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Ein Netzwerk für die Zukunft

Take Time Interview McKinsey (Autor: Sergey Nivens, Quelle: Fotolia.com)

© Sergey Nivens - Fotolia.com

e-fellow Tobias verband in seinem Trainee-Programm bei Siemens seine Leidenschaft für das Reisen mit der Chance auf langfristige Entwicklungsmöglichkeiten. Im Siemens Graduate Program (SGP) lernte er drei verschiedene Unternehmensbereiche kennen und konnte fleißig netzwerken.

Jeder Student stellt sich am Ende seines Studiums die Frage, in welche Richtung es weitergehen soll. Als Generalist ohne ausgeprägte Tendenz zu einem besonderen Funktionsbereich sah ich im ersten Moment das Consulting als einzige Option für meinen Berufseinstieg an. Wechselnde Projekte und Ansprechpartner, neue Herausforderungen sowie die Möglichkeit zu reisen erschienen mir sehr attraktiv. Während der Recherche entdeckte ich jedoch eine Alternative mit vergleichbaren Perspektiven und sogar einem klaren Vorteil: langfristigen Entwicklungsmöglichkeiten in einem global aufgestellten Konzern.

Das Siemens Graduate Program (SGP) überzeugte mich inhaltlich sofort mit drei verschiedenen achtmonatigen Stationen - davon mindestens einer im Ausland -, einem breit gefächerten Trainingsprogramm sowie vielen Netzwerkmöglichkeiten. Dieses Angebot stellte für mich eine optimale Mischung dar, da ich während meiner Bachelor-Arbeit und als Werkstudent bereits eine Siemens-Affinität entwickelt hatte.

Der Aufnahmeprozess

Um in die nähere Auswahl zu kommen, waren bestimmte universitäre Leistungen sowie Auslandsaufenthalte von mindestens sechs Monaten Voraussetzung. Von damals mehr als 3.000 Bewerbern erhielten nur rund 300 eine Einladung zum persönlichen Gespräch, 60 bis 70 wurden im Nachgang als SGPler bei Siemens begrüßt.

Für das Bewerbungsgespräch reiste ich damals nach Erlangen. Dort wurde ich freundlich empfangen und meinem Gesprächspartner, einem Psychologen, vorgestellt. Das Gespräch dauerte zwei bis drei Stunden, in denen ich in verschiedenen Übungen meine Kompetenzen in Teamfähigkeit, Führungsverhalten und Englisch sowie einen Wirtschaftsbezug unter Beweis stellen musste. Während des gesamten Gespräches herrschte kontinuierlich eine angenehme Atmosphäre. Anschließend erhielt ich innerhalb kürzester Zeit die Rückmeldung, dass ich in das Programm aufgenommen werde.

Drei Stationen in drei unterschiedlichen Funktionen

Meine erste Station führte mich nach München, wo ich im Industry Sector als Projektmanager für die Software der SIPLACE-Bestückungsautomaten eingesetzt wurde. In dieser Funktion wurde mir sofort viel Verantwortung übertragen, und ich wurde stets als vollwertiges Teammitglied behandelt. Meine Führungskraft, die gleichzeitig auch mein Mentor war, unterstützte mich bei Bedarf in allen Belangen. Es wurde kein Unterschied zwischen mir und den anderen Mitarbeitern gemacht, sodass ich mich – im Gegensatz zu manchen Vorurteilen – keinesfalls als besserer Praktikant fühlte. Der Einsatzzeitraum war mit acht Monaten so gewählt, dass ich sowohl genügend Einarbeitungszeit hatte als auch verantwortungsvolle Projekte übernehmen und beenden konnte.

Die zweite Station absolvierte ich bei Siemens Investor Relations in München. Ein Wechsel von einem Sector zu einer Corporate Function ist gewöhnlich nicht vorgesehen, wurde aber durch meinen Mentor unterstützt. Am Wittelsbacherplatz war das Aufgabenfeld komplett anders, und ich lernte viel über die Gesamtstrukturen des Konzerns sowie über die Kommunikationsrichtlinien. Zwei Quartalsabschlüsse und eine Hauptversammlung waren die Highlights in dieser Station, die zwar arbeitsintensiv, aber auch sehr lehrreich war.

Die dritte Station führte mich in die USA. In der Nähe von Chicago war ich im Projektmanagement am Bau einer neuen Fertigungshalle für die Siemens-Tochter Winergy beteiligt. Die Kombination aus neuen Anforderungen im Job und dem interkulturellen Austausch war für mich eine optimale Möglichkeit, neuen Herausforderungen auf fachlicher und persönlicher Ebene zu begegnen. Daher war die Auslandsstation sicherlich der Höhepunkt der gesamten Trainee-Zeit.

Die wichtigste Komponente beim SGP: Das Netzwerk

Für gewöhnlich waren immer mehrere Trainees gleichzeitig an einem Standort. Hier bildeten sich schnell Netzwerke, weil man sich auf Seminaren und Konferenzen, aber auch zum Mittagessen oder regelmäßig nach der Arbeit traf. Diese Community half mir, interessante Kontakte zu knüpfen und dadurch andere Geschäftsfelder bei Siemens kennenzulernen. Intensive Trainings zu den Themen interkulturelle Kompetenz, Präsentation und Führung sowie ein Planspiel schweißten die Teilnehmer zusammen, sodass sich nicht nur die Soft Skills verbesserten, sondern gleichzeitig auch Freundschaften bildeten. Auf den Konferenzen kamen alle globalen Trainees zusammen. Auch hier stand neben hochkarätigen Vorträgen von Siemens-Topmanagern und dem Kennenlernen anderer Geschäftsbereiche vor allem das Networking im Mittelpunkt.

Für mich ist das SGP-Netzwerk eine der wichtigsten Komponenten des Siemens Graduate Programs. Auch nach der Zeit als Trainee gab es mehrere Situationen, in denen es mir sowohl fachlich als auch persönlich weiterhalf. Während der Wirtschaftskrise 2009 war im Anschluss an das Trainee-Programm das SGP-Netzwerk sehr hilfreich, um den reibungslosen Übergang in eine verantwortungsvolle Funktion bei Siemens zu gewährleisten. Insgesamt möchte ich die Zeit als Trainee nicht missen. Die enorme Lernkurve sowie die vielen Erfahrungen und wichtigen Kontakte, die ich in zwei Jahren sammeln konnte, wären bei einem Direkteinstieg sicherlich sehr schwer zu realisieren gewesen.

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