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"Wir suchen Pioniere"

Initiativbewerbung [© Trüffelpix - Fotolia.com]

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Lieber geht er mit einer guten Idee online, als jahrelang an einem komplizierten Geschäftsmodell zu feilen: Markus Schöberl, verantwortlich für das Händlergeschäft auf Amazon Marketplace in Deutschland, erklärt, was bei Amazon "Customer Obsession" bedeutet und warum es in seinem Unternehmen so gut wie keine PowerPoint-Präsentationen gibt.

Markus, du warst vor deiner Amazon-Karriere Unternehmensberater. Warum hast du gewechselt?

Ich war zuletzt Projektleiter und hatte dabei viel mit Klienten aus dem Bereich Retail zu tun, um diese beim Eintritt in den eCommerce oder Multichannel-Commerce zu unterstützen. Hierdurch habe ich mich "von außen" viel mit Amazon beschäftigt. Mir erschien Amazon immer innovativ und das machte mich neugierig. Als dann ein Bekannter zu Amazon wechselte, erzählte er mir von der Unternehmenskultur; vor allem schwärmte er von den "Leadership Principles".

Was sind das für "Principles"?

Das sind die Unternehmenswerte, die wir hier bei Amazon leben. Mit "Customer Obsession" meinen wir zum Beispiel die absolute Ausrichtung jeglicher Innovation und Strategie auf die Bedürfnisse der Kunden. Unter "Ownership" verstehen wir das eigenständige Unternehmerdenken eines jeden Mitarbeiters im Unternehmen. Genau solche Leute sucht Amazon. Nach meinem Einstieg war mir schnell klar, dass diese Werte bei Amazon tatsächlich gelebt werden – man hört zum Beispiel nie Sätze wie "Wir haben das schon immer so gemacht" oder "Dafür bin ich mir zu schade". Wir würden sagen: "Gute Idee, lass es uns ausprobieren." Außerdem wusste ich, dass ich das, was ich an der Beratung mochte, bei Amazon auch wiederfinden würde: das Lösen von Fragestellungen, für die es keine vorgefertigten Antworten gibt, sowie eine Arbeitsweise, die stark hypothesen- und datengetrieben ist. Was ich dann in der Tat noch lernen musste: Ideen früh und mit hoher Geschwindigkeit tatsächlich umzusetzen und laufend zu optimieren.

Was macht "Amazon Marketplace"?

Amazon hat ja das Ziel, Kunden die größtmögliche Produktauswahl zu bieten. Und das geht nur in Zusammenarbeit mit möglichst vielen Händlern – Drittanbietern, die über weltweit elf "Marketplaces" ihre Waren anbieten. Sie stehen derzeit für 48 Prozent der weltweit auf Amazon verkauften Einheiten. Zum Marketplace-Geschäft gehören verschiedene Services: Händler können zum Beispiel die Amazon-Logistik nutzen, also Waren von Amazon lagern, verpacken und versenden lassen statt dies selbst zu tun. Daran erkennt man wiederum die "Customer Obsession", von der ich vorher sprach: Für den Endkunden macht es keinen Unterschied, ob er bei Amazon direkt oder von einem Drittanbieter bestellt. Wichtig ist: er hat eine größere Produktauswahl und den von Amazon gewohnten zuverlässigen Lieferservice.

Spannend an Marketplace ist zudem, dass mein Team und ich entlang der gesamten eCommerce-Wertschöpfungskette arbeiten – mit tollen Erfolgsgeschichten: Da gibt es stationäre Händler wie Deutschlands ältestes Spielwarengeschäft oder ein Zwei-Mann-Unternehmen, das von der heimischen Couch aus Umsätze im Millionenbereich macht. Oder auch große bekannte Unternehmen, die den Marketplace als weiteren Vertriebskanal nutzen. Es gibt unter den Händlern weltweit etwa 70.000 Verkäufer, die über 100.000 US-Dollar Umsatz pro Jahr erzielen. Außerdem haben die Marketplace-Verkäufer auf der ganzen Welt zusammengenommen über 600.000 Jobs geschaffen.  

Was sind dabei die größten Herausforderungen?

Wir haben das Motto: "Jeder Tag ist der erste." Das bedeutet: Wir sind experimentierfreudig, probieren für Kunden ständig Neues aus und stellen Altes infrage, auch wenn wir manchmal noch nicht genau wissen, was daraus wird. Dadurch sind wir erstens innovativ, und denken zweitens langfristig – um am Ende der "Customer Obsession" gerecht zu werden. Die größte Herausforderung ist also, jeden Tag Neuerungen voranzutreiben, auch wenn der einzelne dabei mal auf die Nase fällt. Jeff Bezos hat das im aktuellen Brief an die Aktionäre sehr schön formuliert: Scheitern und Innovation sind untrennbare Zwillinge. Wenn man schon zu Beginn die Antwort auf ein Problem kennt, dann ist es keine Innovation mehr. Und tatsächlich bringen wir so laufend neue Dinge auf den Weg.

Ein Beispiel dazu?

