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Erst Berufseinstieg - dann Promotion

Promotion Abschluss Doktor Doktorarbeit (Quelle: freeimages.com, marygober)

Quelle: freeimages.com, marygober

Was tun, wenn man nach dem Berufseinstieg noch auf die Idee kommt zu promovieren, aber nicht komplett aus dem Arbeitsleben ausscheiden will? Bei Bosch Rexroth kein Problem: Pedro Reboredo entschied sich nach fünf Jahren im Unternehmen für eine Promotion - und wurde mit dem Doktorandenprogramm gefördert.

Wie sind Sie zu Bosch Rexroth gekommen?

Mein Interesse für medizinische Themen und Technik habe ich schon während der Schulzeit entdeckt, als ich nebenher in einer Praxis für Kernspintomographie gearbeitet habe. Darum habe ich mich für ein Studium der Elektrotechnik entschieden, mit Spezialisierung auf Automatisierungstechnik und Robotik. Kontakt zu Bosch und Bosch Rexroth habe ich schließlich auf einer Messe geschlossen, wo ich mich lange mit einem Mitarbeiter unterhalten habe. Danach war mir klar, dass ich genau das machen möchte: In der Entwicklung von Automationssystemen bei Bosch Rexroth arbeiten. Nach meiner Diplomarbeit bin ich im Unternehmen als Entwicklungsingenieur eingestiegen. Ich habe spannende Aufgaben übernommen, zum Beispiel einen neuen Roboter-Steuerungskern mitentwickelt.

Wie kamen Sie auf die Idee, nach Ihrem Einstieg noch zu promovieren?

Mich hatte schon während des Studiums fasziniert, dass man mit Methoden der Wissenschaft einen Mehrwert für die Technik und für den Menschen schaffen kann. Die Idee einer Doktorarbeit kam mir hier schon in den Sinn. Neben der Arbeit habe ich einen Master in Mechatronik absolviert. Zur Vertiefung meiner theoretischen Kenntnisse, aber auch als Voraussetzung für eine mögliche Promotion. Mir war schon immer klar, dass es eine Industriepromotion sein sollte, ich wollte ein Forschungsthema bearbeiten, das auch wirklich Anwendung in der Praxis findet. Ich wusste außerdem, dass es bei Bosch und Bosch Rexroth ein Doktorandenprogramm gibt, das hilfreiche Unterstützung bietet. Weil ich mein Themenfeld erweitern wollte, habe ich mich für eine Arbeit im Bereich der Fabrikkommunikation entschieden.

Wie sah die praktische Umsetzung aus?

Bei Bosch und Bosch Rexroth gibt es die Möglichkeit, seinen Arbeitsvertrag für eine gewisse Zeit ruhen zu lassen. In dieser Zeit kann man in Absprache mit den Vorgesetzten und der Personalabteilung zum Beispiel eine Fortbildung absolvieren. Genauso wurde es auch in meinem Fall gehandhabt. Ich habe meine Pläne mit meinem Vorgesetzten besprochen und mich intern für das Promotionsthema beworben. Aber natürlich kann man sich auf die Doktorandenstellen bei uns auch über den externen Stellenmarkt bewerben. Die Themen werden von Bosch Rexroth ausgeschrieben, außerdem vermittelt das Unternehmen auch Kontakte zu Hochschulen. Es ist aber auch immer möglich, mit eigenen Ideen auf die Fachabteilungen zuzugehen.

Was bietet das Doktorandenprogramm?

Das Doktorandenprogramm dauert zwei Jahre bei wirtschaftlichen, drei Jahre bei technischen Arbeiten und wird vergütet. Die Doktoranden von Bosch und Bosch Rexroth tauschen sich in internen Doktorandenarbeitskreisen aus und vernetzen sich, auch über verschiedene Standorte hinweg. Es finden Treffen und Kolloquien statt. Darüber hinaus nehmen Doktoranden an firmeninternen Fortbildungsmaßnahmen teil. Außerdem bekommt man einen Mentor zur Seite gestellt und einen Betreuer in der Fachabteilung.

Worum ging es in Ihrer Doktorarbeit?

