Partner von:

Projektmanagement für Informatiker

IT-Praktikantum bei der Allianz [Quelle: freeimages, Autor: ante3]

Quelle: freeimages, ante3

Wie funktioniert Projektmanagement eigentlich in der Praxis? Inwiefern kann man Informatikwissen einbringen, ohne programmieren zu müssen? Diese und weitere Fragen beantwortet Carolin Steurer, e-fellows.net-Stipendiatin und Praktikantin der Allianz.

Du bist Praktikantin bei der Allianz in der IT - wie kam es dazu?

Als Stipendiatin bei e-fellows.net bin ich durch einen Newsletter auf den Erfahrungsbericht eines früheren Praktikanten der AMOS SE gestoßen. AMOS bedeutet Allianz Managed Operations & Services und ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Allianz SE, die interne Shared Services anbietet, zum größten Teil IT-Dienstleistungen. Der Bericht war äußerst spannend und ansprechend geschrieben, sodass ich Kontakt zu jenem Praktikanten aufnahm und von ihm weitere hilfreiche Informationen bekam.

Welche Aufgaben hast du im Praktikum und wie lange bist du als Praktikantin beschäftigt?

Meine Praktikumszeit erstreckt sich über sechs Monate. Dabei werde ich in insgesamt zwei verschiedenen Abteilungen tätig sein. Die ersten drei Monate war ich Assistentin einer Führungskraft, wobei meine Haupttätigkeiten die Organisation von Meetings sowie die Sammlung und Analyse von Informationen über aktuelle Themen waren. Als Tochtergesellschaft der Allianz ist die AMOS Teil eines riesigen Konzerns, was es mir zu Beginn nicht immer leicht machte, auf Anhieb die richtigen Ansprechpartner zu finden. Das lernt man jedoch recht schnell, sodass ich schließlich selbst bei der Neuverteilung von Zuständigkeiten unterstützt habe. Ich habe zudem bei Einstellungsgesprächen mitgewirkt und betriebswirtschaftliche Aufgaben erledigt, wie zum Beispiel innerbetriebliche Kostenverrechnung. Wirtschaftliche Kenntnisse hatte ich vor meinem Praktikumsbeginn keine, da ich Informatik mit Mathematik als Nebenfach studiert habe. Von meiner Vorgesetzten konnte ich jedoch viel lernen. Den Rest konnte ich mir leicht selbst aneignen.

Und in welchem Projekt arbeitest du jetzt, im zweiten Teil deines Praktikums?

Momentan arbeite ich als Projektmanagerin an einem großen Allianz-Projekt mit. Derzeit ist es so, dass jede einzelne Allianz-Gesellschaft ihre Daten und Zugänge für Mitarbeiter selbst verwaltet, und folglich oft andere Speicherformate verwendet. Das Ziel unseres Projektes ist es, dafür zu sorgen, dass alle Daten in einem einheitlichen Format gespeichert werden und auch die Zugriffsrechte, zum Beispiel für Mailing- und IT-Services bei der Allianz, global einheitlich verwaltet werden. Ein großer Vorteil, der sich daraus ergibt, ist der, dass sich jeder Mitarbeiter von jedem beliebigen Aufenthaltsort weltweit in das Allianz-Netzwerk einloggen und arbeiten kann und ihm dabei stets die gleichen Daten zur Verfügung stehen. Die Internationalität des Projektes gefällt mir besonders.

Welche Aufgaben hast du?

Ich organisiere Workshops und Meetings und erstelle Templates in Excel und Powerpoint für das regelmäßige Status-Update. Dabei wird erfasst, welche Risiken derzeit mit dem Projekt verbunden sind, ob wir im Zeitplan liegen und das Budget einhalten. Zudem wird besprochen, welche Aufgaben in der letzten Woche erledigt wurden, und welches unsere Ziele für die kommende Woche sind. Gerade beschäftigen wir uns intensiv mit der Finanzierung: Wie war der Business Case geplant, wie ist der Ist-Zustand der Ressourcen, sind diese ausreichend oder brauchen wir unter Umständen noch mehr Personal? Ich bin im Allgemeinen für die Organisation im Projekt zuständig, dazu zählen unter anderem die Beantwortung organisatorischer Fragen und die Konsolidierung der Statusreports, damit der Projektleiter sie an höhere Ebenen weiterleiten kann. Man kann also sagen, ich fungiere als Schnittstelle.

Programmierst du auch selbst?

