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Im Gespräch - ReferendarAcademy "Sich selbst Neues erarbeiten"

Erfolg haben (Autor: fiore26, Quelle: Fotolia.com)

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Herr Röhricht, weshalb haben Sie sich für das Jura-Studium entschieden, und wie sind Sie mit Clifford erstmals in Kontakt gekommen?

Ich hatte immer Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen, sodass ich zwischen Jura und BWL geschwankt habe. Letztendlich habe ich mich aber für Jura entschieden, weil ich mehr Spaß am Umgang mit Wörtern als mit Zahlen habe. Ich absolvierte in den Semesterferien mehrere Praktika, um festzustellen, ob meine Wahl richtig war. 2004 nahm ich am European Summer Student Scheme teil, dem Sommer-Praktikum von Clifford Chance in Frankfurt und London. Das hat mir sehr gefallen, weil auch die Themengebiete gut zu mir passten. Also blieb ich danach mit einigen Anwälten in der Kanzlei weiter in Kontakt. Für die ReferendarAcademy musste ich mich zwar ganz neu bewerben, hatte aber schon Ansprechpartner.

Praktikum in London - gab es da keine Probleme wegen des berüchtigten "Legal English"?

Da ich parallel ab dem ersten Semester ein Fernstudium an der University of London machte, nicht. Für die Arbeit bei Clifford Chance ist Englisch aber immer wichtig, auch in Deutschland. Gerade der Standort Frankfurt am Main ist sehr international; wenn nicht der Mandant selbst aus dem englischsprachigen Raum kommt, dann häufig die Gegenseite. Viele Kaufverträge werden von vorneherein in Deutsch und Englisch verfasst, da ist gutes Englisch unabdingbar.
 
In der ReferendarAcademy gibt es aber auch einen Baustein, bei dem man sein "Legal English" verbessern kann. Beispielsweise erklärte uns eine englischsprachige Anwältin die häufigsten Fehler von Nicht-Muttersprachlern und die wichtigsten Redewendungen.

Stichwort ReferendarAcademy - bitte erzählen Sie doch ein wenig von Ihren Erfahrungen.

Grundsätzlich gibt es zwei große Bereiche in dem Programm. Einer sind die Module, die den Teilnehmern einen inhaltlichen Überblick über die Arbeitsweise und Aufgaben von Clifford Chance vermitteln. Mit manchen Rechtsgebieten kommt man sonst nicht so häufig in Berührung. Bei diesem kompakten Überblick kann sich jeder überlegen, ob er wirklich die Spezialisierung gewählt hat, die ihm am meisten Spaß macht - oder ob er sich noch eine andere Vertiefung anschauen möchte.

Aber man kann doch nicht einfach die Spezialisierung wechseln.

Wir wurden sogar explizit aufgefordert, das Gespräch mit unseren Mentoren zu suchen, wenn wir das Gefühl haben, falsch eingestiegen zu sein. Ich habe mich allerdings hinsichtlich meiner Spezialisierung im Wirtschaftsrecht voll bestätigt gefühlt. Ich arbeite an der Schnittstelle zwischen Gesellschaftsrecht/M&A und Banking/Capital Markets. Auch deswegen habe ich mich ja bei Clifford Chance beworben, weil die Kanzlei genau diese Möglichkeit bietet.

Engt eine so frühe Spezialisierung - bereits im Referendariat - nicht ein?

Ich würde nicht sagen, dass Clifford Chance Wert auf eine frühe Spezialisierung legt. Ich arbeite ja auch "zwischen" den großen Praxisgruppen Corporate und Banking & Capital Markets. Und auch innerhalb eines Fachgebiets versucht die Kanzlei bewusst, die Teilnehmer der ReferendarAcademy immer wieder in unbekannte Situationen zu bringen, damit sie sich neue Dinge erarbeiten können. Und die Referendare können sich eben auch während der ReferendarAcademy noch umorientieren.

Was ist der zweite große Themenkomplex der ReferendarAcademy?

Die Examensvorbereitung. Es kommt ein Referent der Kaiserseminare, das ist ein juristisches Repetitorium in Lübeck. In den kompakten Seminaren lernt man kurz und knackig wichtige Bereiche kennen und kann sie zu Hause bei Interesse und Bedarf anhand der Manuskripte vertiefen. Angenehm war auch die Kursgröße - etwa 15 Teilnehmer. Es gibt viele Repetitorien, in denen 40 Referendare drinsitzen und jedes Detail durchsprechen. Ich bin eher jemand, der sich, nach einem ersten Einblick, Sachen selbst anhand der Unterlagen erarbeiten möchte - und dafür ist die ReferendarAcademy ideal.
 
Sehr hilfreich finde ich es auch, jemanden zu haben, der die Formalia für das zweite Staatsexamen kennt. Wie man eine Klageschrift schreibt oder ein Urteil entwirft - mit solchen Themen kommt man in einer Wirtschaftskanzlei selten in Berührung. Da waren die Seminare eine wichtige Ergänzung.
 
Eine weitere Vorbereitung auf das zweite Staatsexamen bot ein Workshop zum Aktenvortrag. Der Trainer zeichnete uns auf Video auf und gab Tipps. So konnte ich nicht nur sehen, was ein Profi an meinem Vortrag verbessern würde, sondern auch, was mir selbst an meinem Auftreten nicht gefällt und was ich ändern will.

Einen Mentor haben Sie auch, nicht wahr?

Meinen Mentor habe ich schon während meines Praktikums bei Clifford Chance kennen gelernt und auch während des Referendariats für ihn gearbeitet. Während meiner Stage teilte er mir Aufgaben zu, band mich in den Anwaltsalltag ein und führte auch Entwicklungsgespräche mit mir. Er hat mich also rundum unterstützt. Ich habe beinahe täglich mit ihm gesprochen - es war ein sehr angenehmes und offenes Verhältnis.

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