Partner von:

"Supply Chain ist mehr als Logistik"

Schiff, Logistik [Quelle: freeimages, Autor: johnnyberg]

Quelle: freeimages, johnnyberg

Supply Chain Management ist heute vor allem eins: international und komplex. Was tun, wenn China keine seltenen Erden mehr exportiert, die man für die Fertigung benötigt? Das verrät Experte Daniel Sochaczewski von Accenture.

Was fasziniert Sie am Thema Supply Chain Management?

Mich fasziniert, dass ich eine enorm lange Kette von einzelnen Vorgängen von A bis Z überblicken muss: Was ich vorne bei der Supply Chain in Gang setze - den Einkauf zum Beispiel -, muss ebenso wie der Verkauf zur Wertschöpfung beitragen. Außerdem finde ich die globale Ausrichtung des Supply Chain Management, also Operations im weitesten Sinne, sehr interessant.

Da werden zum Beispiel Rohstoffe aus Afrika nach China transportiert, um sie dort zu verarbeiten, dann nach Südamerika gebracht für die Weiterverarbeitung und schließlich in Europa verkauft. Und dabei muss es sich noch nicht einmal um ein komplexes Produkt handeln - Bekleidung ist ein solches Beispiel. Daran ist natürlich nicht nur eine Firma beteiligt, auch deshalb ist Supply Chain Management ein komplexes Thema. Es herrscht häufig noch die Meinung vor, Supply Chain Management sei Logistik, aber es geht dabei nicht nur um Logistik, sondern um sehr viel mehr - nämlich Kosten, Nachhaltigkeit, Qualität und Fair Trade.

Welche Projekte übernehmen Sie?

Accenture deckt das gesamte Spektrum der Kunden End-to-End ab. Ich selbst arbeite im Management Consulting, also der Beratung, und dort im Team "Operations Strategy and Transformation". Unser Fokus liegt auf der Identifikation von Optimierungspotenzial und anschließend der Planung und Umsetzung von Veränderungen. In unseren Projekten erstellen wir zum Beispiel ein neues Operating Modell, in dem die Prozesse im Unternehmen erfasst werden, untersuchen, wie Abteilungen arbeiten oder strukturieren Abteilungen, Bereiche oder ganze Firmen neu.

Ein kleines Beispiel, wie Transporte nachhaltiger werden: Wir haben die Wände von Lkws dünner und leichter gestaltet. So sank der Spritverbrauch und die Ladekapazität stieg. Das trägt sehr zur Effizienz bei, doch oft sind die Änderungen umfassender und greifen in die Struktur des Unternehmens ein - diese strategische Herausforderung fasziniert mich.

Welche Probleme treten beim Supply Chain Management am häufigsten auf?

Die Rahmenbedingungen im Supply Chain Management ändern sich sehr schnell. Es kann zum Beispiel passieren, dass Teilprodukte plötzlich nicht mehr nachgefragt werden, obwohl sie sich noch auf dem Transportweg befinden. Das passiert vor allem in der High-Tech-Branche, weil sich Technologien so schnell wandeln und bestimmte Komponenten plötzlich überflüssig werden. Zum Beispiel ist der Absatz von PCs und Laptops sehr schnell gesunken, seitdem es Tablet-Computer gibt. Außerdem ist die Internationalität eine spannende Herausforderung: Bei unseren Kunden führen die Lieferketten oft durch mehrere Kontinente oder sogar die ganze Welt. Auf so einem Transportweg kann natürlich viel passieren - Risiken, die man absichern muss.

Wie schafft man es, diese Schnelllebigkeit in den Griff zu kriegen?

Die Unternehmen müssen möglichst flexibel organisiert sein, um Problemen durch gute Planung und/oder schnelle Reaktionsfähigkeit aus dem Weg zu gehen. Wir helfen unseren Kunden dabei, das erfolgreich zu schaffen. Wichtig ist, dass die Kunden rasch auf Störungen reagieren können, zum Beispiel bei Nachfrage-Änderungen, Verzögerungen bei Rohstoff-Exporten oder - so abwegig das auch zunächst klingen mag - bei Bedrohung durch Piraten.

China droht, keine seltenen Erden mehr zu exportieren. Was tun, wenn man diesen Rohstoff für die Fertigung benötigt?

Eine mögliche Lösung wäre, die weitere Fertigung nach China zu verlegen, sodass man die seltenen Erden nicht exportieren muss sondern erst die Komponenten, die daraus entstehen. Oder man sucht sich alternative Anbieter, zum Beispiel in Afrika, wo es auch einige wenige seltenen Erden gibt. Eine weitere Möglichkeit wäre, die Produkte zu ändern, sodass dieser Werkstoff gar nicht mehr benötigt wird, das ist aber nicht so einfach. All diese Lösungen funktionieren viel zu langsam, wenn das Unternehmen starr und unflexibel ist.

Wer sind Ihre Kunden?

Accenture ist auf große Kunden spezialisiert, von den 30 Dax-Unternehmen beraten wir 28 kontinuierlich. 92 unserer 100 größten Kunden vertrauen uns bereits seit mehr als zehn Jahren. Unser Beratungsspektrum ist sehr breit, wir beraten strategisch und setzen die Projekte um, betreiben auch die IT für unsere Kunden und das in allen Branchen von Automobilherstellern, Banken, Technologiekonzernen, Behörden bis zu Energieversorgern.

Wie viel in Ihren Projekten ist konzeptionelle Arbeit, und welchen Anteil nimmt die Umsetzung der Konzepte in der Regel ein?

Das hängt vom Projekt ab. Es gibt Projekte, in denen es darum geht, ein Konzept zu entwerfen und das dann operativ umzusetzen. Bei solchen Aufträgen liegt der Hauptteil der Arbeit natürlich auf der konzeptionellen Arbeit. Wenn wir dagegen ein neues System implementieren, zum Beispiel in einem Unternehmen SAP einführen, dann gibt es zwar auch eine Konzeptphase. Aber die Umsetzung hat in diesem Fall den höheren Anteil. Ich selbst mag es besonders gern, etwas von Anfang bis Ende zu begleiten. Ich möchte nicht nur ein Konzept erstellen, ich möchte auch sehen, dass der Plan in die Tat umgesetzt wird und aufgeht. Aber ich möchte auch nicht nur mit Umsetzung beschäftigt sein.

Welche Planungsverfahren werden in Supply Chain-Projekten üblicherweise eingeführt? Inwiefern unterscheiden sich diese von den im SAP eingesetzten Standardverfahren?

SAP hat eine Standard-Software für die Lieferkette, die ein Planungsverfahren abbildet. Diese kann angepasst werden. Grundsätzlich werden in Beratungsprojekten die Planungsverfahren kunden- und projektspezifisch eingesetzt. Jedes Unternehmen hat seine eigenen Besonderheiten und legt seinen Fokus bei Supply-Chain-Themen auf einen anderen Bereich, sei es auf den Einkauf, die Lagerhaltung oder die Ersatzteil-Logistik. SAP hat den Anspruch, mit seiner Standardsoftware eine möglichst große Kundenbasis abzudecken. Daher ist das Angebot ein Planungsverfahren innerhalb von SAP und dem Modul SAP APO relativ breit gefächert. Wir passen die Software von SAP den Kundenwünschen an, spielen Updates ein und kombinieren sie mit weiterer Spezialsoftware, falls nötig.

Was war Ihr spannendstes Projekt?

Wir haben bei einem Hersteller von landwirtschaftlichem Gerät die komplette Ersatzteil-Logistik optimiert: Wie plane ich den Transport der einzelnen Ersatzteile - es ging dabei um tausende - so dass sie immer an den richtigen Orten verfügbar sind. Wo lagere ich die Teile anschließend? Wie viele sollen gelagert werden? Es war ein weltweites Projekt und sehr spannend. Wir haben das Grobkonzept erstellt und anschließend die einzelnen Prozesse durchgeplant. Dafür haben wir uns insbesondere überlegt, welche Ersatzteile für die Kunden unseres Auftraggebers am kritischsten sind: Auf die Plakette mit der Modellbezeichnung kann der Hersteller eher verzichten als zum Beispiel auf einen Zylinderkopf.

Wieso haben Sie sich gerade für Accenture entschieden?

Ich wusste früh, dass ich in ein Beratungsunternehmen will, weil ich nach einer abwechslungsreichen Arbeit gesucht habe. Als ich am Assessment-Center von Accenture teilgenommen habe, fand ich es herausfordernd, aber gleichzeitig die Atmosphäre sehr nett. Mir fiel sofort die Kollegialität unter den Accenture-Mitarbeitern auf - das war einer der wichtigsten Gründe, weshalb ich mich für Accenture entschieden habe. Ich fühle mich hier wohl, mittlerweile bin ich seit fünfeinhalb Jahren dabei und die jüngeren Kollegen sagen mir, sie haben den gleichen Eindruck wie ich damals.

Es gibt den Spruch: "Wenn ich nicht weiß, was ich tun soll, wende ich mich an McKinsey. Wenn ich bereits weiß, was ich tun soll, aber nicht wie, wende ich mich an Accenture." Will Accenture diese Ansicht ändern - und wenn ja, wie?

McKinsey ist eine Strategieberatung - wir von Accenture entwickeln auch intelligente Strategien, aber unser Leistungsspektrum ist weitaus größer. Wir sorgen dafür, dass die Strategien auch umgesetzt werden und scheuen uns nicht, mit anzupacken. Accenture deckt das ganze Spektrum ab von Strategie über Implementierung und Umsetzung, von IT-Beratung, Übernahme von ganzen Prozessen, IT-Systemen und sogar ganzen IT-Landschaften - das kann eine Strategieberatung nicht.

nach oben

Willst du mehr über unseren Partner Accenture erfahren? Hier findest du alle Infos zum Unternehmen.

Kommentare (0)

Zum Kommentieren bitte einloggen.

Das könnte dich auch interessieren