Um die durchgängige Integration von Feldgeräten innerhalb von Fabriknetzwerken. Das muss man sich so vorstellen: In Fabriken gibt es Maschinen, innerhalb der Maschinen wiederum Geräte, wie zum Beispiel Motoren und Sensoren, die miteinander vernetzt sind. Diese führen den technischen Prozess aus, zum Beispiel Papier mit einer hohen Genauigkeit drucken. Die Geräte kommunizieren in Echtzeit und müssen möglichst einfach einsehbar sein, und zwar von überall in der Fabrik aus. In meiner Doktorarbeit habe ich selbstbeschreibende Informationsmodelle und semantische Technologien untersucht. Ein sicherer und strukturierter Zugriff auf sämtliche Gerätedaten in der Fabrik wird somit stark vereinfacht, ohne dass man die Software jedes einzelnen Gerätes ändern muss.

Welche Vorteile hat eine Industriepromotion?

Der Vorteil in meinem Fall war, dass ich schon super im Unternehmen integriert war. Außerdem kann man bei einer Industriepromotion die Einrichtungen, Labore und Fabriken des Unternehmens nutzen und hat einen Arbeitsplatz, an dem man an seiner Promotion arbeiten kann. Die Ausrüstung ist super, man hat alle Geräte vor Ort, die man für seine Versuche benötigt, zum Beispiel Prüfstände oder Simulationssoftware. Ein weiterer Vorteil der Industriepromotion ist, dass man mit Experten aus dem Unternehmen über sein Thema diskutieren kann - dadurch ist auch die praktische Anwendbarkeit gesichert. Und zusätzlich konnte ich mich natürlich auch mit meinen Kommilitonen an der Uni austauschen und mich am Lehrstuhl einbringen, zum Beispiel in Kolloquien und Doktorandenrunden. Und für meine Mit-Doktoranden war es spannend, dass ich ihnen Einblick in die Praxis geben konnte. Nicht zuletzt hat man mit einer Industriepromotion eine gesicherte Finanzierung.

Welche Stelle haben Sie nach der Promotion bei Bosch Rexroth übernommen?

Ich bin mittlerweile Teilprojektleiter in einem unternehmensweiten Projekt, bei dem es um das Thema Industrie 4.0 geht. Grob gesagt: Die Umsetzung des Internets der Dinge im Umfeld der intelligenten Fabrik. Dabei beschäftigen wir uns damit, wie wir die Vorteile von Industrie 4.0 bei Bosch nutzen können. In meinem Teilprojekt kümmere mich um die Planung, das Projekttracking und koordiniere die Zusammenarbeit mit einzelnen Geschäftsbereichen. Außerdem plane ich Workshops und führe sie durch, setze mich mit Experten zusammen und definiere Standards. Ich bin viel an unseren Standorten unterwegs, um vor Ort mit den Kollegen über unser Projekt zu diskutieren. Und ich betreue mittlerweile auch selbst einen Doktoranden.

Wie sieht es mit der Work-Life-Balance bei Bosch Rexroth aus?

Mir ist Work-Life-Balance sehr wichtig, meine erste Priorität ist meine Familie. Deshalb nehme ich jetzt nach der Geburt unseres Sohnes auch Elternzeit. Das hat mir mein Vorgesetzter angeboten, was ich wirklich klasse finde. Aber mir macht mein Job unglaublich viel Spaß, ich habe quasi mein Hobby zum Beruf gemacht.

Demnächst werden Sie auch bei e-fellows.net als Mentor aktiv – was hat Sie dazu bewogen?

Ich möchte gerne etwas zurückgeben und meine Erfahrungen an junge, motivierte Studenten weitergeben. Ich selbst hätte es klasse gefunden, wenn ich als Student einen Mentor gehabt hätte. Das ist ja so eine Art Brücke zum Beruf. Die Arbeit mit Studenten macht mir total viel Spaß. Ich selbst nutze auch das interne Mentorenprogramm von Bosch und habe meinen Mentor im Unternehmen – das finde ich super. Daher möchte ich selbst gerne auch ein Diskussionspartner für interessierte Studenten sein.

Das Doktorandenprogramm bei Bosch und Bosch Rexroth auf einen Blick:

  • perfekte Kombination aus beruflicher Praxis und wissenschaftlichem Tiefgang
  • individuelle Betreuung durch Fachabteilung und Mentor von der Planung bis zum Abschluss der Dissertation
  • Unterstützung bei der Suche nach einem Doktorvater
  • Aufbau eines Netzwerks bei Bosch Rexroth
  • ein befristetes Arbeitsverhältnis mit der Dauer von 2 bzw. 3 Jahren mit entsprechender finanzieller Förderung
  • gute Chancen, anschließend bei Bosch Rexroth einzusteigen
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