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Mut zur Veränderung

Dr. Maximilian Federhofer und Tobias Tschiersky sind Führungskräfte bei der Allianz [Quelle: Allianz]

Quelle: Allianz

Digitalisierung ist in aller Munde und spiegelt sich in technologischem Fortschritt, neuen Wettbewerbern, die mit innovativen Produkten auf den Markt drängen, und veränderten Kundenbedürfnissen wider. Gerade Traditionsunternehmen stehen vor der Herausforderung, Innovation und Tradition zu vereinen und die Mitarbeiter auf diesem Weg mitzunehmen. Tobias Tschiersky, Abteilungsleiter Digital Sales, und Dr. Maximilian Federhofer, Referatsleiter im Maklervertrieb, berichten im Interview, wie sie die Veränderung als Führungskräfte erleben.

Wenn Sie auf Ihre bisherige Zeit bei der Allianz zurückblicken: Wie hat sich die Allianz in diesem Zeitraum in Ihren Augen verändert?

Tschiersky: Die Allianz ist in den letzten drei Jahren im Zuge  der Digitalisierung viele neue Wege gegangen. Die Kundenbedürfnisse haben sich durch neue technologische Möglichkeiten gewandelt. Der Kunde kennt in seiner Lebenswelt Unternehmen wie Amazon, Google oder Apple, die mit integrierten Lösungen die Kundenwünsche zügig und unkompliziert erfüllen und Fragen schnell beantworten. Wie selbstverständlich legt der Kunde diesen Maßstab auch an unsere Versicherungsprodukte an, sei es beim Kauf möglichst mit einem Mausklick oder bei der Schadenregulierung. Diese Entwicklung steht auch beim Vorstand der Allianz ganz oben auf der Agenda, sei es auf Gruppen wie auch auf Allianz Deutschland-Ebene.

Dr. Federhofer:  Egal in welcher Position, ob als Vorstandsassistent oder Führungskraft: Der Fokus meiner Arbeit lag immer darauf, wie wir die Kundenbedürfnisse noch stärker in den Mittelpunkt rücken können. Der Kunde vergleicht mehr, ist informierter und aufgrund der vielen Möglichkeiten durch die Digitalisierung anspruchsvoller geworden. Zurückblickend glaube ich, dass wir angesichts unserer Größe in den vergangenen zweieinhalb Jahren eine beachtliche Veränderungsgeschwindigkeit bewiesen haben.

Wir haben jetzt viel über externe Faktoren gesprochen. Was sind die größten Herausforderungen für die Allianz, diesen Wandel auch intern umzusetzen? Können Sie dies als Führungskraft beeinflussen?

Tschiersky: Die größte Herausforderung besteht darin, eine Kultur zu finden, die den Mut zur Innovation zulässt, es aber gleichzeitig schafft, die Kompetenzen und Werte, die die Allianz vertritt, beizubehalten. Eine weitere Aufgabe sehe ich damit verknüpft, dass wir ein Unternehmen sind, das sehr viele Mitarbeiter weltweit beschäftigt und dadurch sehr viele Ideen in sich vereint. Hier gilt es eine Plattform zu finden, die diesen Ideen Raum gibt. Dafür entwickeln wir derzeit Ansätze wie unsere Digital Factories, mit denen wir bereits erste Erfahrungen sammeln.

Dr. Federhofer: Ich spüre auf jeden Fall einen Veränderungsdruck, aber im positiven Sinne.  Ich meine grundsätzlich steckt bei Veränderung ja schon die Änderung mit im Wort. Man muss sich wandeln, da verlange ich den Mitarbeitern auch in gewisser Weise ganz bewusst etwas ab. Veränderung passiert aber auch dadurch, dass man diese selbst vorlebt und seine Mitarbeiter in dieser Entwicklung bestärkt. Wir haben zum Beispiel einen zweitägigen Workshop mit einem Coach durchgeführt zum  Thema Veränderung und Change. In diesem Workshop haben wir ganz konkrete Handlungsmaximen abgeleitet, nach denen wir uns richten. Was nicht funktioniert, ist zu sagen: "Wir machen es jetzt in Zukunft einfach so", Vielmehr muss es heißen: "Wir entwickeln es gemeinsam!" Das ist genau das Ziel dieses Workshops: gemeinsam entwickeln, mal rausgehen, ein anderes Format wählen. Die Aufgabe der Führungskraft ist es, den Mitarbeitern verständlich zu machen, warum wir die Veränderung brauchen. In diesem Wandel erlebe ich meine Mitarbeiter als sehr offen und begeisterungsfähig.

Vor welcher Aufgabe/Herausforderung haben Sie den meisten Respekt? Was gibt Ihnen den Mut, dieser entschlossen zu begegnen?

