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Drei Monate Shanghai (1. Teil)

Schanghai China Skyline (Quelle: freeimages.com, GoldDuck)

Quelle: freeimages.com, GoldDuck

Elisabeth ist Trainee bei Roche und macht gerade Station in Shanghai. In ihrem Projekt merkt sie, dass sie nicht auf die typisch deutsche Art "mit der Tür ins Haus fallen" darf. Und in ihrer Freizeit staunt sie über chinesische Tradition und Lebensart, während sie das Land bereist.

Ich arbeite als Ingenieurin im Expert-Start-Up-Programm (ESU) bei Roche Diagnostics. Dieses Programm soll Absolventen aus verschiedenen Ingenieurdisziplinen den Einstieg in das Unternehmen ermöglichen und das breite Aufgabenfeld vorstellen. Meine Fachdisziplin in Deutschland ist Projektmanagement mit dem Fokus Prozesstechnik und ich habe bisher hauptsächlich Erfahrung gesammelt in frühen Planungsphasen, zum Beispiel Projektinitiierung oder Concept Design Phase. Teil des ESU ist ein Auslandsprojekt – in meinem Fall in Shanghai.  Dort soll ich die Inbetriebnahme eines Büro- und Trainingsgebäudes unterstützen und das Projekt bis zur Übergabe an den Betreiber begleiten.

Bevor es losging, hatte ich zwei Wochen, um mich in das Projekt einzuarbeiten und mich auf die kulturellen Unterschiede zwischen China und Deutschland einzustellen. Meine bisherige Erfahrung: Man kann sich darauf nicht wirklich einstellen. Rückblickend hat mir am meisten geholfen, offen gegenüber anderen Herangehensweisen zu sein und manches mit einem Lächeln und dem Spruch "TIC – That is China" hinzunehmen.

Keine Einzelkämpfer weit und breit

Mein Einstieg ins Projekt war vom ersten Tag an spannend. Anders als erwartet sprechen die meisten meiner Kollegen sehr gut Englisch, sind witzig und offen. Ich hatte befürchtet, dass die chinesischen Kollegen Einzelkämpfer und eher zurückhaltend sind – doch von dieser Vorstellung durfte ich mich glücklicherweise sehr schnell verabschieden.

Elisabeth Blog Tagebuch Shanghai by night efn 530x305

Ich koordiniere die interne und externe Dokumentation der Inbetriebnahme. Das bedeutet, dass ich einen Zeitplan für die Dokumentation der verschiedensten Disziplinen wie Bau, Elektro, Brandschutz, IT, Innenausstattung, Lüftung, festlege und die Ergebnisse einfordere. Da der Übergabetermin für das Gebäude bereits seit langem feststeht, ist eine sehr detaillierte Planung und Abstimmung mit allen Beteiligten ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit.

Eine sehr enge, persönliche Führung ist daher nötig, um den Zeitplan einzuhalten. Dabei bestätigte sich mein erster Eindruck, dass in China genau definierte Strukturen und Anweisungen sehr wichtig sind. Auf der anderen Seite ist es sehr interessant zu erleben, wie unterschiedlich Chinesen im Vergleich zu Deutschen in ihrer Kommunikation sind. Das typisch deutsche "mit der Tür ins Haus fallen" ist hier nicht zielführend. 

Elisabeth Blog Tagebuch Teeberge bei Hangzhou efn530x305

Man muss sehr viel stärker auf die einzelne Person eingehen und sie einbeziehen. Das ist eine tolle Übung, um die Wahrnehmung zu schärfen und meine Erfahrungen vielleicht später als Führungskraft einzusetzen.

Mein erstes Wochenende: China total!

Da Sightseeing in der Gruppe mehr Spaß macht, verabredete ich mich am ersten Wochenende mit einer Deutschen und zwei Chinesinnen zu einer Tempeltour mit Abschluss in der chinesischen Altstadt von Shanghai. Es war sehr inspirierend zu sehen, wie traditionell und symbolisch die taoistische Tempelanlage gestaltet ist. Meine chinesische Kollegin erklärte die verschiedenen Götter und Einzelheiten: Ein Schwungdach wird zum Beispiel gebaut, damit die Drachen nicht landen, ein Löwe in jeder Ecke des Hauses hält Unheil fern. Die hohe Schwelle am Eingang zum Tempel hält böse Geister ab und man zollt Respekt, die Farbe Rot steht für Glück und Gold für Reichtum. So konnte man in jeder Ecke eine neue Geschichte finden, sehr mystisch und beeindruckend. Nach diesem tiefen Einblick in die Geschichte Chinas ging es weiter zur traditionellen Teezeremonie und zur chinesischen Massage. Am Abend hatte ich dann noch das Glück, spontan bei einer Kollegin zum traditionell chinesischen Kochen eingeladen zu sein: Cola-Chicken und Anis-Rind. Ein Tag mit umwerfenden Erfahrungen und gleichzeitig ein toller Start.

Auch die weiteren Wochenenden habe ich für Ausflüge genutzt, um die Natur und das ursprüngliche China kennenzulernen, unter anderem in den Teebergen von Hangzhou. Eine schöne Abwechslung zum Trubel in Shanghai.

Elementares Kulturgut: Essen

Blog Tagebuch Strassenstand efn 530x305

Ein sehr wichtiger Teil meines China-Aufenthalts ist das Essen in allen asiatischen Variationen. Ich konnte mir vorher nicht vorstellen, wie abwechslungsreich man kochen und Gewürze und Geschmacksrichtungen kombinieren kann. Es ist jedes Mal aufs Neue ein Abenteuer, Essen anhand von Abbildungen in Menükarten oder auch "blind" zu bestellen und sich überraschen zu lassen, was man am Ende serviert bekommt. Vieles, wie zum Beispiel Ochsenfrosch, hätte ich in Deutschland nicht einmal probiert und manches werde ich auch nicht mehr probieren, die traditionellen Hühnerfüße oder gekochte Entenfüße zum Beispiel. Aber das günstige Essen an kleinen Ständen am Straßenrand werde ich sicher vermissen. Auf meiner Liste steht auf jeden Fall noch ein chinesischer Kochkurs und gegrillter Skorpion in Peking.

Für die nächsten Wochen stehen in der Arbeit wichtige Meilensteine an. In meiner Freizeit habe ich eine Fahrt nach Peking und zur chinesischen Mauer geplant. Mein persönliches Highlight ist die Einladung auf die Hochzeitszeremonie eines chinesischen Kollegen. Es bleibt ein Abenteuer!

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