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"Unsere Projekte sind sehr ambitioniert"

Gehalt verhandeln [© Eisenhans - Fotolia.com]

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Mit dem Handy eine Zusatzversicherung fürs Auto buchen? Das wird es in Zukunft immer öfter geben, meint Sebastian Hallek von Detecon. Er unterstützt Banken und Versicherungen bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsprozesse und bei der Umstrukturierung ihrer IT-Infrastruktur.

Welche Projekte übernehmen Sie und Ihre Kollegen bei "Detecon Financial Services"?

Wir bieten die ganze Bandbreite von Themen in Banken und Versicherungen an. Einen Schwerpunkt hat Detecon bei der Arbeit an der Schnittstelle von Technik und Business sowie beim digitalen Wandel. Zum Beispiel helfen wir dabei, die IT-Infrastruktur und Anwendungslandschaft von Unternehmen zu erneuern und Voraussetzungen für neue Dienste zu schaffen. Außerdem optimieren wir Prozesse und führen zum Beispiel Multikanalmanagement ein, damit die Klienten auf den verschiedenen Kanälen einschließlich der Online-Kanäle besser mit ihren Kunden interagieren können. Oder wir entwickeln Lösungen, wie Geschäftsmodelle mobil unterstützt werden können. Wir sind eine Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom – aber wir beraten Kunden aus allen Branchen.

Können Sie eines Ihrer Projekte näher schildern?

Ich kann zum Beispiel von einem Carve-out-Projekt berichten: Ein Konzernverbund verkaufte eine Tochterfirma an ein anderes Unternehmen aus dem Versicherungsumfeld. Wir hatten nun die spannende Aufgabe, die IT-Systeme im Konzern voneinander zu trennen und in das Käuferunternehmen zu integrieren. Die besondere Herausforderung war, dass die IT-Systeme sehr komplex miteinander verflochten waren. Bei so einem Verkauf kann man ja nicht einfach mit dem LKW zum Rechenzentrum fahren und Kisten einsammeln. Auf den Servern lagen mehrere Systeme für alle Konzerneinheiten. Wir mussten zusammen mit dem Kunden definieren, was eigentlich alles Gegenstand des Verkaufs ist und wie das aus dem Konzern herausgelöst werden kann.

Wie sind Sie bei diesem Projekt konkret vorgegangen?

Wir haben erstmal den Status quo aufgezeichnet: Infrastruktur, Datenlandschaft und Prozesse. Danach haben wir einen detaillierten Plan entwickelt, wie die Systemtrennung organisiert werden kann, auch zeitlich gesehen. Anschließend haben wir uns überlegt, wie man die Systeme in die vom Käufer vorgegebene Zielstruktur einbringen kann. Unsere Strategie war, die Systeme erst einmal einzubauen und zum Funktionieren zu bringen, und dann noch einmal zu optimieren. Das Projekt dauerte insgesamt ein Jahr, das Detecon-Team bestand dabei aus sechs bis acht Mitarbeitern.

Welchen Einfluss hat die Digitalisierung auf die Finanzwelt?

Ein großes Thema in der Finanzbranche ist gerade das mobile Arbeiten: Wie kann man Arbeitsplätze so gestalten, dass Prozesse mobil unterstützt werden können? Wenn zum Beispiel ein Versicherungsmitarbeiter im Außendienst mittels Tablet Daten erfasst, sollten diese idealerweise direkt im Konzern hinterlegt werden, damit der Fall gleich von der Versicherung bearbeitet werden kann. Ein weiteres interessantes Thema sind digitale Dienste, die eine Versicherung ihren Kunden anbieten könnte. Möglich wäre zum Beispiel, dass Kunden Fotos von Schäden direkt über das Smartphone senden, und auf diesem Weg die Schadensbearbeitung veranlassen. Oder dass man den Kunden Sonderversicherungen für einzelne Fahrten mit dem Auto oder Fahrrad anbietet, die sie mobil buchen können. In diesem Zusammenhang entwickeln wir mit unseren Kunden viele Szenarien. Wir überlegen, wie sich eine Versicherung künftig nach innen und außen aufstellen muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Welche Projekte sind am herausforderndsten?

Das Carve-out-Projekt, von dem ich gerade berichtet habe, war herausfordernd, weil das Projektumfeld sehr spannungsreich war. Gerade größere Versicherungskonzerne unterliegen einem stetigen Wandel – davon hört man ja auch in der Presse. Das hat natürlich auch Einfluss auf unsere Projekte. Gerade arbeiten wir zum Beispiel an einem Roll-Out-Projekt, das durch eine Restrukturierung noch einmal ganz neu aufgesetzt werden muss. Da gilt es, flexibel zu bleiben.

Was gefällt Ihnen besonders gut an Ihrer Arbeit?

Die Arbeit in der Beratung gefällt mir, weil ich an spannenden und aktuellen Themen arbeite. Ich lerne viele unterschiedliche Kunden kennen und die Projekte sind immer sehr ambitioniert. Ich arbeite gerne für große Versicherungskonzerne, weil man dort sehr viel bewegen kann. Das Versicherungsumfeld finde ich spannend - nachdem es dort lange Zeit keine signifikanten Veränderungen gab, ist der Markt gerade sehr in Bewegung. Es entstehen neue Geschäftsmodelle und neue Versicherungsmodelle, da müssen sich die großen Versicherungen jetzt bewegen, um am Ball zu bleiben.

Was sollte man mitbringen, wenn man Ihr Kollege werden möchte?

Man muss auf jeden Fall das Berater-Gen mitbringen, also Lust auf einen Job, bei dem man sich schnell in neue Themen einarbeiten muss und sich nicht mit 0815-Lösungen zufrieden gibt, sondern nach neuen Ideen sucht. Man sollte konzeptionell und analytisch stark sein sowie eine fundierte Ausbildung haben. Ein betriebswirtschaftlicher oder technischer Abschluss ist sicher hilfreich, aber bei uns arbeiten auch Absolventen anderer Fächer. Wichtig ist, dass man schnell Problemsituationen identifizieren kann, sie auf die relevanten Punkte herunterbricht und Lösungsansätze entwickelt. Man darf auch keine Angst davor haben, mit dem Kunden zusammenzuarbeiten, ihm eine Lösung zu präsentieren und für die dann auch gerade zu stehen.

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