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Fragen abseits des Protokolls stellen

Das Mentorenprogramm bei Bosch Rexroth [Quelle: Bosch Rexroth]

Quelle: Bosch Rexroth

Ein Unternehmen von innen kennenlernen, Fragen abseits des Protokolls stellen: Das ist prima, um sich ein Bild vom Arbeitsleben zu machen. All das kannst du im Mentoren-Programm von Bosch Rexroth. Ein Mentor und eine Mentee berichten, was sie voneinander gelernt haben.

Sie haben am Mentoren-Programm von Bosch Rexroth teilgenommen - wie kam es dazu?

Ich war Stipendiatin bei e-fellows.net und hatte im Newsletter gelesen, dass man sich für einen Mentor bewerben kann. Das klang gut, deswegen habe ich mir die freien Mentoren in der e-fellows.net community angesehen. Unter ihnen habe ich meinen künftigen Mentor Sebastian Salm von Bosch Rexroth entdeckt. Seine Schwerpunkte sind Logistik und Controlling, was gut zu meinem Studium passte. Außerdem habe ich mir erhofft, dass ein Mentor mir in meiner Bewerbungsphase hilft, zum Beispiel bei der Vorbereitung meiner Unterlagen. Ich habe mich als Mentee bei Sebastian Salm beworben und kurz darauf eine positive Nachricht bekommen.

Wie hat Ihr Mentor Ihnen beim Berufseinstieg geholfen?

Sebastian hat mich darin unterstützt, mir selbst die richtigen Fragen zu stellen: Will ich ein Trainee-Programm machen oder direkt einsteigen? Außerdem hat er mir Tipps für mein Anschreiben gegeben und mir geholfen, mich auf die Assessment-Center vorzubereiten. Als ich in die heiße Bewerbungsphase kam, hatten wir viel Kontakt und haben oft telefoniert. Auch jetzt, nach dem offiziellen Ende des Mentorings, haben wir noch regelmäßig Kontakt. Mittlerweile bin ich selbst wie mein Mentor Trainee bei Bosch Rexroth.

Was haben Sie von Ihrem Mentor gelernt?

Mein Mentor hat mich darin bestärkt, mir einiges zuzutrauen. Wichtig war auch, dass er mich dazu gebracht hat, mir selbst auch mal unbequeme Fragen zu stellen: Was möchte ich eigentlich machen, wo möchte ich in ein paar Jahren stehen und welcher Berufseinstieg passt daher zu mir? Ich habe mich durch meinen Mentor damit bewusster auseinandergesetzt. Er hat mir gute Denkanstöße gegeben, hat die Stellenausschreibungen immer ganz genau gelesen und mich gefragt: Möchtest du das wirklich machen?

Sie sind gerade auf Projekt in Japan – wie ist die Zusammenarbeit mit den Kollegen dort?

Ich kannte Japan bereits ein wenig, weil ich dort schon mal ein Praktikum bei Bosch gemacht habe. Ein paar Worte Japanisch habe ich gelernt, aber das reicht natürlich für eine richtige Unterhaltung nicht aus - die Arbeitssprache bei uns ist Englisch. Ich arbeite in der Logistik an einem globalen Projekt, dessen Ziel es ist, dass alle Standorte ihre Bestände reduzieren. Um das zu erreichen, analysieren wir die Einstellungen in SAP. Deshalb habe ich mich tief in SAP eingearbeitet und unterstütze meine Kollegen in Japan nun dabei, den Beschaffungsprozess und die Parameter in SAP zu optimieren.

Wieso haben Sie sich dazu entschieden, Mentor zu werden?

Das Mentoren-Programm bietet den Studenten eine einmalige Gelegenheit: Sie bekommen Kontakt zu Unternehmen und Erfahrungen aus erster Hand. Sie erhalten einen Eindruck davon, wie der Arbeitsalltag abläuft und können auch mal Fragen abseits des Protokolls stellen. Außerdem bin ich gerne Mentor, weil es für mich eine gute Vorbereitung auf spätere Führungsaufgaben ist. Ich übe mich in Feedback-Gesprächen, Mitarbeiterentwicklung und somit Führungskompetenz. Häufig sind meine Mentees noch unentschlossen, in welche Richtung es nach dem Studium gehen soll. Ich finde es spannend, ihnen dabei zu helfen, Struktur in diesen wichtigen Entscheidungsprozess zu bringen. Außerdem ist es eine tolle Erfahrung, wenn ich ihnen letztlich bei der Entscheidungsfindung helfen konnte.

Ist es zeitlich schwierig, einen Mentee zu betreuen?

Man kann natürlich nicht unbegrenzt Mentees betreuen. Ich habe bis zu drei gleichzeitig. Allerdings befinden sich meine Mentees meist in unterschiedlichen Studienabschnitten - und je nach Studienphase brauchen sie mehr oder weniger Betreuung.

Wie haben Sie Ihre Mentoren-Mentee-Beziehung organisiert?

Am Anfang habe ich Karin zum Kennenlernen nach Lohr an den Hauptstandort von Bosch Rexroth eingeladen. Ich habe eine kleine Werksführung organisiert und anschließend haben wir gemeinsam besprochen, wie wir uns das Programm vorstellen und welche Erwartungen wir haben. Ich möchte das Mentoring immer recht offen gestalten und verschiedene Einstiegsmöglichkeiten diskutieren, nicht nur bei Bosch. Nach dem ersten Treffen haben wir über E-Mails Kontakt gehalten oder telefoniert. Da ich zufällig gerade am selben Standort beschäftigt war, haben wir uns vor Karins Teilnahme am Assessment-Center nochmal in Lohr getroffen.

Lernen Sie auch etwas von Ihren Mentees?

Die Studenten bringen natürlich ihre Erfahrungen und Herangehensweisen mit, wir führen offene Diskussionen. In den Gesprächen mit meinen Mentees denke ich auch an mich selbst in dieser Phase zurück und reflektiere viel, das ist sehr spannend. Außerdem kann ich mich selbst in Gesprächsführung und Zeitmanagement üben. Die ersten Gespräche mit meinen Mentees sind mir teilweise noch zeitlich aus dem Ruder gelaufen, das passiert mir mittlerweile nicht mehr.

Was möchten Sie Ihrer Mentee mitgeben?

Dass Authentizität sehr wichtig ist: Den Mut zu haben, zu sich zu stehen, eigene Ideen einzubringen, sich eine Meinung zu bilden und diese dann zu vertreten.

Sie sind gerade in den USA - was machen Sie dort?

Ich arbeite seit Anfang November in den USA, in unserem Werk in Charlotte. Bosch Rexroth produziert dort Montage- und Automatisierungstechnik, zum Beispiel für Förderbänder. Ich bin Teilprojektleiter bei einem Projekt, in dem wir unsere weltweiten Logistikstandards einführen.

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Kommentar (1)

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  1. Anonym

    Danke ihr beiden für das Interview. Ich kann mir jetzt eher etwas unter dem Mentorenprogramm vorstellen.

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