Dr. Federhofer: Ich glaube, den größten Respekt habe ich davor, dass wir die Menschen mitnehmen und auf dem Weg nicht verlieren. Wir müssen den Mitarbeitern die Möglichkeit geben, auf dieser Reise ihren Anteil beitragen zu können. Dann kommt die Begeisterung für die Sache von ganz allein. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir, egal bei welchem Thema, nicht die Sache, sondern der Mensch in den Mittelpunkt stellen.

Tschiersky: Das Marktumfeld und auch das Kundenverhalten wandeln sich zurzeit sehr schnell. Ich habe den allergrößten Respekt davor, dem Tempo standzuhalten und Lösungen zu finden, die den Ansprüchen unserer Kunden gerecht werden. Gleichzeitig habe ich den Mut, dass wir es schaffen können, weil wir in der Allianz sehr viele erfahrene und innovative Kollegen haben. Kollegen, die ihr Handwerk von Grund auf verstehen und die es gewohnt sind, aus der Sicht des Kunden zu denken und deren Nutzen und Bedürfnisse zu erkennen.

Sie haben gerade schon ein bisschen anklingen lassen, dass in der Entwicklung von Innovation auch immer viel Herzblut und Leidenschaft stecken. Wie gehen Sie beide denn damit um, wenn mal ein Projekt scheitert?

Dr. Federhofer: Ich glaube, wir müssen als Allianz noch stärker lernen, eine gewisse Fehlerkultur zuzulassen. Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn mal ein Projekt scheitert. Schlimmer finde ich es, wenn wir uns monatelang mit einem neuen Projekt beschäftigen, wir in die Umsetzung gehen und erst zu spät merken, dass wir so nicht weiterkommen. Lieber sollten wir mit der 80-prozentigen Lösung anfangen und uns am Wegesrand immer wieder die Zeit nehmen zu überprüfen, ob wir noch richtig unterwegs sind. Sollte dies nicht der Fall sein, können wir jederzeit umdrehen oder abbiegen.

Tschiersky: Scheitern nicht mehr mit Versagen gleichzusetzen, hat bereits in dem Methodenbaukasten der Allianz Einzug gehalten. Scheitern ist ein ganz normaler Vorgang. Das heißt, wir brauchen "scheitern", um zu lernen und um die besten Lösungen für unsere Kunden zu finden. Wir müssen unsere Mitarbeiter dazu ermutigen, möglichst früh an den Kunden heranzutreten und zu fragen: "Ist es das, was du brauchst?" Dabei dürfen wir nicht vor der Antwort zurückzuschrecken, wenn es heißt: "Nein, brauche ich nicht" oder "Ja, aber in einer anderen Form". Es ist wichtig, daraus zu lernen und die Erfahrung, die wir gemacht haben, in unsere zukünftigen Projekte einfließen zu lassen. So wird Scheitern im besten Sinne eine Form des Unternehmertums, das wir auch bei der Allianz leben.

Zu guter Letzt: Was treibt Sie an, beziehungsweise was macht Ihnen besonders großen Spaß an Ihrer Arbeit?

Dr. Federhofer: Tatsächlich machen mir die Arbeit mit Menschen und das Thema Führung großen Spaß. Es war für mich schon immer klar, dass ich in meinem beruflichen Umfeld Verantwortung für ein Team egal welcher Größe tragen möchte. Insofern treibt es mich an, Menschen in einer sehr spannenden Zeit  auf einen gemeinsamen Weg mitzunehmen. Dies fordert einem jeden Tag Kraft, Geduld und Begeisterungsfähigkeit ab.

Tschiersky: Mich treibt an, dass ich in einer Branche arbeiten kann, die die Gesellschaft braucht, weil sie existentielle Kundenbedürfnisse abdeckt. Wenn wir keine Versicherung hätten, dann könnten wir in vielen Fällen nicht den Lebensstandard halten, den wir zurzeit haben. Ein Einzelner kann gar nicht so viel arbeiten, um sich selbst ein so großes finanzielles Polster aufzubauen, das ihn umfassend vor allen Risiken schützt. Wir sind für ihn da, wenn er unsere Hilfe braucht und fangen ihn auf. Dabei unterstützen uns technologische Entwicklungen sowie externe und interne Innovationen dabei, die besten Lösungen zu finden. Diese Dynamik und Innovationskraft mitzuerleben und mitzugestalten, das ist das, was mich motiviert.

Lieber Herr Tschiersky, lieber Herr Dr. Federhofer, vielen Dank für die spannende Einschätzung und die Einblicke, die Sie uns ermöglicht haben.


Dieser Artikel wurde zuerst auf dem Allianz Karriere-Blog veröffentlicht (Link zum Originalartikel).

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