Nein, momentan nicht. Aber ich plane die Umsetzung von IT-Features. Beispielsweise überlege ich mir, wie man Kennzahlen transparent darstellen kann und entwickle die dafür notwendigen Prozesse. Somit kann ich dennoch meinen Informatikhintergrund sehr gut in meine Arbeit einbringen. Genau das war auch meine Wunschvorstellung für mein Praktikum: Ich wollte nicht selbst programmieren, sondern meine IT-Kenntnisse in Projekten anwenden, in denen ich an den übergeordneten Zusammenhängen arbeite.

Warum wolltest du nicht selbst entwickeln?

Programmieren ist nicht das, was mir am meisten Spaß macht. Ich habe meistens eher dazu tendiert, die Koordination zu übernehmen. Das war auch der Grund dafür, dass ich mich im Bereich des Prozessmanagements spezialisiert habe, und meine Bachelorarbeit zu diesem Thema schreibe.

Welches Vorwissen brauchst du für deine Arbeit?

Mein Wissen über Datenbanken und Prozessmanagement, das ich mir während des Studiums aneignen konnte, war sehr hilfreich. Gerade die Zusammenarbeit mit Informatikern fällt jemandem mit IT-Background oft leichter. In jedem Fall wichtig sind jedoch gute Kenntnisse der MS Office-Anwendungen und der englischen Sprache. Der Schriftverkehr erfolgt fast ausschließlich auf Englisch, wie auch viele Gespräche.

Wie wendest du dein Informatikwissen in deinem derzeitigen Projekt an?

Das Projekt beschäftigt sich mit der Verwaltung der Mitarbeiterdaten und -identitäten, sowie mit der Verteilung der Zugriffsrechte. Eine meiner Aufgaben war zum Beispiel die Aufarbeitung des Konzeptes der Software-Architektur, um es dem Top-Management vorzulegen. Dafür war es natürlich notwendig, dass ich es selbst genau verstehe, was ohne mein IT-Wissen nicht möglich gewesen wäre. Des Weiteren ist für meine Arbeit ein technisches Grundverständnis essenziell: Welche ist die richtige Herangehensweise, um mich in technisch sehr komplexe Aufgaben einzuarbeiten? Das habe ich im Studium gelernt und kann es jetzt anwenden.

Was hat dich bei Praktikumsbeginn überrascht?

Ich fand es toll, dass ich von Anfang an als vollwertiges Teammitglied angenommen und behandelt wurde und nicht nur als Praktikantin auf Zeit. Die Einarbeitung war sehr gut und ich wurde sehr schnell als Ansprechpartnerin akzeptiert. Sobald ich Unterstützung benötigt habe, habe ich diese sofort erhalten.

Was macht dir im Praktikum am meisten Spaß?

Ich finde es total spannend, so viele verschiedene Menschen kennenzulernen. Am reizvollsten sind für mich die Phasen, in denen es etwas stressiger wird, beispielsweise wenn ich einen Auftrag bekomme, für den ich binnen weniger Stunden gezielte Informationen zusammentragen muss. Das motiviert mich. Angst, etwas falsch zu machen und dafür Ärger zu bekommen, habe ich nie. Das Arbeitsklima in der Allianz ist sehr gut und alle sind sehr hilfsbereit. Dass ich so viel Verantwortung übernehmen darf, gefällt mir sehr und gestaltet meine Arbeit abwechslungsreich.

Was sollte man für das Praktikum mitbringen?

In jedem Fall ist es wichtig, Freude am Organisieren und im Umgang mit Menschen zu haben. Einer strukturierten Arbeitsweise kommt dabei eine ebenso wichtige Bedeutung zu, wie der Fähigkeit, auf Personen zugehen zu können und gegebenenfalls auch beharrlich zu sein. Herausforderungen sollte man offen gegenüberstehen und Spaß an Neuem haben.

Hilft dir das Praktikum bei deiner Berufswahl?

Ja, es hat mich zum einen darin bestärkt, dass die Wahl meines Studienfaches Informatik die richtige war, und mir zum anderen Hilfestellung hinsichtlich meiner Berufswahl gegeben. Zwar hatte ich bereits die Tendenz in Richtung Projektmanagement zu gehen, konnte mir aber nicht richtig vorstellen, wie es in der Praxis umgesetzt wird. Jetzt weiß ich es und freue mich sehr auf meinen Einstieg in die Arbeitswelt. Das Praktikum macht mir großen Spaß und ich bin jeden Tag aufs Neue mit großem Elan und Tatendrang bei der Sache. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, später einmal bei der AMOS SE zu arbeiten – vorher möchte ich aber noch meinen Masterstudiengang beenden.

nach oben
Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren