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Big Techday von TNG (Autor: Nmedia, Quelle: Fotolia.com)

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Digitalisierung ist in aller Munde – doch was bedeutet das für Unternehmensberater? Tatjana Wiebusch ist Senior Manager bei Accenture Digital, beschäftigt sich mit Finanzkennzahlen und Data-Warehouses und sagt sogar ein wenig die Zukunft voraus.

Frau Wiebusch, wofür ist der Bereich "Digital" bei Accenture zuständig?

Es gibt drei Teile: zum einen "Mobility", da geht es zum Beispiel um Smartphone-Apps oder Internet of Things. Dann gibt es "Interactive" mit Projekten in E-Commerce und Web Marketing. Und schließlich meinen Bereich, "Analytics": Wir beschäftigen uns mit Data-Warehousing, aber auch mit Advanced Analytics oder Predictive Analytics - also Zukunftsvorhersagen über Daten. Das heißt, wir beschäftigen uns zum Beispiel mit Systemen, die im Auftrag von Pharma-Unternehmen Prognosen über Krankheitsentwicklungen darstellen oder im Retail-Umfeld Absatzprognosen erstellen.

Und an welchen Projekten arbeiten Sie?

Die klassischen Projekte drehen sich zum Beispiel darum, Finance- und Controlling-Daten nutzbar zu machen. Ein Kunde kann etwa seine Finanzkennzahlen nicht so auswerten, wie er es bräuchte – da kommen wir ins Spiel und bauen ein sinnvolles Reporting auf: Wir sehen uns an, welche Systeme der Kunde im Einsatz hat, welche Daten darauf zur Verfügung stehen, und welche Anforderungen der Kunde an das Reporting-Tool hat. Aufgrund dieser Infos entwickle ich mit meinem Team Fachkonzepte und übersetze sie in technische Anforderungen. Danach beginnt die technische Implementierung, das heißt, wir entwickeln in Zusammenarbeit mit unseren Delivery Centers in Offshore das Tool und übergeben es dem Kunden. Schließlich schulen wir die Mitarbeiter in der Anwendung des Tools – sowohl die aus der IT als auch die aus den Fachabteilungen.

Wie sind Sie zu Accenture gekommen?

Mein duales Studium der Wirtschaftsinformatik habe ich bei einer kleinen Unternehmensberatung in Hamburg gemacht, dadurch war die Consulting-Begeisterung bereits geweckt. Danach war ich bei einer anderen kleinen Beratung, wo mir aber eindeutig der internationale Aspekt fehlte. Schließlich erzählte mir eine Freundin, dass sie bei Accenture arbeite und dort sehr zufrieden sei. Tatsächlich war Accenture auch für mich die richtige Wahl: Es ist eine große Firma mit internationalen Projekten, das heißt, ich kann meine Sprachkenntnisse nutzen, mich in multikulturellen Teams bewegen und mich mit innovativen Themen beschäftigen. Als vor rund zwei Jahren der Bereich Digital neu gegründet wurde und die Analytics-Abteilung hier gebündelt werden sollte, fühlte ich mich sofort berufen. Vorher gehörte ich zum Bereich System Integration / Business Intelligence, wo ich mich intensiv mit Data-Warehouses beschäftigt hatte – der ideale Hintergrund für meine jetzige Tätigkeit. Mittlerweile bin ich seit fast 11 Jahren bei Accenture.

Sie haben Wirtschaftsinformatik studiert – ist auch Ihr Studienfach der ideale Hintergrund für Ihren Job?

Wirtschaftsinformatik ist wegen der BWL- und der technischen Komponente wirklich eine gute Voraussetzung für den Digital-Bereich. Aber es kommt auch auf die genaue Rolle innerhalb von Digital an: Wir haben zum Beispiel auch reine BWLer, die machen dann eher Prozessberatung, und reine Informatiker und Mathematiker, deren Statistik-Fähigkeiten besonders ich in Analytics sehr gut gebrauchen kann. Wichtiger als der Studienhintergrund ist allerdings das grundsätzliche analytische Verständnis: Beim Einstellungstag achten wir besonders darauf, ob jemand fähig ist, komplexe Probleme auf einzelne Fragestellungen herunterzubrechen.

Brauchen Sie eher Berufseinsteiger oder Berufserfahrene?

Sowohl als auch. Bei Einsteigern achten wir vor allem auf sehr gute Englischkenntnisse, schließlich sollen sie ja in internationalen Projekten mitarbeiten. Außerdem ist eine große Affinität und bestenfalls schon erste professionelle Erfahrung mit Technologien wie Data-Warehouses, Apps, E-Commerce oder Ähnlichem wichtig.

Und wie bekommt man die Berater-Skills vermittelt?

Wir bieten sehr umfangreiche Einstiegsprogramme an, um die neuen Kollegen mit der Beratungswelt vertraut zu machen, etwa das Jump-Start-Programm. Dies ist ein sechswöchiges Training in IT-Themen, um die Mitarbeiter auf ihre ersten Projekte fachlich vorzubereiten. Außerdem bekommt man einen Mentor an die Seite gestellt, der einen über die ganze Karriere hinweg begleitet.

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