Ganz aktuell: "Amazon Launchpad" – der Store für Produkte von innovativen Start-ups. Die Idee dafür war: Kunden lieben innovative Produkte, und Start-ups wollen ihre Produkte möglichst vielen Kunden anbieten. Natürlich wissen wir nicht, wie Amazon Launchpad in vier bis fünf Jahren exakt aussehen wird. Dennoch haben wir es ins Leben gerufen und nehmen im Moment viel Feedback von Kunden und Start-ups auf, um es weiterzuentwickeln. Diese "Ärmel hochkrempeln"-Mentalität ist uns auch bei Bewerbern sehr wichtig.

Guter Punkt: Welche Mitarbeiter sucht ihr für Amazon Marketplace?

Um daran anzuknüpfen: Wir suchen Pioniere – Leute, die anpacken, aber auch einer klaren und langfristig angelegten Vision folgen. Die stur in der Vision sind, aber eben experimentierfreudig in den Details, also auf dem Weg dorthin. Ein Beispiel ist der Bereich "Global Selling". Hier unterstützen wir Händler dabei, nicht nur im Heimatland zu verkaufen, sondern international an viele weitere Kunden. Ein anderes Beispiel ist Kindle, also der Bereich eReader und eBooks. Dort lautet die Vision: Jedes Buch, in jeder Sprache, soll in 60 Sekunden verfügbar sein. Wir suchen daher Mitarbeiter, die mutig sind, den Weg zu einer solchen Vision zu ebnen und dann darüber nicht jahrelang theoretisch diskutieren, sondern loslegen. Denn ein weiteres Motto bei Amazon ist: "Im Zweifel handeln" – immer mit kalkulierbarem Risiko versteht sich. Wir gehen also lieber mit einem Service erstmal online und verbessern ihn zügig, als jahrelang am perfekten Konzept zu feilen.

Sind bei Bewerbern bestimmte Studienfächer gerne gesehen?

Der exakte Studienhintergrund ist irrelevant. Viel wichtiger ist eine gesunde Mischung aus analytischem und schnellem Denken und der besagten "Ärmel hoch"-Mentalität. Von da aus kann man sich in verschiedene Rollen hineinentwickeln: sei es als Produkt- oder Projektmanager, um etwa das Thema Global Selling zu unterstützen, sei es in Aufgaben, die mehr Analyse als Schwerpunkt haben wie etwa als Business Analyst im Bereich "Versand durch Amazon". Oder als Account Manager, um Händler auf Amazon Marketplace betreuen und sie bei der internationalen Expansion zu unterstützen. Im Bereich Marketplace arbeiten wir eng mit den Kollegen in Paris, London, Madrid, Mailand oder Seattle zusammen. Englisch ist Pflicht, Mehrsprachigkeit darüber hinaus kein Muss, aber kann natürlich helfen.

Bevorzugt Amazon berufserfahrene Bewerber?

Nein, wir brauchen sowohl Berufserfahrene als auch Absolventen frisch von der Uni oder FH. Wir bieten ein strukturiertes Onboarding-Programm über zwei Wochen und ein Learning Curriculum über einen längeren Zeitraum. Dazu gibt es einen fachlichen Mentor und einen "Peer Guide", der hilft, sich mit anderen Amazon-Mitarbeitern und Teams zu vernetzen. Auf jeden Fall ist unser Bedarf an neuen Mitarbeitern groß, da wir viel vorhaben. Übrigens suchen wir sowohl am Standort München als auch Berlin im Bereich Marketplace neue Mitarbeiter.

Du bist jetzt seit über fünf Jahren im Unternehmen. Was hält dich bei Amazon?

Es sind drei Dinge. Erstens: tolle Kollegen und Mitarbeiter, die für eine dynamische Atmosphäre sorgen. Manchmal fühlt es sich hier noch an wie bei einem Start-up, obwohl wir natürlich kein Start-Up im klassischen Sinn mehr sind. Zweitens: unser Innovationstrieb. Mir persönlich macht das Vorwärtsdenken einfach mehr Spaß als sich primär mit Kosten- oder Prozessoptimierungen zu beschäftigen. Drittens: wir leben unsere Leadership Principles tatsächlich, es ist nicht einfach nur ein Poster an der Wand. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass Amazon nicht in Hierarchien denkt und arbeitet: Es wird demjenigen zugehört, der das beste Argument hat – und nicht demjenigen mit dem höchsten Titel oder mit der längsten Unternehmenszugehörigkeit. Unser Leadership Principle "Have Backbone, disagree and commit" geht genau in diese Richtung.

Dazu gehört auch, dass wir intern so gut wie nie PowerPoint-Präsentationen nutzen, bei denen jemand anhand von drei Bulletpoints eine Idee vorstellt. Stattdessen arbeiten wir mit detailliert ausgearbeiteten Word-Dokumenten, die jeder Meeting-Teilnehmer im Treffen erhält und die alle zu Beginn erstmal durchlesen. Danach wird die Idee dann detailliert besprochen. Das fördert eine konstruktive Diskussionskultur und zeigt, dass wir uns mit Problemstellungen wirklich im Detail befassen. Ich denke: Das merkt unser Kunde täglich!

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