reale und digitale Welt sind nicht mehr getrennt, sie verschwimmen. Die reale Welt wird digital unterstützt - überall.

Welche Aufgaben haben Sie in den Projekten?

Ich bin im Executive Board von Detecon und kümmere mich um die Weiterentwicklung unseres Geschäfts. Detecon macht Projekte in 140 Ländern, aktuell arbeiten wir viel in Asien, in Afrika, in Dubai, in Russland, in den USA und Kanada. Aber natürlich auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Unsere Partner sind vor Ort bei den Kunden, steuern die Projektteams und sind bei allen Entscheidungsmeetings beteiligt. Als Partner arbeite ich immer an mehreren Projekten gleichzeitig.

Was muss man mitbringen, um Ihr Kollege zu werden?

Wenn man bei Detecon einsteigen will, sollte man viel Initiative zeigen und weltoffen sein. Bewerber müssen viel Selbstbewusstsein und Expertise mitbringen, kreativ sein und hohe Einsatzbereitschaft zeigen. Außerdem sollten sie technikaffin sein, selber digital sozusagen, und sich für die neuesten Technologien begeistern. Im Gegenzug haben Einsteiger bei Detecon sehr viele Freiheiten und übernehmen sehr schnell Verantwortung weltweit in Projekten.

nach oben
Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren